Fernwärme

2000 Euro Nachzahlung: E.on schickt Vertreter nach Lohbrügge

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Sie haben die Diskussion mit E.on-Abgesandten im „Le Parés“ fest im Blick: Ingo Werth (v.l.), Ali Simsek (SPD Bürgerschaft), Sezer Atilanok (Le Parés), Stephan Pütz, Manuel Mrochem und Christian Brannath (alle IG Wir) wollen den Gästen einheizen.  

Sie haben die Diskussion mit E.on-Abgesandten im „Le Parés“ fest im Blick: Ingo Werth (v.l.), Ali Simsek (SPD Bürgerschaft), Sezer Atilanok (Le Parés), Stephan Pütz, Manuel Mrochem und Christian Brannath (alle IG Wir) wollen den Gästen einheizen.  

Foto: Luis Bolte / BGDZ

Seit Monaten protestieren Kunden gegen horrende Forderungen. Energiekonzern will sich nun den Fragen der Bürger stellen.

Lohbrügge.  Der Ort fungiert normalerweise als geräumiger Partysaal für frisch vermählte Paare. Doch Stephan Pütz rechnet nicht damit, dass am Donnerstag, 26. Januar, um 18 Uhr alles im „Le Parés“ in Lohbrügge sonderlich harmonisch ablaufen wird: „Heiraten wollen wir die Vertreter von E.on bestimmt nicht“, meint das Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Wir (IG Wir). „Die werden bei dieser Podiumsdiskussion schon in die Mangel genommen.“

Die IG Wir streitet mit Unterstützung der Bergedorfer Bürgerschaftsabgeordneten Ali Simsek und Alexander Mohrenberg (beide SPD) seit Längerem für gerechtete und niedrigere Energierechnungen und legt sich mit dem Großkonzern E.on an. Dieser hatte vor einem Vierteljahr extrem gestiegene Monats- und Nachzahlungen von Kunden aus dem Lohbrügger Norden gefordert. Anwohner der Straßen Binnenfeldredder, Korachstraße, Schärstraße, Röpraredder und weiteren Straßen im Norden Lohbrügges wurden aufgefordert, Beträge zwischen 800 bis 2000 Euro an Nachzahlungen zu leisten, zugleich wurden die monatlichen Abschläge massiv erhöht. Und das von Menschen, die sich als Fernwärmekunden des Holzheizkraftwerks am Havighorster Weg mit nur geringem Gasanteil an der gelieferten Wärme bis vor Kurzem auf der sicheren Seite fühlten.

Lohbrügger fordern weiterhin: E.on soll die Rechnungen zurücknehmen

Nun kommt es zum ersten Mal im „Le Parés“ an der Osterrade 20 zum direkten Aufeinandertreffen. Dabei müssen sich Michael C. Behrends (Referent) und Tobias Muermann (Pressesprecher) damit abfinden, dass die 600 erwarteten Gäste ihnen keinen warmen Empfang bereiten werden. Das E.on-Duo soll möglichst alle Fragen aus dem vorab zugeschickten Fragenkatalog beantworten, insbesondere zur nicht näher kommunizierten Änderung der Preisgleitklausel, zudem die Höhe der Netzverluste des Holzheizkraftwerks nachweisen oder die verspätete Rechnungsstellung erklären.

Am wichtigsten bleibt laut Stephan Pütz aber dies: „Es fehlt immer noch die Erklärung, wie sich der Rechnungspreis zusammensetzt.“ Der Mann bleibt im Namen der Lohbrügger Bürger knallhart beim eigentlichen Ziel: „Wir fordern weiterhin, dass die Rechnungen zurückgenommen werden.“ Wenn E.on dies am Donnerstag nicht einräume, werde eben weiter gestritten.

Moderiert wird die Diskussion von Manuel Mrochem, ebenfalls aus der IG-Wir-Führungsriege. „Wir wollen dieses Mal das Publikum noch mehr einbinden“, kündigt Stephan Pütz an, der mit einer „hitzigen Diskussion“, aber keinerlei Tumulten im Hochzeitssaal rechnet. Eine kleine Geste gibt es schon vorab: E.on bezahlt die Saalmiete für den Diskussionsabend.

( jhs )

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