Bauprojekt

Am Allermöher Deich soll ein neues Hospiz entstehen

So soll es künftig am Allermöher Deich aussehen: Die denkmalgeschützte Alte Schule (rechts) wird zum Hospiz umgebaut. Nebenan soll auf einer Obstwiese ein altes Hufnerhaus (links) wieder aufgebaut werden. Das Haus stand bis Anfang der 2000er-Jahre am Kirchwerder Elbdeich und ist derzeit eingelagert. ZEICHNUNG; MIKO Immobilien GmbH

So soll es künftig am Allermöher Deich aussehen: Die denkmalgeschützte Alte Schule (rechts) wird zum Hospiz umgebaut. Nebenan soll auf einer Obstwiese ein altes Hufnerhaus (links) wieder aufgebaut werden. Das Haus stand bis Anfang der 2000er-Jahre am Kirchwerder Elbdeich und ist derzeit eingelagert. ZEICHNUNG; MIKO Immobilien GmbH

Foto: Michael Kolle MIKO Immobilien GmbH Michael Kolle CEO Allermöher Deich 451, 21037 Hamburg Telefon: +49 40 4011 36010 E-Mail: kolle@miko.immobilien

Bauvorbescheid wurde positiv beschieden. Altes Hufnerhaus soll wieder aufgebaut werden. Auch Demenzkranke bekommen Wohnungen.

Allermöhe. Michael Kolle möchte in der denkmalgeschützten Alten Schule am Allermöher Deich 451 ein Hospiz für 13 Bewohner bauen. Der Bauvorbescheid – ein öffentlich-rechtliches Versprechen der Stadt, dass über einen Bauantrag entsprechend den Zusagen im Vorbescheid entschieden wird – wurde nun positiv beschieden. Auf einer Obstwiese nebenan will der Unternehmer ein altes Hufnerhaus wieder aufbauen lassen und dort auf 1000 Quadratmetern Wohnungen für Demenzkranke einrichten.

Hufnerhaus soll am Allermöher Deich eine neue Heimat bekommen

Das Hufnerhaus stand bis Anfang der 2000er-Jahre am Kirchwerder Elbdeich, wurde dann eingelagert. Michael Kolle kaufte es „im Paket“ mit anderen Objekten. „Mit dem Giebel zum Allermöher Deich hin“ soll es neben der Alten Schule aufgebaut werden, berichtet Michael Kolle, der bereits in Kontakt mit dem Denkmalschutzamt ist. Der Wiederaufbau werde „mehrere Millionen Euro“ kosten – Eigenmittel und aus anderen Bereichen, etwa von Stiftungen.

In dem Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert möchte Kolle nicht nur Wohnungen einrichten, sondern gleich ein „Zentrum für Demenz“, in dem integrative soziale Arbeit möglich ist – von Angeboten der Landfrauen über Schulklassen, die mit den Bewohnern singen und lesen, bis hin zu „Mini-Andachten“. Kolle wolle „die Grenzen zwischen Jung und Alt aufheben und die Bewohner einbinden, statt sie zu isolieren“. Das Haus könne mit sozialen Angeboten verzahnt werden.

Auch für die Angehörigen sei die räumliche Nähe ein großer Vorteil

Er kenne die Sorgen und Nöte der Menschen auf dem Lande, betont der in Kirchwerder geborene Geschäftsmann. „Bisher müssen die Menschen aus dem Landgebiet zum Sterben ins Hospiz in Geesthacht.“ Ein Hospiz in Allermöhe böte ihnen die Chance, ihre letzten Wochen und Tage in ihrer Heimat zu verbringen. Auch für die Angehörigen sei die räumliche Nähe – sowohl eines Hospizes als auch eines Zentrums für Demenz – ein großer Vorteil. Zumal Kolle ihnen in beiden Häusern die Möglichkeit bieten will, auch über Nacht zu bleiben. In jedem Zimmer soll es Platz für Doppel- oder Beistellbetten geben.

Kolle sucht noch einen Betreiber für das Hospiz und hofft, noch 2020 einen zu finden. „Ich habe schon mit staatlichen Einrichtungen Gespräche geführt, nun folgen kirchliche.“ Dann werde die Finanzierung des Umbaus geklärt, Kolle rechnet bisher mit 500.000 Euro. Den Bauantrag will er bis Jahresende einreichen. Im besten Fall könne mit dem Umbau zu Beginn kommenden Jahres begonnen werden, dann wäre der Einzug „Mitte 2021“.

Für den Wiederaufbau des Hufnerhauses hat er im August einen Bauvorantrag gestellt, der noch nicht beschieden wurde. „Der Politik habe ich das Vorhaben gerade vorgestellt.“ Kolle gehe davon aus, dass der Aufbau des Hauses mit einer Grundfläche von 15 mal 45 Metern und „mindestens 1000 Quadratmetern Nutzfläche“ inklusive Planung zwei Jahre dauern wird. „Der Innenausbau, die neue Raumaufteilung, wird sehr arbeitsintensiv.“ Das große Dachgeschoss könnte möglicherweise als zweites Obergeschoss genutzt werden.

Grundstück und diverse Gebäude von Energiekonzern abgekauft

Neben der Alten Schule stehen weitere Häuser, die Kolle im Jahr 2017 samt 50.000-Quadratmetergrundstück ebenfalls von dem Energiekonzern E.on erwarb: Im sogenannten Holdinghaus ist das Büro des 51-Jährigen untergebracht, dahinter befindet sich der Hansehof Vierlanden mit Bistro, Tierärztin und Büros, die bald auch stundenweise vermietet werden sollen. „Im Dachgeschoss sollen Monteurszimmer entstehen.“ Im ersten Obergeschoss lässt Kolle wiederum Büros zu vier Hotelzimmern umbauen. Im hinteren Bereich schließt eine große Werkstatt (Miko Repair) an das Gebäude an. E.on hatte den Gewerbehof 1980 eröffnet.

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Der 51-Jährige machte sein Wirtschaftsabitur, studierte Soziale Arbeit und Diakonie, engagierte sich lange im Kirchengemeinderat in Kirchwerder. Im Alter von 28 Jahren machte sich Michael Kolle selbstständig. Er gründete die Miko Kinder- und Jugendhilfe, die er 20 Jahre lang leitete und 2018 an eine Stiftung verkaufte. „Unsere Einrichtung betrieb Wohngruppen und leistete ambulante, aufsuchende Familienhilfe. Sie hatte in der Spitze 125 Festangestellte in vier Bundesländern“, sagt er.

Diverse Unternehmungen und Firmenbeteiligungen

Heute besitzt Michael Kolle diverse Unternehmen: Unter dem Dach der Miko Bau Hamburg GmbH (Hoch- und Tiefbau) sind auch die Tochterfirmen Miko Net (Internetversorgung), Miko Fleet (Fuhrpark-Management, Pkw- und Baumaschinen-Verleih) und Miko Repair (Werkstatt, Pannendienst) vereint.

Die Miko Immobilien Verwaltungsgesellschaft GmbH kümmert sich um die Häuser der Unternehmen. Trotzdem beschäftigt der 51-Jährige nur rund 20 Angestellte. „Die Bereiche, in denen ich mich engagiere, sind nicht sehr personalintensiv.“ Zudem hat Kolle Beteiligungen an fünf weiteren Gesellschaften.