Lohbrügge

Brandanschlag auf Stretchlimos – Ist es ein Serientäter?

Unbekannte haben Feuer gelegt und 15 Autos und Busse zerstört. Polizei und Feuerwehr vermuten Brandstiftung. Polizei sucht Zeugen.

Lohbrügge.  Als die Feuerwehr eintraf, war schon nichts mehr zu retten. Lichterloh brannten in der Nacht zum Donnerstag die „Stretchlimos“ beim Limousinenverleiher „DeineLimo“ in Lohbrügge. Nach zweieinhalb Stunden war das Feuer unter Kontrolle, doch die Fahrzeuge, darunter zwei Busse und sechs Stretchlimousinen, waren komplett ausgebrannt. Das Landeskriminalamt ist eingeschaltet. Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Es sind nicht die ersten Stretchlimousinen, die in der Gegend angesteckt wurden. Ende April hatten bereits zwei solcher Fahrzeuge gebrannt.

Kurz nach 3 Uhr hatte ein Anrufer das Feuer auf dem Gelände der Firma am Rudorffweg gemeldet. Zunächst war von drei brennenden Fahrzeugen die Rede. Als die Einsatzkräfte vorfuhren, hatten die Flammen schon um sich gegriffen. „Es brannten bereits ein Dutzend Fahrzeuge, darunter auch mehrere, die mit Gas betrieben werden“, sagt Werner Nölken, Sprecher der Feuerwehr. „Das war eine kritische Situation für die Feuerwehrleute, es ist aber alles gut gegangen.“

Feuer brannte an zwei Stellen auf dem Gelände

Die Einsatzzentrale erhöhte auf den 2. Alarm, weil die Flammen auf ein Gebäude überzugreifen drohten, und schickte einen weiteren Zug der Berufsfeuerwehr zum Brandort. „Das Ausbreiten konnte verhindert werden“, sagt Nölken. Mit fünf C-Rohren hatten die Feuerwehrleute die Flammen unter Kontrolle bekommen. Insgesamt 40 Mann waren im Einsatz. Bis in den Nachmittag waren Feuerwehrleute noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, weil in den Wracks immer wieder Flammen aufloderten.

Noch am Vormittag rückten Brandermittler des Landeskriminalamts auf dem mittlerweile als Tatort beschlagnahmten und abgesperrten Brandort an. Bis in den Nachmittag sicherten die Experten Spuren. Sie waren schon vor dem Eintreffen davon ausgegangen, dass die Fahrzeuge vorsätzlich in Brand gesetzt wurden. Denn gleich an zwei Stellen hatte es gebrannt.

War es ein „Limousinen-Hasser“?

Jetzt wird versucht, die genauen Brandausbruchsstellen zu finden. Dazu soll ermittelt werden, wie die Fahrzeuge in Brand gesteckt wurden. Außerdem prüfen die Ermittler, ob es einen Zusammenhang mit einem Feuer Ende April in Nettelnburg gibt. Damals hatten zwei Stretchlimousinen in dem angrenzenden Stadtteil gebrannt. Auch in dem Fall geht man von Brandstiftung aus. Ein Täter wurde bislang nicht ermittelt. „Durch die räumliche Nähe der Brandorte und den Umstand, dass es sich auch damals um Fahrzeuge der gleichen Art handelt, liegt es natürlich auf der Hand, dass man einen Zusammenhang prüft“, sagt ein Beamter. Es könnte ein „Limousinen-Hasser“ sein, der ganz gezielt diese Fahrzeuge ansteckt, die gern für besondere Anlässe wie Hochzeiten, Junggesellenabschiede, Jubiläen, aber auch für Stadtrundfahrten oder nur so zum Spaß gebucht werden.

Das Geschäft lief offenbar gut. Auf der Homepage wirbt die Firma damit, Norddeutschlands größter Limousinenservice zu sein. Vor knapp sieben Jahren hatte das Unternehmen mit einer Stretchlimousine angefangen. Bis letzte Nacht gab es eine ganze Flotte. Darunter waren auch zwei lange Versionen des schon legendären Hummer, zivile Edel-Ableger des Standardgeländewagens der US-Armee, die man nur durch Eigenimport bekommt. Auch zwei amerikanische Schulbusse, von denen einer bis zu 24 Fahrgäste mitnehmen konnte, sind ausgebrannt. In den Fahrzeugen waren sogar silberne Stangen angebracht, die nicht nur zum Festhalten geeignet waren – sondern auch für Tanzdarbietungen. Für 120 bis 370 Euro pro Stunde waren die Fahrzeuge inklusive Chauffeur zu mieten.

Polizei hofft auf Hinweise durch Zeugen

Wie es jetzt mit dem Unternehmen weitergeht, war zunächst nicht zu erfahren. Die Inhaberin war sichtlich geschockt am Brandort gewesen. Eine Stellungnahme wollte sie erst einmal nicht abgeben. Mitarbeiter, die ebenfalls zum Brandort kamen, wollten sich auch nicht äußern. Unklar ist die Höhe des Schadens. Laut Polizei wurden mindestens 15 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt. Auch das Rolltor einer angrenzenden Garage wurde durch Hitze in Mitleidenschaft gezogen.

Das Landeskriminalamt rechnet erst in den kommenden Tagen mit genaueren Erkenntnissen. Neben der Auswertung von Spuren stehen noch Vernehmungen an. Außerdem sucht die Polizei Zeugen, die in der Nacht gegen 3 Uhr am Rudorffweg, der Verbindungsstraße zwischen Reinbeker Redder und Löhbrügger Landstraße, verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Sie möchten sich unter der Telefonnummer 4286-567 89 beim Landeskriminalamt melden.