Beiersdorf-Gelände

Bunker-Abriss dauert länger als erwartet

Beiersdorf plante, den Hochbunker bis Mitte August rückbauen zu lassen. Meterdicke Wände verzögern die Abrissarbeiten um Wochen.

Hamburg. Drei Hochbunker trennen das Beiersdorf-Gelände von den Wohnhäusern entlang des Fußwegs zwischen Wiesingerweg und Eidelstedter Weg. Seit April sind an einem der Betonriesen Baumaschinen im Einsatz: Der Bunker am Wiesingerweg wird abgerissen – doch das dauert länger als erwartet.

Im vergangenen Jahr erwarb die Firma Beiersdorf den Hochbunker von der Stadt Hamburg. Vor mehr als drei Monaten begannen Bagger das Jahrzehnte alte Mauerwerk mit hydraulischen Betonscheren zu zerschneiden und Stockwerk für Stockwerk abzutragen.

+++ Bürohaus statt Bunker: 242 Plätze zusätzlich für Obdachlose +++

Mit Lärm und Schmutz müssen seitdem sowohl die Anwohner als auch die Mitarbeiter des Nivea-Konzerns auskommen. „Wir bemühen uns, die Belästigung für alle so gering wie möglich zu halten“, sagt Cora von Meysenbug, Sprecherin der Beiersdorf AG. So werde während der Sommermonate lediglich bis 17 Uhr gearbeitet, eine Mittagsruhe eingehalten und die Arbeit an Sonnabenden ganz ausgespart. „Der Schutt wird außerdem bewässert, so entsteht weniger Staub“, so Meysenbug.

Doch der Konzern hat Probleme, seinen Zeitplan einzuhalten. Bis Mitte August sollten die Abrissarbeiten abgeschlossen sein, nun wird es laut ausführender Baufirma mindestens vier Wochen länger dauern. „Der Bunker besteht aus knapp 1,40 Meter dicken Wänden und zwei Meter dicken Decken, das ist ungewöhnlich stark“, erklärt Christian Strauch, Bauleiter und Geschäftsführer von Ehlert & Söhne. Spezialgeräte habe Strauch einsetzen müssen, dessen Unternehmen bereits Bunker wie den an der Fruchtallee abgerissen hatte. „Das sind Verzögerungen, mit denen niemand rechnen konnte“, fügt der Bauleiter hinzu. Baupläne des Bunkers gebe es keine mehr, die bei den Arbeiten hätten helfen können.

Aus Sicht des Bezirks sollen die meisten der noch in Eimsbüttel bestehenden Hochbunker rückgebaut und die Grundstücke stattdessen für Wohnraum oder Gewerbe genutzt werden. „Ein mehrwöchiger bis -monatiger Bunkerabbruch gehört zum normalen Baugeschehen“, teilt Aileen Röpcke, Sprecherin des Bezirksamtes Eimsbüttel, mit.

+++ Luftschutzbunker soll zum Kultur-Energie-Bunker werden +++

Was einmal auf dem Grundstück entstehen soll, sobald der Bunker vollständig rückgebaut ist, stehe laut Beiersdorf bislang nicht fest: „Wir wollen zuerst unsere Hausaufgabe – den Abriss – gründlich erledigen“, sagt Sprecherin Meysenbug. Ob der Konzern plane, die Grundstücke der zwei weiteren angrenzenden Bunker zu kaufen, sei ebenfalls ungewiss.

Vor Abschluss der Arbeiten am Wiesingerweg steht zunächst noch die Abtragung des Betonsockels an. „Zwischen ein und drei Metern Betonschicht ist alles möglich“, sagt Bauleiter Strauch. Ende September werde mit den Arbeiten am Fundament begonnen.