Evangelische Jugend

"Keller" in Neuengamme feiert runden Geburtstag

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Diakon Martin Tonne im heutigen „Keller“: Der gemütliche Raum mit Tresen und Empore für die evangelische Jugend Neuengamme ist in einer ehemaligen Garage des Gemeindehauses untergebracht.

Diakon Martin Tonne im heutigen „Keller“: Der gemütliche Raum mit Tresen und Empore für die evangelische Jugend Neuengamme ist in einer ehemaligen Garage des Gemeindehauses untergebracht.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

150 Gäste werden zur Feier des Jugendraums erwartet. Auch die Jugendarbeit nimmt wieder Fahrt auf. Was in den Ferien geboten wird.

Hamburg. Auf den Tag genau vor 50 Jahren öffneten sich in Neuengamme erstmals die Türen zum Reich der Jugend: Um 18 Uhr wurde damals der legendäre „Keller“ eröffnet. Seitdem wurde in dem Raum der evangelischen Jugend Neuengamme so manche Party gefeiert, Musik gemacht, getanzt oder einfach entspannt Zeit verbracht. „Viele verbinden mit dem Keller ein Gefühl von Heimat“, weiß Diakon Martin Tonne.

Und so haben sich auch zahlreiche Ehemalige verschiedener Generationen angekündigt, um am Freitag gemeinsam den runden Geburtstag des Kellers zu feiern und in Erinnerungen zu schwelgen: „Ich rechne mit bis zu 150 Gästen“, sagt Martin Tonne, der selbst als Zivildienstleistender Anfang der 1990er-Jahre den Keller kennenlernte.

Evangelische Jugend Neuengamme feiert mit vielen Gästen

Da war er allerdings schon längst von seinem ursprünglichen Ort verbannt worden: Die Räume im Keller, die die Jugend Anfang der 1970er-Jahre ausbauen durfte, erfüllten nicht die Brandschutzbestimmungen. Da Notausgänge und ausreichende Belüftung fehlten, wurde der Keller im Juli 1980 auf Anordnung der Innenbehörde geschlossen.

Heute lagern dort diverse Materialien der Gemeinde – und für die Jugend wurde ein neuer „Keller“ gefunden. Denn auch wenn sich der im Erdgeschoss des Gemeindehauses, in einer ehemaligen Garage befindet – der Name blieb.

Der „Keller“ ist als Name geblieben

Wenn es heute heißt: „Wir treffen uns im Keller“, sei nicht nur der gemütliche Raum mit Tresen und Empore gemeint, erklärt Martin Tonne, der seit 2017 als Diakon in der Gemeinde St. Johannis tätig ist. Auch im angrenzenden Wintergarten, im Raum Erich mit Kicker und Billardtisch sowie dem Gruppenraum und Atelier unter dem Dach hat der Nachwuchs der Gemeinde sein Zuhause. „Wer heute die Jugendräume betritt, kann sich die Anfänge schwer vorstellen“, sagt Martin Tonne.

Der Geburtstag des Kellers sei für ihn auch eine Art Wiedererwachen: Denn nachdem viele Angebote in den vergangenen beiden Jahren ruhen mussten oder nur abgespeckt stattfinden konnten, soll die Jugendarbeit nun wieder Fahrt aufnehmen. Der Diakon freut sich, dass es die Jungschar und auch den Bibelkreis ebenso wieder geben kann wie das Ferienprogramm: Das Zeltlager in Groß Wittfeitzen und das Ferienprogramm am Bootshaus sind bereits ausgebucht.

Freizeitangebote wieder möglich

Wenige freie Plätze gibt es noch für die Kanufreizeit, die vom 7. bis 21. Juli nach Südschweden führt. Maximal 22 Personen ab 13 Jahren können dabei sein. Die Teilnahme kostet 420 Euro.

Auch das Historische Spiel wird es wieder geben. Das Ferienprogramm wird seit 1997 angeboten und ist stets ein Höhepunkt in den Sommerferien. Vom 1. bis 5. August, jeweils 10 bis 16 Uhr, reisen an die 30 Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 13 Jahren in die Vergangenheit: In diesem Jahr geht es zurück in das Jahr 1160 und zu Heinrich dem Löwen.

Im Rollenspiel wird mit historischem Handwerk, Kunst, Musik und Essen eine Woche lang Geschichte lebendig gemacht. Die Kinder können in der Rolle von Menschen des Mittelalters den Lauf der Geschichte erleben und gestalten. Es sind noch Plätze frei. Die Teilnahme kostet 60 Euro (inklusive Mittagsmahlzeit). Kontakt: 040/723 25 73.

Ein Irish-Folk-Abend wird für den 27. August geplant. Der Abend mit Live-Musik, der einst auf dem Flur des Gemeindehauses startete, dann immer größer wurde und zuletzt auch als Open Air im Gemeindegarten gefeiert wurde, musste in den vergangenen beiden Jahren wegen der Auflagen ausfallen.

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