Architektur

So könnten die ehemaligen Kamps-Gebäude aussehen

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Jule Monika Witt

Zollenspieker. Die Vier- und Marschlande sind eine einzigartige Kulturlandschaft mit Tradition und Zukunft. So wie Franz Heinrich Harden 1886 seine Kate abreißen und an ihrer Stelle ein modernes Wohnhaus ohne Fachwerk am Neuengammer Hausdeich 471 errichten ließ, sind auch heute die Dörfer in ständigem Wandel. "Wichtig ist, dass ein Haus, das heute gebaut wird, auch in 100 Jahren als solches zu erkennen ist, weil es charakteristisch für den Anfang des 21. Jahrhunderts war", sagt Dr. Christoph Krupp.

Der Bezirksamtsleiter möchte die Diskussion, die im vergangenen Jahr im Zuge des ersten Architektur-Wettbewerbs entstanden ist, fortsetzen. Entsprechend lädt er - zusammen mit dem Bund Deutscher Architekten und Architektinnen der Freien und Hansestadt Hamburg (BDA) - zum "Architekturdialog 2009 für Bergedorf und die Vier- und Marschlande" ein.

Die erste Veranstaltung wird am Montag, 26. Januar, im Zollenspieker Fährhaus sein - das Thema: "Moderne Architektur in Vierlanden". Sie wird anhand zweier konkreter Beispiele für Bauten, die das Dorf- und Landschaftsbild prägen werden, vorgestellt: der Hotelneubau am Zollenspieker Fährhaus und der Umbau der ehemaligen Kamps-Gebäude.

Seit die Kamps Brot- und Backwaren GmbH 2007 ihre Produktionsstätte am Süderquerweg 101 schloss, liegt das Gelände brach. Mittlerweile kaufte Jens Kohpeiß die Immobilie. Er will das Gelände wiederbeleben und zum Nahversorgungszentrum "Spiekermarkt" umwandeln. Das heißt, die vorhandenen Gebäude werden nicht abgerissen, sondern umgebaut. Der Vorteil: Die gute Grundsubstanz wird genutzt, der gewohnte Eindruck des Geländes bleibt erhalten.

So soll das ehemalige Verwaltungsgebäude aufgestockt, aber auf zwei Geschosse plus Staffel begrenzt werden. Im Parterre könnten Läden oder ein Restaurant einziehen, in den beiden Geschossen darüber finden bis zu fünf Wohnungen Platz. Ebenfalls Wohnungen - für gehobene Ansprüche - soll künftig der ehemalige Silo beherbergen. Schließlich gibt es noch die alten Produktions- und Lagerhallen. Ihr ehemaliger Innenhof soll geöffnet werden, sodass eine umlaufend überdachte Passage entsteht. Die Hallen bieten Platz für Fachmärkte und diverse andere Geschäfte - vom Bäcker bis zum Zeitungsladen.

Verändern wird sich auch das Umfeld des Zollenspieker Fährhauses, wenn dort der Hotelneubau steht. Wie berichtet, waren die Pläne mehrfach überarbeitet worden, fanden schließlich im September des vergangenen Jahres auch das Wohlwollen der Politiker. Der Hotelkomplex ist jetzt kürzer und kompakter, bietet aber trotzdem Platz für 60 Zimmer - alle mit Elbblick. Wichtig war den Architekten um Professor Asmus Werner, "dass das Fährhaus ein Unikat bleibt".

Werner wird auch beim ersten "Architekturdialog 2009" die Pläne für das Hotel erläutern. Den neuen "Spiekermarkt" stellt Lars Kölln von ZWOK-Architekten vor. Zuvor führt Karin Loosen, erste Vorsitzende BDA Hamburg, in das Thema "Moderne Architektur in Vierlanden" ein.

Christoph Krupp plant zwei Veranstaltungen im Jahr. Der nächste "Architekturdialog" wird im Herbst sein - "dann allerdings zu Projekten im Stadtgebiet". Einen weiteren Architektur-Wettbewerb peilt er für 2012 an. Gäste sind beim Dialog, der um 18.30 Uhr beginnt, ausdrücklich erwünscht. Damit besser geplant werden kann, möchten sich Interessierte bei Andrea Stahl unter Telefon (040) 428 91-4511 anmelden.