Vier- und Marschlande

Schnelles Internet im Landgebiet - immer noch ein Problem

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Ob Tablet oder Smartphone – oft geht nichts: Helene Mews (48) und ihre Kinder Victoria (11) und Oliver (9) ärgern sich über schlechten Internetempfang am Allermöher Deich, wo die Familie wohnt.

Ob Tablet oder Smartphone – oft geht nichts: Helene Mews (48) und ihre Kinder Victoria (11) und Oliver (9) ärgern sich über schlechten Internetempfang am Allermöher Deich, wo die Familie wohnt.

Foto: Thomas Heyen

Das Bezirksamt sagt Hilfe zu. Noch immer gibt es etwa 750 Haushalte, die an kein schnelles Breitbandnetz angeschlossen werden.

Hamburg. Bis zu diesem Frühsommer sollten hamburgweit rund 10.000 schlecht oder unversorgte Haushalte und Unternehmen mit schnellem Internet versorgt werden – davon etwa 2000 in den Vier- und Marschlanden. Doch bis Ende April war noch keine einzige Adressen im Landgebiet angeschlossen, musste Verwaltungsdezernent Ulf von Krenski am Dienstag im Regionalausschuss mitteilen. Dort vertrat er den kurzfristig verhinderten Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, den die Politik zur Unterstützung angefordert hatte.

Schließlich gärt das Thema schon seit etwa 15 Jahren – und noch immer ist keine Lösung in Sicht. „Dabei ist es nun zu Zeiten von Homeoffice und Homeschooling noch viel wichtiger“, betont Jörg Froh (CDU), der sich seit Jahren für das Landgebiet einsetzt.

Schnelles Internet bleibt im Landgebiet immer noch ein Wunschdenken

Dabei hatte schon 2015 der damalige Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) im Bürgerschaftswahlkampf auf die Frage einer Bürgerin von „ganz konkreten“ Plänen gesprochen: „Ich habe immer gesagt, für die Vier- und Marschlande, dafür brauche ich Geld, damit ich die besser erschließen kann. Und ich habe es hingekriegt“, so Scholz damals.

Erste Adressen in Altengamme seien nun Ende Mai angeschlossen worden, als nächstes sollen weitere in Neuengamme und Ochsenwerder folgen, erläuterte von Krenski. Aber selbst wenn alle geförderten Adressen nach monatelanger Verzögerung tatsächlich angeschlossen sind, bleiben noch weiße Flecken: Insgesamt 750 Adressen im Landgebiet seien betroffen, die auch nach dem laufenden Förderverfahren noch immer nicht an ein schnelles Breitbandnetz angeschlossen werden, so von Krenski.

„Selbst das letzte Gebirgstal in Lappland ist besser erschlossen als manche Ecke Hamburgs“, ist er sich der „extrem unbefriedigenden“ Situation bewusst und sagte Unterstützung zu: „Die Vier- und Marschlande liegen mir am Herzen. Ich versuche mich einzubringen und Kontakte zu nutzen, wo ich kann“, sagte von Krenski, der in drei Wochen die kommissarische Leitung des Bezirksamtes von dem ausscheidenden Dornquast übernehmen wird.

( ld )

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