Corona-Krise

Schützenfeste-Absage: Majestäten vor XXL-Regentschaft

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Die Majestäten des SC Wraust nach ihrer Proklamation im August 2019: Jürgen Lüneburg (Stammschützenkönig) und Silke Werner (Schützenkönigin).

Die Majestäten des SC Wraust nach ihrer Proklamation im August 2019: Jürgen Lüneburg (Stammschützenkönig) und Silke Werner (Schützenkönigin).

Foto: Kevin Lindner / Lindner

Novum in 62 Jahren im Schießclub Wraust aus Kirchwerder: Königin und König gehen in dritte Amtszeit. Die Geselligkeit fehlt ihnen.

Hamburg. Die Pandemie legt das Vereinsleben lahm – und beschert den Schützenvereinen und Schießclubs einen ungewöhnlichen Nebeneffekt: Ihre Majestäten brechen alle Rekorde. Denn die Schützenkönige und -königinnen wurden bereits im Sommer 2019 proklamiert. Im Sommer 2020 sollte ihre Regentschaft enden, eigentlich, doch in der Corona-Krise fielen die Schießwettbewerbe und Schützenfeste aus. Nun rechnen die Majes­täten mit einer dritten Amtszeit, da auch in diesem Sommer keine ­Besserung der Infektionslage in Sicht ist.

Einmalig in 62 Jahren: Schützenkönigin vor dritter Amtszeit

„Seit 62 Jahren gibt es unseren Schießclub Wraust, doch so eine Situation, dass eine Königin samt Gefolge drei Jahre an der Spitze steht, hat es zuvor nie gegeben“, sagt Hilke Putfarken, eine der drei Leiterinnen der 35 aktive Frauen starken Damenriege des Clubs.

Königin Silke Werner („Die Fürsorgliche“) und vor allem auch Stammschützenkönig Jürgen Lüneburg brauchen allerdings keine großen Ausgabensteigerungen fürchten, da Treffen, Feiern und Feste, bei denen sie Geld loswerden könnten, untersagt sind. „Die Majestäten haben ja – anders als vor Corona – während der Pandemie auch keine repräsentativen Verpflichtungen, denen sie nachkommen müssten“, sagt Hilke Putfarken. Sonst hätte so mancher König aufgrund seiner XXL-Regentschaft möglicherweise abgedankt.

Nur ein kleiner Klönschnack im September 2020 war möglich

Hilke Putfarken und ihre Schützenschwestern vermissen, wie die anderen Schützen auch, die Geselligkeit: „Das Vereinsleben ist ja komplett lahmgelegt“, sagt die 62-Jährige. „Es gibt keine Übungsabende, keine Wettbewerbe, keine Versammlungen und keine Feste.“

Das letzte reguläre Treffen der Damenriege im Schießstand des SC Wraust hinter dem Restaurant Achilleon II am Kirchwerder Elbdeich 116 habe es im März 2020 gegeben. „Im September hatten wir uns dann noch einmal draußen im Garten zum Klönschnack mit Abstand getroffen, als dies noch für Gruppen erlaubt war.“

Auslandsausflug nach Leeuwarden für diesen September geplant

Die Schützinnen, die für ihren Zusammenhalt, ihre tolle Gemeinschaft und Geselligkeit bekannt seien, hoffen nun, das sie bald wieder an alte Zeiten anknüpfen können, berichtet Hilke Putfarken. Für September sei eine Wochenendfahrt ins holländische Leeuwarden geplant. „Wäre das schön, wenn das klappen könnte“, sagt Hilke Putfarken und spricht damit ihren Kameradinnen aus der Seele.

( hy )

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