Busbeschleunigung

Die Bushaltestelle, die keine sein darf

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Die neue Haltestellenbucht vor der roten Altbauvilla aus dem Jahr 1898

Die neue Haltestellenbucht vor der roten Altbauvilla aus dem Jahr 1898

Foto: privat / HA

Die Busbucht an der Goebenstraße ist so gut wie fertig – darf aber nicht genutzt werden. Wiederholt scheitert die Stadt vor Gericht.

Hamburg. Eigentlich fehlt nur noch das Haltestellenschild. Die neue Busbucht vor der roten Altbauvilla ist seit Monaten jedenfalls so gut wie fertig – aber eben auch nur so gut wie. Doch weitere Bauarbeiten für die umstrittene Verlegung der Bushaltestelle Goebenstraße in Hoheluft bleiben auch weiterhin vorläufig untersagt. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat eine Beschwerde der Stadt gegen einen entsprechenden Beschluss des Verwaltungsgerichts am Donnerstag zurückgewiesen.

Anwohner fürchten steigende Lärmbelastung

Im Zuge der Busbeschleunigung des Senates sollte die Fahrbahn näher ans Haus rücken. Die Haltestelle Goebenstraße sollte dabei vom jetzigen Standort vor einer Diskothek und einem Musikladen an die Altbauvilla aus dem Jahr 1898 an der Ecke Im Gehölz/Schulweg versetzt werden. Dagegen wehrten sich die Anwohner und verwiesen unter anderem auf die Lärmbelastung für ihr Wohnhaus. Ihr Protest richtete sich aber auch gegen die Abholzung von vier alten Bäumen (wir berichteten).

Die zuständige Verkehrsbehörde beharrte jedoch auf dem Vorhaben. Die Haltestelle müsse verlegt werden, weil diese heute grundsätzlich nach der Kreuzung angeordnet würden, damit der Bus direkt losfahren kann, sobald der letzte Fahrgast ein- oder ausgestiegen ist. „Hier bedeutet dies etwa 50 Sekunden Zeitgewinn pro Bus“, sagte Behördensprecherin Susanne Meinecke vor einigen Monaten dem Abendblatt. Die Behörde habe drei weitere Standorte geprüft, der jetzt gewählte habe sich als der günstigste erwiesen.

Grenzwerte erheblich überschritten

Das Oberverwaltungsgericht hat der Stadt mit seiner Entscheidung jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weitere Arbeiten für die Fertigstellung der neuen Busbucht bleiben somit vorläufig untersagt. Zur Begründung hieß es unter anderem, die Stadt habe rechtsfehlerhaft die Wirksamkeit von Schallschutzmaßnahmen nicht berücksichtigt.

Das Verwaltungsgericht hatte zuletzt festgestellt, dass der bestehende Verkehrslärm in Bezug auf das Wohnhaus die Grenzwerte erheblich überschreite und bereits in einem Bereich liege, der als gesundheitsgefährdend angesehen werde. Der Grenzwert würde demnach bei einer Verlegung der Haltestelle insgesamt deutlich überschritten.

Verkehrsbehörde kritisiert das Gericht

Die Verkehrsbehörde will nun nacharbeiten. „Das Oberverwaltungsgericht hat beanstandet, dass die bislang angestellten Untersuchungen und Abwägungen zur Wirksamkeit von Lärmschutzmaßnahmen nicht ausreichen. Die Behörde wird schnellstmöglich die vom Gericht für erforderlich gehaltenen Untersuchungen und Abwägungen nachholen und eine neue Entscheidung herbeiführen“, so die Sprecherin der Verkehrsbehörde am Freitag.

( dsa/gen )

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