Hamburg. Erst 20 Monate nach dem Angriff, bei dem ein Mann niedergestochen und schwer verletzt wurde, wird die Öffentlichkeitsfahndung genehmigt.

Es gibt diese Fälle, die das Vertrauen in die Arbeit der Justiz nachhaltig erschüttern können. Wenn Untersuchungshäftlinge trotz heftigster Vorwürfe auf freien Fuß gesetzt werden müssen, weil es nicht gelingt, das Verfahren in der vorgeschriebenen Frist zu eröffnen; wenn trotz schwerer Straftaten Urteile von einer Milde fallen, die wie ein Freifahrtschein wirken – dann schadet das dem Ansehen des Rechtsstaates. Oder wenn – wie jetzt wieder in Hamburg – eine Öffentlichkeitsfahndung nach vier Tätern, die einen Mann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt haben, erst 20 Monate später genehmigt wird, dann belastet dies das Sicherheitsempfinden vieler Menschen.