Denkmalschutz

Sternwarte in Bergedorf: Kostenfrage nur zum Teil geklärt

Die Sternwarte in Bergedorf

Die Sternwarte in Bergedorf

Foto: Andreas Laible / HA

Sternwarte muss dringend saniert werden. Der Bund trägt die Hälfte der Kosten. Über den Rest der Finanzierung herrscht Uneinigkeit.

Hamburg. Die dringend nötige und immer wieder verzögerte Sanierung der Sternwarte Bergedorf soll noch in diesem Jahr beginnen. Nachdem der Bund im Herbst 2016 auf Betreiben der Hamburger Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse (CDU) und Johannes Kahrs (SPD) zugesagt hatte, mit 1,575 Millionen Euro die Hälfte der Sanierungskosten von insgesamt 3,15 Millionen Euro zu übernehmen, soll das Projekt am Mittwoch in der Bürgerschaft auf den Weg gebracht werden.

Das sehen entsprechende Anträge von SPD und Grünen einerseits und der FDP andererseits vor. „Wir freuen uns, dass der Bund durch seine finanzielle Zusage den abschließenden Schub gegeben hat, um eine vollständige Sanierung der Sternwarte nun zu realisieren“, sagte der Bergedorfer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Gerhard Lein. „Wir wollen, dass es in diesem Jahr konkret los geht.“

Finanzierung weiter unklar

Der rot-grüne Aktionismus wurde allerdings erst durch einen Antrag der FDP ausgelöst. Deren Abgeordneter Jens P. Meyer hatte darauf verwiesen, dass die Bundesmittel wie üblich an die Bedingung geknüpft sind, dass Hamburg seinerseits die andere Hälfte beisteuert. Diese Zusage stehe aber immer noch aus. „Die dringend notwendige Restaurierung dieses eindrucksvollen Bauwerks ist trotz der zahlreichen Bemühungen des Fördervereins und der Politik lange Zeit nicht erfolgt“, so Meyer. „Diese Hängepartie soll nun endlich ein Ende haben.“

Die Sanierung könne zudem „der Grundstein für eine dann erfolgreiche Bewerbung der Sternwarte um den Status als Unesco-Weltkulturerbe sein“, hofft der FDP-Politiker. Der Antrag der Liberalen, der konkret vorsieht, aus welchem Topf der Hamburger Anteil bezahlt werden soll, geht Rot-Grün jedoch zu weit – die Koalition will sich in dem Punkt noch nicht festlegen.

Gespräche mit Denkmalschutz

Daher gibt der Antrag der Regierungsfraktionen eher das Motto aus: Wir fangen erstmal an und schauen später, woher wir das Geld nehmen. Die Wissenschaftsbehörde bestätigte auf Abendblatt-Anfrage, dass sie wegen der Finanzierungsfrage noch in Gesprächen mit der für den Denkmalschutz zuständigen Kulturbehörde ist: „Die zuständigen Behörden sind zur Zeit in der Klärung, aus welchen Mitteln und zu welchem Zeitpunkt die Sanierung erfolgen kann.“

Uni Hamburg bleibt außen vor

Beiden Behörden sei die Sanierung der Sternwarte ein wichtiges Anliegen. Klar sei bereits: „Es ist nicht geplant, dass die Universität Hamburg sich an den Kosten beteiligt.“ Die Sternwarte wurde zwischen 1906 und 1909 auf dem Gojenberg erbaut und galt bei ihrer Einweihung 1912 als das modernste und größte astronomische Observatorium Europas.

Seit 1996 steht das Ensemble samt seiner Teleskope unter Denkmalschutz, 2008 wurde es sogar als nationales Denkmal anerkannt. Die Sternwarte ist aber nicht nur ein Denkmal, sondern betreibt als aktiver Teil des Fachbereichs Physik der Universität Hamburg sowohl astronomische als auch astrophysikalische Forschung. Sanierungsbedürftig ist vor allem der Kuppelbau mit dem großen Refraktor (Teleskop), der bis heute zu den größten seiner Art in Deutschland zählt.