Verkehrsausschuss

Radschnellweg Hamburg-Geesthacht: Das ist der bisherige Plan

Heute sind Radfahrer in der Bahnunterführung des Oberen Landwegs praktisch nicht vorgesehen: Sie teilen sich mit den Fußgängern beiderseits jeweils kaum eine Meter schmale Passagen – und müssen eigentlich absteigen. Die Autos beanspruchen dagegen vier Spuren.

Heute sind Radfahrer in der Bahnunterführung des Oberen Landwegs praktisch nicht vorgesehen: Sie teilen sich mit den Fußgängern beiderseits jeweils kaum eine Meter schmale Passagen – und müssen eigentlich absteigen. Die Autos beanspruchen dagegen vier Spuren.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Radfahrer brauchen Platz in der Bahnunterführung des Oberen Landwegs. Das hat Konsequenzen für die Autofahrer.

Hamburg.  Noch steckt der geplante Radschnellweg Hamburg - Geesthacht zwar im Stadium der Machbarkeitsstudie, doch ein Kernstück seiner Trasse quer durch Bergedorf ist schon gesetzt: Die Autofahrer müssen zwei ihrer vier Spuren des Oberen Landwegs unter der Eisenbahnbrücke abgeben, wie von Radfahrern schon lang gefordert.

Hier wird der parallel zum Bahndamm verlaufende Radschnellweg die Seiten wechseln: Er kommt mit der Veloroute 9 nördlich der Schienen aus Hamburg und setzt sich anschließend südlich über den Wehrdeich durch Nettelnburg Richtung Geesthacht fort. So erklärte es Philip Engler vom Planungsbüro Argus im jüngsten Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung zusammen mit Felix Blaß und Matthias Franz von der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende.

Nur auf dem Oberen Landweg sei die für einen Schnellweg erforderliche Breite von mindestens drei Metern je Richtungsfahrbahn parallel zur Straße zu schaffen. Und schließlich müsse östlich von Bergedorf der Bahnschiene nach Geesthacht gefolgt werden, sei die Querung also unverzichtbar.

Machbarkeitsstudie zum geplanten Radschnellweg Hamburg – Geesthacht

Während die Veloroute 9 über den Oberem Landweg nach Norden zur gerade umgebauten Kurt-A.-Körber-Chaussee und mit ihr zum Bahnhof Bergedorf geführt wird, bekommt der Schnellweg eine eigene Trasse: Vom Wehrdeich sollen die Radler mittels direkter Verbindung zum Nordrand des Neubaugebiets Am Güterbahnhof gelangen und dort direkt neben der Geesthachter Bahnlinie zur Kreuzung Weidenbaumsweg/Sander Damm radeln.

Wie dieser Knoten ohne lange Wartezeiten überquert wird, ist derzeit noch offen. Ebenso der genaue Verlauf der Querung des Frascatiplatzes, den die Nutzer des Schnellwegs auf einer geräumigen, mindestens vier Meter breiten, für beide Richtungen freigegebenen Radstraße parallel zum Sander Damm erreichen.

Drei weitere alternative Trassen wurden bereits verworfen

Östlich vom Fras favorisieren die Planer eine Trasse, die sich zunächst ab Bahnhof Bergedorf-Süd eng an die Eisenbahn anschmiegt und später auf dem heute teils schon als Fahrradstraße mit Anliegerverkehr ausgewiesenen Brookdeich verläuft. Weiter geht es über umzubauende Feldwege und kleine Straßen gleich neben dem Bahndamm durch Börnsen und Escheburg, bis schließlich Geesthacht erreicht ist. Dort endet der Radschnellweg schließlich am ZOB.

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Alternative Trassen zwischen Bergedorf und Geesthacht, etwa südlich der A 25, entlang der B 5 oder sogar oberhalb des Elbhangs wurden verworfen: Sie gelten als zu lang oder zu beschwerlich. Parallel zur Bahn wird der Radschnellweg eine Länge von exakt 24,3 Kilometern bis zu seinem Endpunkt in Rothenburgsort haben. Dorthin radeln die Nutzer nach der Bahn-Unterführung Oberer Landweg zunächst nördlich, ab Unterer Landweg wieder südlich der Eisenbahntrasse Hamburg-Berlin.

Im Frühjahr werden detaillierte Umsetzungskonzepte präsentiert

Insgesamt laufen derzeit Machbarkeitsstudien für sieben Radschnellwege , die Hamburgs Zentrum mit den Bezirken und der Metropolregion verbinden sollen. Im Frühjahr 2021 werden die detaillierten Umsetzungskonzepte erstellt – und der Senat fällt die Entscheidung, welche Trassen zuerst realisiert werden.

„Der Schnellweg Geesthacht-Hamburg hat sehr gute Chancen, gleich bei den ersten dabei zu sein“, sagte Felix Blaß von der Verkehrsbehörde im Ausschuss. Der Etat des Bezirks werde dabei nicht belastet, ergänzte sein Kollege Matthias Franz: „Es wird eine Co-Finanzierung aus Mitteln des Bundes und – für den Hamburger Teil – von unserer Behörde geben.“