Straßenverkehr

Bergedorf: Zweites Fahrradgeländer nach Kopenhagener Vorbild

So geht es richtig: Bezirksamtschef Arne Dornquast (von rechts), sein Pressesprecher Sebastian Kloth und Helmuth Sturmhoebel von den Linken nutzen das Radgeländer an der Vierlandenstraße.

So geht es richtig: Bezirksamtschef Arne Dornquast (von rechts), sein Pressesprecher Sebastian Kloth und Helmuth Sturmhoebel von den Linken nutzen das Radgeländer an der Vierlandenstraße.

Foto: BGZ

Mehr als 60 Prozent der Radler nutzen das Fahrradgeländer an der Vierlandenstraße. Ein zweites soll installiert werden.

Bergedorf.  Bei Rot an der Ampel von der Vierlandenstraße zur Bergedorfer Straße (B 5) in Bergedorf warten, den Fuß bequem auf das geriffelte Blech stellen, sich mit einer Hand an der Querstange festhalten – und bei Grün mit Schwung über die Kreuzung starten: Immer mehr Radfahrer nutzen das hamburgweit einzige Fahrradgeländer nach Kopenhagener Vorbild. Das Bezirksamt plant nun die Installation eines zweiten Geländers im Bezirk.

Grundlage dieser Planung ist nach Auskunft von Tiefbauchef Lars Rosinski eine zweite Auswertung des im April 2018 aufgestellten Geländers an einer der belebtesten Kreuzungen Bergedorfs. Sie wurde am 19. August dieses Jahres vorgenommen: Dabei wurde erneut eine Kamera hinter dem Geländer in direkter Verlängerung des Stahlkonstrukts positioniert. Sie filmte in der Zeit von 6 bis 20 Uhr alle Radfahrer, die in Richtung Bergedorfer Innenstadt oder Wentorf radelten. Das Ganze geschah nach Angabe des Bezirksamts aus Datenschutzgründen so, dass die Gesichter nicht zu erkennen waren.

Demnach waren im Untersuchungszeitraum 228 Radfahrer unterwegs, wovon 151 aufgrund der Ampel an der Kreuzung wartepflichtig waren. Der entscheidende Wert: 94 wartepflichtige Radler, also 62,25 Prozent, nutzten den Haltebügel in der Rotphase und stießen sich bei Grün ab. Dabei gab es laut Rosinski „keinen Unterschied hinsichtlich der Nutzung zwischen der Rushhour und dem Rest des Tages“.

Weiteres Geländer für Radfahrer in Bergedorf

Schon die erste Auswertung am 18. September 2018 bestätigte das Bezirksamt in der 2500 Euro teuren Anschaffung. Damals nutzten innerhalb des 14-stündigen Zeitkorridors 77 von 115 wartepflichtigen Radlern das Geländer. also 66,96 Prozent. Insgesamt erfasste die Kamera damals 196 Radfahrer. Eigentlich war die zweite Verkehrszählung für das Frühjahr 2019 geplant, musste aber aufgrund unterschiedlicher Bauarbeiten im Bereich der Kreuzung verschoben werden.

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Bei der Standortauswahl fürs zweite Geländer sind fünf Orte im Blickfeld, die bereits für das erste Geländer in der Vorauswahl standen. „Das Bezirksamt favorisiert als nächsten Standort den Knotenpunkt Wentorfer Straße/Doktorberg/Justus-Brinckmann-Straße“, weiß Lars Rosinski, „dort könnte ein Bügel in Richtung Bergedorf installiert werden.“ Ebenfalls gut machen könnte sich ein Geländer am Weidenbaumsweg. Der ADFC Bergedorf begrüßt zusätzliche Fahrradgeländer, mahnt aber eine detaillierte Prüfung bei der Positionierung an. Beispielsweise dürften keine Fußwege versperrt werden.