Neubauten am Sportplatzring

600 Wohnungen für die "Neue Mitte Stellingen"

Auf der Stellinger Kampfbahn entsteht ein neues Viertel. Jetzt wurde der Gewinnerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs bekanntgegeben. Der Clou am neuen Baugebiet mit 600 Wohnungen ist ein Flächentausch.

Hamburg. Ein komplett neues Viertel mit 600 Wohnungen, drei öffentlichen Plätze und zwei Tiefgarargen entsteht in Stellingen. Der Stadtteil wird in den kommenden Jahren sein Gesicht umfassend verändern. Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) stellte am Donnerstag die Siegerentwürfe für das Baugebiet am Sportplatzring nahe der Kieler Straße vor. Von 2017 an soll dort ein großzügiges, urbanes Quartier auf der Stellinger Kampfbahn errichtet werden – in einer Mischung aus sozialem Wohnungsbau und Eigentumswohnungen.

Beim nun entschiedenen städtebaulichen Wettbewerb hat sich eine Idee der Hamburger Architekten Coido mit den Freiraumplanern Breimann und Bruun durchgesetzt. Ausschlaggebend waren die klare Raumaufteilung und die innere Struktur sowie das stimmige Einfügen in die vorhandene Struktur, heißt es in der Begründung der Jury. Der Entwurf, der zwei bis fünfgeschossige Gebäude vorsieht, orientiere sich zudem stark an der vorausgegangenen Bürgerbeteiligung. Die Stellinger hatten sich im Vorfeld den Erhalt von Grünflächen, einen Marktplatz, ein Bürgerhaus und den Verbleib des des TSV Stellingen gewünscht. Dem wurde weitestgehend entsprochen.

Der Clou am neuen Baugebiet ist ein Flächentausch, Sevecke nannte es die „große Stellinger Rochade“. Nur dieser Schachzug ermögliche dem Bezirk eines seiner größten Neubauvorhaben auf den drei jetzigen Fußballfeldern. Denn die 37.000 Quadratmeter große Kampfbahn Stellingen – Heimstätte des TSV Stellingen und des SV West-Eimsbüttel – kann zur Verfügung gestellt werden, weil die Vereine umziehen, auf drei neue Plätze an der nahen Vogt-Kölln-Straße.

Dort befindet sich aktuell noch der Informatik-Campus der Uni, aber der wird im Zuge des Uni-Umbaus an den neuen naturwissenschaftlichen Campus an der Bundesstraße in Rotherbaum ziehen. Damit wird der Platz für die Stelliunger Sportler frei, während das alte Vereinsgelände überbaut werden kann. Der Zeitplan sieht vor, dass dieser Flächentausch bis 2018 abgeschlossen ist.

Zudem soll eine zweite, nördlich angrenzende Fläche in die Planungen einbezogen werden. Dort, wo aktuell die Oberstufe der Stellinger Stadtteilschule unterrichtet wird, könnten danach weitere Wohnungen entstehen. Denn die Oberstufe soll einen Neubau am Brehmweg beziehen.

„Der Stadtteil kann an dieser Stelle moderner werden“, sagt Bezirksamtsleiter Sevecke . „Für Eimsbüttel ist das einer der wichtigsten Impulse in seiner Entwicklung überhaupt.“ Stellingen gelte als „Urbanisierungszone“, in der zentrumsnahe Wohnungen gefragt seien. „Wie beim Projekt am Lokstedter Grandweg soll auch der Stadtteil Stellingen von dem neuen Quartier profitieren.“ (nib)