Bergedorf

Nach tragischem Unfall: Allermöher See bekommt Badeaufsicht

Die Rettungsschwimmer sind in der aktuellen Badesaison an jedem Wochenende am Allermöher See

Die Rettungsschwimmer sind in der aktuellen Badesaison an jedem Wochenende am Allermöher See

Foto: Monika Retzlaff/SiWa

Der Verein Sicheres Wasser bildete 40 Schüler zu Rettungsschwimmern aus. Der nahegelegene Eichbaumsee bleibt auch 2015 gesperrt.

Hamburg. Gute Nachrichten für alle Badegäste am Allermöher See in Bergedorf: Zu Beginn der Freibadsaison stellte der Verein Sicheres Wasser (SiWa) 40 Rettungsschwimmer vor, die seit Sonntag den Baggersee beaufsichtigen. In sieben Staffeln werden die Freiwilligen bis zum Ende der Saison am 31. August jedes Wochenende und in den Sommerferien täglich mit bis zu acht Rettungsschwimmern den See überwachen. Damit bekommt der in Neuallermöhe beliebte Baggersee erstmals eine Badeaufsicht. Vor drei Jahren kam bei einem Badeunfall ein 14-jähriges Mädchen ums Leben, ein weiteres konnte nur knapp gerettet werden. Seitdem forderten Anwohner und Badegäste eine Aufsicht.

Dass der See nun von Rettungsschwimmern kontrolliert wird, ist vor allem der SiWa aus Müssen bei Schwarzenbeck und der Kirchengemeinde Bergedorfer Marschen zu verdanken. „Zusammen haben wir in den umliegenden Schulen nach Schülern gesucht, die zu Rettungsschwimmern ausgebildet werden wollten“, sagt Helge von Appen, Vorsitzender von SiWa. Die rund 40 Jugendlichen paukten drei Monate lang Theorie und übten auf der 25-Meter-Bahn in der Bergedorfer Schwimmhalle Tauchen, Retten und lernten die Gefahren des Allermöher Sees kennen. Denn der hat trotz seiner überschaubaren Größe seine Tücken. „Besonders gefährlich ist der See für Nichtschwimmer, da der Boden drei Meter hinter dem Ufer stark abfällt“, sagt von Appen, „und auch um den Steg herum kann etwas passieren.“

Eichbaumsee auch 2015 gesperrt

Schlechte Neuigkeiten gibt es dafür für den nur wenige Kilometer entfernten Eichbaumsee. Der See zählt wie der Allermöhe See zu einem von 15 Badeseen in Hamburg. Doch Schwimmer sucht man hier schon seit Jahren vergebens. Denn der See ist mit Blaualgen verseucht und von der Umweltbehörde für Badegäste gesperrt. Seit Jahren versuchen die Experten hier, mit unterschiedlichsten Mitteln dem Problem mit Algen Herr zu werden - bisher vergeblich.

Auch während der Badesaison 2015 werden die beiden Badestellen gesperrt sein, so die Umweltbehörde, die für die Gewässer in Hamburg zuständig ist. Laut Behörde gibt es schon jetzt Blaualgen in dem See. In diesem Sommer sollen die Sanierungsmaßnahmen ausgewertet werden. So wurden bereits Tiefenwasserbelüfter installiert und das Ufer mit Röhricht bepflanzt. Auch die Langzeitprognose sieht schlecht aus. Auch für 2016 rechnen die Experten nicht mit damit, dass der See für Schwimmer freigegeben werden kann.