Sauerstoffdefizit

Tausende Fische verendet – kritische Werte in Elbe

Hitze und Trockenheit führen zu massenhaftem Fischsterben in Hamburger Gewässern. Auch in der Elbe wurden Grenzwerte unterschritten.

Hamburg. Dass die hohen Temperaturen der vergangenen Tage nicht nur Menschen, sondern auch Tieren zugesetzt haben, ist derzeit an mehreren Gewässern in Hamburg zu beobachten. Dort treiben teilweise hunderte Fischkadaver an der Wasseroberfläche. Grund ist ein Sauerstoffdefizit, wie Jan Dube, Sprecher der Behörde für Umwelt und Energie, gegenüber dem Abendblatt erklärt.

"Die hohen Temperaturen und der niedrige Wasserstand sorgen für einen geringen Sauerstoffgehalt. Wenn plötzlicher Regen Nährstoffe ins Gewässer spült, kann dieser Wert weiter absinken. Das wird für manche Fischarten zum Problem", so Dube. Wie zum Beispiel am Bergedorfer Schlossgraben, wo am Montag sogar ein Einsatz der Feuerwehr Hamburg notwendig wurde.

Dort pumpten acht Helfer unter Kontrolle eines Mitarbeiters der Wasserbehörde mehrere Stunden lang das Wasser um und speisten parallel neues ein, um den Sauerstoffgehalt so zu erhöhen. Durch diese Notmaßnahmen habe man tausende Fische vor dem Ersticken retten können, sagt Dube. Insgesamt gäbe es in Hamburg mehrere Gewässer, die betroffen seien, darunter auch die Außenalster, der Tarpenbek und Wandse. "Auch in Rückhaltebecken, weiteren Gräben und kleineren Gewässerabschnitten im Stadtgebiet wurden tote Fische gesichtet."

Kaum frisches Wasser für die Elbe

Auf die Elbe haben sich die hohen Temperaturen des Wochenendes laut Dube ebenfalls ausgewirkt. "Am Dienstag wurden bei Waltershof und auch östlich des Hafens fischkritische Werte unterhalb der Schwelle von 4 Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser gemessen", so Dube. Der Grund: Vom Mittel- und Oberlauf der Elbe fließt wegen der Trockenheit derzeit nur wenig frisches Wasser nach Hamburg. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass "die Werte weiter absinken".

Nicht nur in der Behörde hofft man, dass das prognostizierte wechselhafte Wetter in Kombination mit niedrigeren Temperaturen in den kommenden Tagen für eine Entspannung der Situation sorgt. "Je höher der Wasserstand und Durchlauf und je kälter das Wasser, desto eher kann der Sauerstoffwert wieder steigen", erklärt Dube.

Bürger, die in Gewässern tote Fische entdecken, bittet Dube, möglichst zeitnah das jeweils zuständige Bezirksamt zu informieren. (mdi)