Bilanz in Bergedorf

„SiWa“-Helfer retten zwölf Menschen aus Allermöher See

Nach dem tödlichen Unglück im Jahr 2012 beaufsichtigen Rettungsschwimmer erstmals den Allermöher See. Bald fehlen wieder Freiwillige.

Hamburg.  Seitdem der Verein Sicheres Wasser (SiWa) vor neun Wochen seine Wachstation 21 am Allermöher See eröffnet hat, hatten freiwilligen Helfer jede Menge zu tun. An den bisherigen 38 Einsatztagen hatten die Helfer 55 Einsätze, darunter waren 12 Wasserrettungen. Die Rettungsschwimmer holten mehrere Badegäste aus dem Wasser, die beim Schwimmen einen Krampf erlitten hatten. Auch Personen, die sich auf dem Ponton im See verletzt haben, wurden an Land gebracht.

Mehrfach mussten Nichtschwimmer von der Badeinsel im See geholt werden. In einem Fall wurden zwei Kinder von ihren Freunden dorthin gebracht. Obwohl sie nicht schwimmen konnten, versuchten sie, an das Ufer zurückzugelangen und gerieten in Not. Die Helfer brachten sie mit einem Rettungsbrett an Land.

„Erst am Montag kam es zu einem Notfall, während sich die Helfer in einer Übung befanden“, sagt Sprecherin Monika Retzlaff. Ein Jugendlicher war untergegangen. Die Retter brachen die Übung ab und halfen dem Notleidenden. Dieser musste später in ein Krankenhaus gebracht werden.

Ein Mädchen ertrank im Jahr 2012

In 43 weniger gefährlichen Fällen leisteten die Einsatzkräfte Erste Hilfe und versorgten Badegäste bei Sonnenstichen sowie Schnitt- und Brandverletzungen. Besonders gefordert waren die Freiwilligen am vergangenen heißen Wochenende und blieben bis um 20 Uhr im Einsatz, da bei Temperaturen von 39 Grad Luft- und 24 Grad Wassertemperatur Tausende Besucher am Allermöher See waren. Allein an dem Wochenende kam es zu 13 Einsätzen.

Der Verein Sicheres Wasser stellt zwischen dem 1. Juni und dem 31. August an jedem Wochenende und allen Wochentagen in den Sommerferien von 14 bis 19 Uhr eine Badeaufsicht. Er setzt sich für mehr Sicherheit an dem Badesee ein, nachdem es am 28. Mai 2012 zu einem Unglück kam. Bis zu acht Rettungsschwimmer sind an den Einsatztagen am Allermöher See. Insgesamt gehören 30 Aktive zu der Gruppe. Die Führungsdienste arbeiten hauptberuflich als Feuerwehrmänner und Rettungsassistenten in Hamburg und haben zudem eine Ausbildung als Rettungsschwimmer.

Verein SiWa sucht freiwillige Helfer

Die meisten von ihnen sind Schüler aus Bergedorf. „Ich habe sehr viel gelernt und bin gern in der nächsten Saison wieder dabei“, sagt Daryoush Danaii. Der 16-Jährige aus Bergedorf machte in dem Verein eine Ausbildung als Lifeguard. Doch da viele Mitglieder des Teams demnächst eine Lehre oder ein Studium beginnen, ist der Verein auf der Suche nach neuen Freiwilligen. Neue Ausbildungslehrgänge gibt es in diesem Jahr und Anfang 2016. „Wir werden im September in die Bergedorfer Schulen gehen, in Absprache mit den Schulleitern die Arbeit an unserer Wachstation vorstellen und die Jugendlichen für die Badeaufsicht am Allermöher See begeistern“, sagte der Vorsitzende Helge von Appen.

Wer Interesse hat, Rettungsschwimmer zu werden, kann sich bei dem Vereinsvorsitzenden Helge von Appen unter 04155 - 823100 melden.