„Fuchsbau am See“

Am Eichbaumsee gibt es jetzt eine besondere Eventlocation

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Susanne Wilke (l.) mit Ilva Rollason und Andreas Czarnetzki (beide Pestalozzi-Stiftung) vor dem „Fuchsbau am See“.

Susanne Wilke (l.) mit Ilva Rollason und Andreas Czarnetzki (beide Pestalozzi-Stiftung) vor dem „Fuchsbau am See“.

Foto: Lena Diekmann

Die Deichkomplizen haben eine halbrunde Röhre am Eichbaumsee in Hamburg aufwendig renoviert. Was im „Fuchsbau am See“ geplant ist.

Hamburg. In Rot, Grün, Gelb mit den klassischen drei Zacken – wie viele alte Pommesgabeln während der Renovierungsarbeiten freigelegt wurden, kann Susanne Wilke nicht zählen. Rund 15 Jahre lang lag der ehemalige Imbiss am Eichbaumsee verlassen am Ufer. Nun ist daraus in den vergangenen Monaten ein moderner Seminar- und Veranstaltungsraum mit Seeblick geworden.

Vorher musste er aber erstmal komplett entkernt und alles entfernt werden, das noch aus der Zeit als Imbiss zeugte. „Das war ganz schön viel Arbeit. So richtig wollte mir anfangs niemand glauben, dass es hier mal schön wird“, sagt die 55-Jährige, die mit ihrem Mann Heinrich Wilke seit 2013 in einem Fachwerkhaus am Allermöher Deich wohnt.

Eichbaumsee: „Fuchsbau am See“ folgt der Strandbude „Robin am See“

Vor drei Jahren kaufte das Paar dann zwei verlassene, halbrunde Röhren am Eichbaumsee. Die Zeiten, in denen Kunden davor Schlange standen und sich Eis und Pommes kauften, waren zu dem Zeitpunkt allerdings längst vorbei. Früher war der Eichbaumsee noch eines der beliebtesten Badegewässer der Stadt. Doch 2007 wurde der See das erste Mal wegen Blaualgen zum Baden gesperrt – und ist es bis heute. Dennoch sind der See, seine umgebenen Wege und die benachbarte Dove-Elbe weiterhin ein beliebtes Ausflugsziel.

Also wurde eine der Röhren zur Strandbude „Robin am See“, wo es in den wärmeren Monaten Eis, Kaffee und kühle Getränke zu kaufen gibt. Nach dem ersten Jahr zog die Strandbude in die Röhre am Ostufer um, weil sie mehr Platz und Schatten bietet und zugleich verkehrsgünstiger dicht bei der Autobahnabfahrt Allermöhe gelegen ist, erklärte Susanne Wilke nach dem Umzug. Die Entscheidung habe sich absolut bewährt, bilanziert die Pädagogin. Doch auch die zweite Röhre am Nordufer, die sich direkt am Parkplatz in Höhe des Moorfleeter Deichs 483 befindet, sollte nicht wieder im Dornröschenschlaf liegen.

Die neugestaltete halbrunde Röhre kann tageweise gemietet werden

Zunächst gab es die Idee, darin einen Kindergarten unterzubringen, die jedoch auch aus Platzgründen nicht realisiert werden konnte, erklärt Heinrich Wilke. Also wurde daraus nun der „Fuchsbau am See“, mit dem das Paar unter dem Namen „Deichkomplizen“ in rund 500 Metern Entfernung zu ihrer Strandbar ihr neues Projekt startet. In Zukunft kann das Gebäude von Freitag bis Sonntag von Firmen, Organisationen und Privatpersonen gemietet werden.

„Auch kleine Feiern sind möglich, sofern die Lautstärke im Rahmen bleibt“, betont Heinrich Wilke. Ein Feuerkorb oder Grill können gemietet werden, ebenso können auch ein Catering und Getränke gebucht werden.

25 Quadratmeter, ökologisch gut beheizbar, mit Pantryküche und WLAN

Ausgestattet ist der 25 Quadratmeter große Raum mit einer Pantryküche, WLAN sowie einem Bad mit Dusche. Bis zu zehn Personen finden im Inneren Platz – dank Fußbodenheizung ist der Raum das ganze Jahr nutzbar. Durch eine moderne Luftwärmepumpe, die mit Ökostrom betrieben wird, ist das Gebäude auch klimaneutral.

Unter der Woche nutzt die Pestalozzi-Stiftung Hamburg den Raum als Außenstelle der Tagesförderstätte „Alte Schule Reitbrook“, wo derzeit neun Bewohner mit Handicap leben. „Es ist ein total toller Ort geworden, der uns ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Ob kreativ sein mit Kunst und Musik oder als Ziel eines netten Ausflugs“, sagt Ilva Rollason von der Pestalozzi-Stiftung.

Der „Fuchsbau“ kann freitags, sonnabends und sonntags bis zu 12 Stunden (190 Euro), 24 Stunden (275 Euro) oder auch bis zu 48 Stunden gemietet werden (350 Euro). Alle Nebenkosten sind in dem Mietpreis enthalten. In Zukunft soll das Angebot der Deichkomplizen noch weiter wachsen: „Elisabeth“ eine alte Hafenschute im Harburger Binnenhafen, wird derzeit ebenso zu einem Seminar- und Veranstaltungsraum umgebaut.

Internet: www.deichkomplizen.de

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