Universität

Hamburg soll wieder ein Naturkundemuseum bekommen

Seit Jahren wird diskutiert, jetzt hat die Universität Hamburg ein Centrum für Naturkunde gegründet. Als Direktor wurde Professor Matthias Glaubrecht berufen. Er kommt vom Berliner Naturkundemuseum.

Hamburg. Die Hamburger Universität will ein naturhistorisches Museum bauen. Als ersten Schritt hat das Präsidium jetzt die Gründung eines Centrums für Naturkunde (CeNak) beschlossen, in der die bestehenden naturkundlichen Sammlungen gebündelt werden sollen. Wissenschaftlicher Direktor wird Professor Dr. Matthias Glaubrecht, der zugleich als Leiter des Zoologischen Museums an die Universiät berufen werden soll.

Bis zu seiner Zerstörung hatte Hamburg das zweitgrößte Naturkunde-Museum in Deutschland. Es stand am Steintorwall und war während des Zweiten Weltkriegs im Juli 1943 zerbombt worden. Viele Exponate konnten jedoch gerettet werden.

„Mit dem CeNak wollen wir jetzt an diese Tradition insbesondere in der sammlungsbezogenen Biodiversitätsforschung anknüpfen. Ich denke, die Zeit ist reif für eine Wiederbelebung“, sagte Professor Glaubrecht. Der gebürtige Hamburger war seit 1997 Kurator am Berliner Museum für Naturkunde und hat dort als Mitglied des Direktoriums die Abteilung Forschung aufgebaut. 2007 war er für die viel beachtete Dauerausstellung zum Thema Evolution und 2009 für die Sonderausstellung zu Charles Darwin zuständig.

Schon mehrfach gab es Bemühungen, diese international bedeutsamen Sammlungen in einem Museum zusammenzuführen und für die Hamburger zugänglich zu machen. Unter anderem hatte sich auch Loki Schmidt dafür stark gemacht.

Nach Recherchen von NDR 90,3 könnte das neue Haus in der HafenCity oder an der Alster entstehen. Potenzielle Geldgeber stünden in den Startlöchern, so Glaubrecht. Er erwartet etwa eine halbe Million Besucher im Jahr. Einen Wunschtermin für die Eröffnung hat der Professor aus Berlin auch schon: Das Jahr 2019, wenn die Universität ihr 100-jähriges Jubiläum feiert. Allerdings fehlt für das Jahrhundertprojekt noch die Zustimmung der Stadt Hamburg.