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Mutzenbecher-Villa im Niendorfer Gehege wird saniert

Die ehemalige Villa von Hermann Mutzenbecher
im Niendorfer Gehege

Die ehemalige Villa von Hermann Mutzenbecher im Niendorfer Gehege

Foto: Mark Sandten / HA

Historisches Gebäude wird Bildungs- und Begegnungsstätte. Die Villa ist eines der letzten Gebäude dieser Art in Hamburg.

Hamburg.  Vom Geisterhaus zum Abrisskandidaten zum Vorzeigeobjekt: Nach zähem Ringen um den Erhalt der ehemaligen Villa von Hermann Mutzenbecher, Gründer der Albingia-Versicherung, hat das Bezirksamt Eimsbüttel nun die Baugenehmigung für die Sanierung des Hauses im Niendorfer Gehege erteilt. Damit ist die denkmalgerechte Instandsetzung des Gebäudes gesichert.

Die Mutzenbecher-Villa, um 1900 im englischen Landhausstil errichtete Sommerfrische der Familie Mutzenbecher und zuletzt immer wieder Drehort für Filmproduktionen („Tatort“, „Tatortreiniger“), soll bis zum Jahr 2020 zur Bildungs- und Begegnungsstätte werden. In diesem Jahr werden Fassade und Dach gereinigt. 2018 sollen Veranda und Balkon instand gesetzt werden. Vor allem die Schulen, Kitas und Initiativen in Niendorf sollen das Haus später nutzen können. Auch das Forum Kollau nebst Stadtteilarchiv könnte am Bondenwald eine neue Heimat finden. Marc Schlesinger, der letzte Mieter des Hauses, dessen widerborstige Beharrlichkeit die Villa ihr Bestehen verdankt, wird ebenfalls wohnen bleiben können.

Eines der letzten Gebäude dieser Art

Das Konzept des gemeinnützigen Vereins „Werte erleben“ hatte zuvor die Stadt überzeugt. Der Verein mietet das Haus für 30 Jahre von der städtischen Saga, 200.000 Euro investiert die Kulturbehörde, 60.000 Euro kommen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Damit wird das Gebäude mit Hamburger Betrieben, die sich in der Ausbildung engagieren, saniert. Dabei sollen vor allem Jugendliche mit ungünstigen Startchancen mit praktischer Arbeit auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Auch Studenten der HafenCity Universität, Schüler der Produktionsschule Eimsbüttel, der Stadtteilschule Niendorf, des Gymnasium Bondenwalds, der Grundschule Vizelinstraße und Kinder der Kita Waldforscher sind beteiligt.

Die Villa mit ihrer Insellage im Wald des Niendorfer Geheges ist eines der letzten Gebäude dieser Art in Hamburg. Schon im Jahr 1995 kündigte die Saga eine Instandsetzung an, 2000 zogen die vorletzten Mieter aus, 2003 wurden die Sanierungskosten auf 600.000 Euro geschätzt. Die Finanzbehörde wollte das Haus dann abreißen, später verkaufen. Nach letzten Schätzungen belaufen sich die Erhaltungskosten auf 1,5 Millionen Euro.