Bergedorf

Oberbillwerder wird jetzt Thema im Wahlkampf

Oberbillwerder: Der zentrale Platz (Visualisierung)

Oberbillwerder: Der zentrale Platz (Visualisierung)

Foto: PR

Unterschriftensammlung gegen Bau von Oberbillwerder läuft. Projekt zerstöre "Charakter der jahrhundertealten Kulturlandschaft".

Hamburg. Diese Premiere dürfte emotionaler werden, als es sich die Organisatoren vorstellen: Für Mittwoch lädt die städtische Bauträgergesellschaft IBA Hamburg zum ersten „Projektdialog Oberbillwerder“ ins Forum am Gymnasium Allermöhe, Walter-Rothenburg-Weg 41. „Gedacht ist der Abend als Informationsplattform für Interessierte. Es wird keine Fortsetzung des Beteiligungsprozesses am Planverfahren für diesen 105. Hamburger Stadtteil sein, wie es die Bergedorfer in den vergangenen zwei Jahren gewohnt waren“, sagt IBA-Sprecher Arne von Maydell.

Ein Ansatz, der von der aktuellen Entwicklung überholt wurde: Freitag ist ein Bürgerbegehren gegen Oberbillwerder gestartet. Von der Dorfgemeinschaft Billwärder beim Bezirk eingereicht, hat die Unterschriftensammlung begonnen – und wird beim Projektdialog ihren ersten lautstarken Auftritt haben. Schließlich erwartet die IBA dort rund 250 Gäste, die sich intensiv mit den Vorzügen aber auch den Problemen des neuen Stadtteils auseinandersetzen.

Für die Gegner ein perfekter Rahmen, haben sie das Bürgerbegehren doch bewusst in den gerade anlaufenden Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 gelegt: „Wir wollen, dass das Thema Oberbillwerder wahlentscheidend auf die politische Agenda der Parteien kommt und diese sich deutlich positionieren“, sagt Sprecher Jan Diegelmann. „Mir wäre es recht, würde die Frage ,Oberbillwerder – ja oder nein’ sogar im Wahl-O-Mat abgefragt.“

Massive Kritik am neuen Stadtteil Oberbillwerder

Die Kritik am neuen Stadtteil nördlich vom S-Bahnhof Allermöhe, für den die Geländeerhöhung wohl 2022 beginnt, richtet sich gegen seine „maßlose und hochverdichtete Planung“ mit 7000 Wohnungen und bis zu 5000 Arbeitsplätzen. Auf den Feldern des Dorfes Billwerder errichtet, zerstöre sie „den Charakter der jahrhundertealten Kulturlandschaft der Vier- und Marschlande“, wie es in der Begründung des Bürgerbegehrens heißt.

Ob das die Experten von IBA und anderen Behörden widerlegen können, wird sich beim Projektdialog zeigen: Nach einer allgemeinen Einführung werden sie an diversen Thementischen unter anderem zu Naturschutz, Freiraum, Entwässerung und Verkehrsanbindung Stellung beziehen.