Vier- und Marschlande

Vereine wünschen sich Bürgerhäuser – oder Alternativen

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Die Räumlichkeiten in der neuen Stadtteilschule sollen auch für andere Zwecke genutzt werden können. Bis es soweit ist, dauert es aber noch (Planzeichnung der Schule von 2017).

Die Räumlichkeiten in der neuen Stadtteilschule sollen auch für andere Zwecke genutzt werden können. Bis es soweit ist, dauert es aber noch (Planzeichnung der Schule von 2017).

Foto: Arbeitsgemeinschaft Thomas Kröger Architekten GmbH, Berlin / Roswag Architekten GvA mbH Arbeitsgemeinschaft Thomas Kröger Architekten GmbH, Berlin / Roswag Architekten GvA mbH

Singen, Trommeln, Theater spielen – aber wo? Vereine suchen dringend Übungsräume. Können Schulen da eine ortsnahe Hilfe bieten?

Hamburg. Um sich zu Übungsabenden und anderen Aktivitäten zu treffen, werde von Vereinen und Gruppen, die sich ehrenamtlich in den Vier- und Marschlanden engagieren, immer wieder der Wunsch nach Bürgerhäusern geäußert, berichtet die CDU-Fraktion. Gesangs- und Theatervereine sowie Landfrauenverbände und auch Spielmannszüge hätten nicht immer ausreichend Übungsräume, stellen die Christdemokraten fest.

Gruppen in den Vier- und Marschlanden haben zu wenig Räume, um sich zu treffen

Denn in den vergangenen Jahren wurden immer mehr Gasthöfe mit großen Sälen und Bühnen geschlossen. Die verbliebenen Gasthöfe und Lokale haben ihre Räumlichkeiten teilweise umgenutzt oder verlangen eine Saalmiete. „Wir möchten diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren und eine lange Tradition in den Vier- und Marschlanden haben unterstützen“, betont Jörg Froh. Denn gerade nach der Pandemie, seien die Kassen wahrscheinlich leer, müsse es eine Lösung für Vereine und Gruppen geben, um sich treffen zu können und wieder in Schwung zu kommen, ist Jörg Froh überzeugt.

Bürgerhäuser seien allerdings finanziell nicht realisierbar, das ist der CDU klar. Daher suchen sie nun nach einer alternativen Lösung. Und das könnten aus Sicht der Christdemokraten Schulen sein. Sie könnten nach Schulschluss von Vereinen oder Gruppen genutzt werden. „In fast jedem Ortsteil gibt es eine Schule, wo an vielen Abenden die Pausenhalle und Aula nicht genutzt wird. Außerdem wohnt an fast jeder Schule in unmittelbarer Nähe ein Hausmeister, der als Ansprechpartner fungieren könnte. Die Sportplätze werden schon seit langer Zeit durch einen Verantwortlichen im Bezirksamt an Vereine koordiniert und bis 22 Uhr vergeben. Dieses Verfahren könnte angepasst und gegebenenfalls so übernommen werden“, schreibt die CDU in ihrem Antrag, den sie Dienstag in den Regionalausschuss einbrachte.

Räume der neuen Stadtteilschule sollen auch für andere Zwecke genutzt werden können

Heinz Jarchow (SPD) hält den Vorschlag der CDU für nachvollziehbar, werde er zum Teil ja bereits umgesetzt. So sei auch bei den Planungen zur neuen Stadtteilschule Kirchwerder, die in den kommenden Jahren am Kirchenheerweg gebaut wird, ein wesentliches Element gewesen, dass die Räumlichkeiten auch für andere Zwecke genutzt werden können, erläuterte Heinz Jarchow. Seine Fraktion stimmte dem CDU-Antrag ebenso zu wie alle weiteren stimmberechtigten Mitglieder des Ausschusses.

Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann wird daher gebeten zu prüfen, welche Schulen in den Vier- und Marschlanden nach Schulschluss Pausenhallen, Aulas oder sonstige Räume in welchem zeitlichen Umfang zur Verfügung stellen könnten. Ebenso soll geprüft werden, wie eine Terminvergabe organisiert, welche Kosten für die jeweilige Nutzung entstehen und welche persönlichen und rechtlichen Voraussetzungen aufseiten der potenziellen Nutzer erforderlich sein würden. Auch über weitere denkbare Alternativen, um die Nachfrage nach Räumlichkeiten erfüllen zu können, soll nachgedacht werden. Die Ergebnisse sollen im Regionalausschuss vorgestellt werden.

( ld )