Bezirksversammlung

Politischer Streit um Bergedorfs Spielplätze entbrannt

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Piratenspielplatz in Bergedorf-Süd.

Piratenspielplatz in Bergedorf-Süd.

Foto: Thomas Voigt

CDU-Antrag fordert Prioritätenliste und mehr Mitspracherecht bei Neubauten und Sanierungen. Disput wird auch via Facebook ausgetragen.

Bergedorf. Dafür genießt das Grünamt im Rathaus eigentlich allergrößte Reputation: Die Spielplätze im Bezirk Bergedorf sind in Schuss. Grünchef Wolfgang Charles überrascht immer wieder mit Ideenvielfalt und scheut auch keine Kosten.

Seit dem Jahr 2016 wurden in Bergedorf rund 2,5 Millionen Euro in den Bau von Spielplätzen investiert, hinzu kommt ein weiterer Millionenbetrag aus den Unterhaltungsmitteln für Grünanlagen, Spielplätzen und Kleingartenanlagen. Bergedorfs CDU indes genügt das nicht. Sie plädiert für eine öffentliche Prioritätenliste für Neugestaltung, Aufwertung und Sanierung. Die Union will zudem bei den Planungen involviert sein.

CDU fordert mehr Mitspracherecht bei Ausgaben für Bergedorfs Spielplätzen

Gemeinhin entscheidet das Bezirksamt, so ist aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU zu entnehmen, nach Zustand und Alter der Spielplätze sowie vorhandenen finanziellen Mitteln, wo denn nachgebessert werden muss. Manchmal gebe es auch kurzfristige Änderungen, etwa wenn Spielgeräte nicht mehr verkehrssicher seien.

Doch der CDU fehlt es an Transparenz – weshalb eine Prioritätenliste ratsam sei, so André Wegner (CDU), der einen Antrag für die ­Bezirksversammlung formulierte. Häufig werde er von Eltern angesprochen, „wann denn ihr Spielplatz an der Reihe“ sei. Keine Antwort geben zu können, sei dann schwer vermittelbar. Gezielt im Fokus der Nachfragen der Eltern stünden dabei die Spielanlage an der Boldtstraße und der geplante Kunstrasen auf dem Rathausspielplatz an der August-Bebel-Straße.

Emrich gegen Jacobsen: CDU und FDP tragen Disput via Facebook aus

Doch die Bergedorfer Koalition aus SPD, Grünen und FDP lehnte eine Prioritätenliste Spielplätze vehement ab. Sonja Jacobsen, Fraktionschefin der Bergedorfer Liberalen, meint dazu, dass eine derartige Liste nur „unnötig Ressourcen und Zeit bindet, die wir besser verwenden wollen“. Jacobsen glaubt nicht, dass das Führen von Listen Kinder glücklicher macht. Der Streit um polierte Rutschen, intakte Klettergerüste und saubere Sandkästen wird indes fortgesetzt – als Dauerdisput im Facebook-Auftritt der CDU beziehungsweise dem persönlichen Kanal von Julian Emrich.

Dort postete der CDU-Mann die seiner meiner Meinung nach von der FDP vertretene Kernbotschaft: „Bessere Spielplätze machen keine glücklicheren Kinder.“ Das lockte Sonja Jacobsen aus der Reserve, die sich verbat, so etwas wörtlich von sich gegeben zu haben. Emrich entfernte die Anführungszeichen, bleibt aber bei seiner Einstellung: „Wir wollen wissen, was der Bezirk plant und mitbestimmen.“

( jhs )