Nahverkehr

Bergedorfer Schüler geben dem HVV Instagram-Tipps

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Alexandra Schrader
Ein Teil der Gruppe bei der Auszeichnung (v. l.): Lehrer Björn Friedsch, Thomas Hörer (24), Rosa Becker (21) und Vivien Aders (20). Die gesamte Gruppe bekommen einen Einblick hinter die Kulissen der „Tagesschau“. „Das passt zu unserem Medienthema und ist ein Ort, an den man sonst nicht so leicht kommt. Wir freuen uns riesig“, sagt Vivian Aders.

Ein Teil der Gruppe bei der Auszeichnung (v. l.): Lehrer Björn Friedsch, Thomas Hörer (24), Rosa Becker (21) und Vivien Aders (20). Die gesamte Gruppe bekommen einen Einblick hinter die Kulissen der „Tagesschau“. „Das passt zu unserem Medienthema und ist ein Ort, an den man sonst nicht so leicht kommt. Wir freuen uns riesig“, sagt Vivian Aders.

Foto: Alexandra Schrader

Gruppe aus Schülern der Bergedorfer Berufsschule sind für ihr Social-Media-Projekt beim ITS-Kongress in Hamburg ausgezeichnet.

Hamburg. Mal 20 Minuten auf die nächste Bahn warten müssen, keine schnelle Verbindung finden oder jeden Tag ein teures Ticket kaufen – viele Hamburger kennen das nur zu gut. Doch wo genau gibt es Verbesserungsbedarf? An welchen Stellen fehlen Bushaltestellen oder S-Bahn-Stationen? Reicht das Ticketangebot aus?

Mit diesen und weiteren Fragen haben sich fünf Biologisch-technische Assistenten der Bergedorfer Berufsschule für Chemie, Biologie, Pharmazie, Agrarwirtschaft (BS06) auf einem Instagram-Account befasst – und sie den Abonnenten des Kanals gestellt. Das Projekt war ein großer Erfolg: Als eine von fünf Hamburger Gruppen wurden die Auszubildenden nun beim ITS-Verkehrskongress in den Hamburger Messehallen ausgezeichnet.

Nahverkehr: Schüler kümmern sich um Intagram Account des HVV

Die Berufsschülerinnen und -schüler im Alter zwischen 20 und 24 haben am Projekt „#itsyoungmobility“ von der ITS Hamburg und den Schulprojekten des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) teilgenommen. Bereits im Februar 2021 hatten sie im Politikunterricht mit Lehrer Björn Friedsch das Projekt gestartet mit dem Ziel, eigene Lösungen für einen sichereren und vor allem effizienteren Verkehr in Hamburg zu entwickeln. Was für ein Projekt sie dafür wählten, war den Gruppen selbst überlassen. Insgesamt haben neben den fünf Auszubildenden rund 320 weitere Schüler von 19 Hamburger Schulen teilgenommen.

Die Bergedorfer Gruppe entschied sich dazu, einen Instagram-Account anzulegen, um zu erfahren, ob junge Menschen sich auf diesem Kanal mehr für Themen des HVV interessieren würden. „Wir waren uns sicher, dass wir mit einem Instagram-Account viele junge Menschen erreichen können“, so Gruppenmitglied Rose Becker (21). Der Account habe so wirken sollen wie vom HVV selbst, um zu testen, ob er ein gutes Konzept sein könnte. Dass das Projekt nun im Bereich „Medien“ des „#itsyoungmobility“-Konzepts ausgezeichnet wurde, sei „eine große Ehre“.

Bei der Gestaltung des Social-Media-Kanals „hamburghvv_2021“ wurde das Team kreativ: Neben Umfragen zu verschiedenen Themen am „Meinungsmittwoch“ gab es den „Fragen-Freitag“, an dem die Abonnenten Fragen zum Thema Mobilität beantworten konnten. So zum Beispiel: „Wie stellt ihr euch die Mobilität der Zukunft vor?“ Antworten waren unter anderem: Vielleicht könne es eines Tages fliegende Autos oder Teleportation geben. Oder auch „Welche Inhalte würdet ihr euch auf einem Instagram-Account des HVV wünschen?“ Da hieß es: kurze, knappe Infos zum Bus- und Bahnverkehr.

Und nicht nur interaktive Beiträge, sondern auch jede Menge Input lieferte das Team – und stellte jeden Donnerstag historische Fakten zu verschiedenen ÖPNV-Haltestellen vor. Wussten Sie zum Beispiel, dass Kaiser Wilhelm II. 1903 bei der Eröffnung des Dammtor-Bahnhofs dabei war? Oder dass die älteste Hamburger U-Bahnstrecke mehr als 100 Jahre alt ist?

Ebenso wenig fehlen durfte bei dem Schulprojekt der „Schmunzel-Faktor“: Immer montags gab es ein selbst erstelltes „Meme“, also ein Bild, das mit einigen Sätzen eine lustige Alltagssituation darstellt, die jeder kennt. Zum Beispiel die Freude über ein paar vergessene Münzen im Fahrkartenautomat oder eine unvorhersehbare Begegnung, auf die man gerade gar keine Lust hat.

Für den ITS-Kongress musste dann noch ein Endergebnis her: Neben dem bereits produzierten Instagram-Inhalt stellte das Team am Ende des Projekts Anfang Juni noch ein Video zusammen. Die Fragestellung: „Würde es sich für den HVV lohnen, selbst einen Instagram-Account zu erstellen?“ Ihr Fazit ist ein klares Ja. Denn gerade jüngere Menschen würden so mit Sicherheit häufiger ihre Meinung zum Thema Mobilität in Hamburg abgeben – und könnten dann auch mehr mitgestalten. In den vier Monaten Projektzeit hatte der Account 140 Abonnenten gewonnen, von denen zwei Drittel im Alter von 18 bis 34 Jahren waren.

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