Deutliche FDP-Kritik

Nach Senatsentscheid: „Katastrophe für den Gartenbau“

In den Vier- und Marschlanden bleiben die Gartencenter geschlossen.

In den Vier- und Marschlanden bleiben die Gartencenter geschlossen.

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Blumengeschäfte und Gartencenter bleiben in Hamburg geschlossen. In den Nachbarländer aber wird verkauft. Online-Diskussion zur Krise.

Hamburg. Die Bergedorfer und auch die Hamburger FDP kritisieren die Entscheidung des Senats, dass Blumengeschäfte und Gartencenter während des Lockdowns nicht geöffnet werden – im Gegensatz zu den Friseurgeschäften, die vom 1. März an wieder Termine wahrnehmen dürfen.

Stattdessen werden Pflanzen im Lebensmitteleinzelhandel oder im benachbarten Schleswig-Holstein und Niedersachsen gekauft – paradoxerweise auch Blumen, die von Vier- und Marschländer Gärtnern an Händler in den Nachbarländern geliefert werden.

Geschlossene Geschäfte „eine Katastrophe für den Gartenbau“

Die Freien Demokraten können dies „gerade vor dem Hintergrund der guten und ausgereiften Hygienekonzepte“ nicht nachvollziehen, heißt es aus der Geschäftsstelle der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Bergedorf.

„Mir ist unverständlich, dass der Hamburger Senat anders als andere Landesregierungen die Öffnung von Blumenläden und Gartencentern abgelehnt hat. Bei ausreichenden Hygienekonzepten stellen diese keine Gefahr dar. Bürgermeister Tschentscher sollte nicht die Rolle des Oberbedenkenbewahrers annehmen“, sagt der Hamburger FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Wieland Schinnenburg.

Viele Existenzen seien bedroht, Pflanzen landen auf Kompost

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stephan Meyns spricht von einer „Katastrophe für den Gartenbau“. Viele Existenzen seien bedroht, wenn ganze Kulturen zwangsläufig auf dem Kompost enden, betont Meyns. „Hier müssen wir schnell Lösungen finden, gemeinsam mit den Verbänden und Betrieben.“

Am Sonnabend, 27. Februar, 10 Uhr, gibt es eine Online-Diskussion mit Meyns zum Thema „Landwirtschaft und Gartenbau in den Vier- und Marschlanden – Wege durch die Corona-Pandemie“.

Wer mitdiskutieren möchte, wählt sich hier ein – oder scannt den QR-Code auf einem der Plakate, die derzeit in Bergedorf über die Diskussion informieren.

( hy )

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