Rotherbaum

Hamburg will Radweg an der Alster für 30.000 Euro abreißen

Der Radweg an der Außenalster ist äußerst beliebt

Der Radweg an der Außenalster ist äußerst beliebt

Foto: Andreas Laible / HA

Schon im Januar 2016 sollen Teile des Radwegs an der Straße Alsterufer abgerissen werden. Stattdessen sollen Grünflächen entstehen.

Rotherbaum.  Der Fahrradweg entlang der Außenalster – zwischen dem Harvestehuder Weg und der Kennedybrücke – ist wohl eine der beliebtesten Strecken für Radler in Hamburg. Doch nun hat die zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) endgültig entschieden, dass der Radweg an der Straße Alsterufer auf einer Länge von mehreren Hundert Metern von der Alten Rabenstraße bis kurz vor das US-Generalkonsulat abgerissen werden soll. Stattdessen sollen dort Grünflächen entstehen.

Der Abriss soll etwa 30.000 Euro kosten und im Januar 2016 erfolgen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Verkehrsexperten Dennis Thering hervor. „Was die Verkehrsbehörde an der Außenalster macht, das ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Das ist eine völlig sinnlose, teure und vor allen Dingen gefährliche Aktion“, sagte Vizefraktionschef Thering dem Abendblatt.

CDU kritisiert, dass der Abschnitt noch nicht einmal zur Fahrradstraße gehört

Die Menschen würden jetzt von einem Radweg auf die Straße gezwungen, die noch nicht einmal eine Fahrradstraße sei, sagt Thering. In der Tat: Die umstrittene Fahrradstraße an der Alster beginnt am Anglo German Club und endet an der Alten Rabenstraße. Der übrige Abschnitt der Straße ist eine Tempo-30-Zone.

Die Verkehrsbehörde verteidigt ihre Pläne: „Perspektivisch soll es künftig eine durchgehende Fahrradstraße von der Krugkoppel bis zur Kennedybrücke geben“, sagte ein Behördensprecher. Das wird dauern, denn noch ist es wegen der Absperrung vor dem US-Generalkonsulat am Alsterufer überhaupt nicht möglich, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Die Amerikaner haben zwar neue Räume in der HafenCity angemietet, aber ein Umzug und damit der Abbau der Absperrungen wird nicht vor Sommer 2016 erwartet.

Ein weiterer Plan der Verkehrs­behörde, der ebenfalls sehr umstritten war, wird jetzt doch nicht umgesetzt: Ursprünglich sollten auf dem Radweg zwischen dem Anglo German Club und der Alten Rabenstraße sogenannte Umlaufsperren aufgestellt werden, um besonders schnelle Radfahrer zu zwingen, abzubremsen. Nachdem es Kritik gab, hat Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) dann die Entscheidung, ob die Umlaufsperren gebaut werden, an das Bezirksamt Eimsbüttel abgegeben. Auf Abendblatt-Anfrage stellt Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) klar: „Wir werden auf dem Radweg keine Sperren oder sonstigen Hindernisse errichten. Wir sind doch hier nicht bei der Verkehrserziehung.“