Lohbrügger Markt

Straßensperrungen in Bergedorf: VHH beklagt Verspätungen

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Jan Schubert
Es geht für Motorisierte einfach nicht mehr weiter: Nur Radfahrer können von der Lohbrügger Landstraße noch auf den Sander Damm fahren.

Es geht für Motorisierte einfach nicht mehr weiter: Nur Radfahrer können von der Lohbrügger Landstraße noch auf den Sander Damm fahren.

Foto: Jan Schubert

Die Zuverlässigkeit des Busverkehrs leidet stark unter den Straßensperrungen rund um den Lohbrügger Markt. Ist ein Ende in Sicht?

Hamburg. Halbzeit bei den am meisten diskutierten Straßensperrungen im Bezirk: Seit dem 26. Juni können Autofahrer und Busse weder von der Lohbrügger Landstraße noch von der Leuschnerstraße auf den Sander Damm fahren. Und auch auf der Lohbrügger Hauptverkehrsader fließt es seit Jahresbeginn in Richtung Bergedorf nicht gut, denn die Straße wird vom Marktplatz bis hinunter zur B5-Kreuzung noch bis Jahresende fahrradfreundlicher gestaltet.

Doch die Sperrungen rund um den Lohbrügger Markt verschärfen das verkehrliche Chaos. Bis zum 30. Juli sollen die Kreuzungen hier nun vollständig umgestaltet sein, verspricht der für die Großbaustelle verantwortliche Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG).

Lohbrügger Markt: Brandbrief der VHH an die Bergedorfer Politiker

„Unser Ziel ist es, die nächste Verkehrsumstellung bis zum Ende der Hamburger Schulferien durchzuführen. Im Zuge dieser Umstellung werden auch die Sperrungen der Lohbrügger Landstraße und der Leuschnerstraße aufgehoben“,, so ein LSBG-Sprecher. Doch offenbar sind besagte „Verkehrsumstellungen“ nicht unproblematisch.

So etwa für die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), die sich in einer öffentlichen Mitteilung an die Bergedorfer Politik wandten: So hätte es bei dem aus Norden und Westen kommenden Busverkehr in Richtung Bahnhof Bergedorf in den vergangenen Monaten „massive und unkalkulierbare Verspätungslagen“ gegeben, Änderungen im Bauablauf oder bei den Umleitungen hätten keinen Effekt erzielt.

Neues Chaos in der nächsten Bauphase ab 9. August?

In der Mitteilung heißt es: „Derzeit ist durch eine andere Bauphase eine vorübergehende Entspannung eingetreten (Sperrung der Lohbrügger Landstraße).“ Jedoch könne das Unkalkulierbare ab 9. August zurückkehren, wenn in der nächsten Bauphase auf dem Sander Damm die Fahrbahnseite in Richtung Norden umgestaltet wird. Die Einbahnstraßenregelung von Norden nach Süden bleibt bestehen.

Deshalb überdenken die VHH ihr Umleitungsprofil, wollen den Lohbrügger Markt westlich umfahren, damit Fahrgäste in Richtung Bahnhof zuverlässig bedient werden können. Das betrifft die Linien 12, 234, 136 und 137, die den Bahnhof über Binnenfeldredder, Leuschnerstraße, Lohbrügger Weg, Lohbrügger Kirchstraße und Bergedorfer Straße erreichen. Ebenfalls weiträumig ausweichen müssen die Linien 29 und 332 sowie 31 und X32.

CDU wollte über mögliche Probleme reden und scheiterte an der Koalition

Es sei zweifelsfrei, „dass diese vorgeschlagene Umleitung im Bereich Lohbrügger Markt/Am Beckerkamp/Habermannstraße eingeschränkten Busverkehr“ bedeute. Nur so seien die Auswirkungen der Großbaustelle „auf einen definierten Raum“ begrenzt, so die VHH.

Bei der CDU wird nur mit dem Kopf geschüttelt. Verkehrsexperte Jörg Froh im im Hauptausschuss: „Das Desaster wäre nie passiert, wenn jemand von den VHH vorher bei uns im Fachausschuss über Umleitungspläne gesprochen und wir darüber beraten hätten.“ Die CDU hatte dies beantragt, die Bergedorfer Koalition den Vorschlag aber abgelehnt.

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