Gastronomie

Die Traube ist zurück – Cölln's Austernstuben bald japanisch

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Ulrich Gaßdorf
Die "Weinstube zur Traube" feiert ihr Comeback unter neuer Führung.

Die "Weinstube zur Traube" feiert ihr Comeback unter neuer Führung.

Foto: Thorsten Ahlf / HA

Es tut sich einiges in Hamburgs Restaurantlandschaft: Neueröffnungen, Wiedereröffnungen und Wechsel auf angestammter Fläche.

Hamburg. 
  • Die Weinstube zur Traube feiert Comeback unter neuer Führung
  • Neues Leben auch in Cölln's Austernstuben
  • Edelsatt-Betreiber übernehmen das Loewen in Eimsbüttel

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, und in der Gastronomie herrscht jede Menge Bewegung. Zahlreiche Eröffnungen stehen 2023 an: Eines der traditionsreichsten Restaurants in Hamburg ist Cölln’s Austernstuben unweit des Rathauses. Zuletzt hatte Jan Schawe, der das auf Delikatessen spezialisierte Unternehmen Mutterland führt, hier an der Straße Brodschrangen ein Lokal betrieben und dieses im vergangenen Jahr geschlossen. Am 23. Januar können die Gäste in die historischen Räume zurückkehren.

Über dem Eingang prangt noch der goldene Schriftzug „Austernhandlung Johann Cölln“, darüber wurde aber bereits eine Leuchtreklame mit der Aufschrift Kaiyo angebracht. So heißt das neue Restaurant, in dem japanische Küche angeboten wird.

Restaurant Hamburg: Loewen in Eppendorf startet durch

Johann-Philipp Jencquel und Malvin Ullmann, die auch das angesagte Wild-Restaurant Edelsatt am Mühlenkamp betreiben, starten am 27. Januar ab 17 Uhr mit ihrem Loewen am Eppendorfer Weg 264 durch. Der Betrieb ist eine Institution, und die beiden Gastronomen haben das Lokal übernommen. Die Räume haben ein neues Innendesign erhalten.

„Unsere Gäste erwartet eine Brasserie mit intimer Atmosphäre“, sagt Jencquel. Es gibt innen 18 Plätze und sechs weitere im Barbereich. Und im Sommer „haben wir 80 Plätze auf unserer großzügigen Terrasse.“ Auf der Klassikerkarte sind wilde Austern und Tatar vom Rehwild zu finden. Auf der Abendkarte „gibt es einen Fang des Tages und erlesenes Fleisch von unserem eigenen Marktwagen. Außerdem bieten wir saisonale Gerichte an“, sagt Jencquel.

Am Wochenende können die Gäste brunchen, und unter der Woche kann man aus einer Lunchkarte wählen. Montag ist Ruhetag und Dienstag bis Freitag von 12 bis 23 Uhr und Sonnabend und Sonntag von 10 bis 23 Uhr geöffnet.

Mühlenkamp: Hier eröffnet jetzt das Cotidiano

Zu den gastronomischen Hotspots der Stadt gehört der Mühlenkamp, und direkt daran grenzt der Hofweg. Dort in der Hausnummer 104 war das Rocco mehr als zwei Jahrzehnte beheimatet. Der Italiener hat dicht gemacht, und stattdessen wird dort Ende Februar das Cotidiano eröffnen. Die in München gegründete Restaurant-Kette hat bereits ein Lokal am Alten Wall, und am neuen Standort wird sich Gastgeberin Sarah Hornemann um die Kunden kümmern. Die Gäste können bis 16 Uhr verschiedene Frühstücksvariationen bestellen. Auf der Speisekarte sind Gerichte wie Avocado-Toast Deluxe, Clubsandwich, Pasta und Flammkuchen zu finden.

Ein wenig im Verzug befindet sich Claas-Henrik Anklam. Der Chef vom Edellokal Henriks in Rotherbaum eröffnet ein weiteres Restaurant in einem Neubau am Lohsepark in der HafenCity. Eigentlich sollten am Lohsepark 8 schon im Dezember vergangenen Jahres (wir berichteten) die ersten Gäste bewirtet werden. Daraus wurde nichts. „Es gibt leichte Verzögerungen, weil Baumaterialien verspätet geliefert wurden. Wir peilen nun eine Eröffnung im Mai an“, sagte Anklam.

Im Mai möchten auch Stephan Landwehr und seine Partner am Ballindamm 17 der Öffentlichkeit ihren neuen Gourmettempel präsentieren: In Berlin ist das Grill Royal an der Spree eine der angesagtesten Adressen mit hoher Promi-Dichte. Nun möchte der Gastronom sozusagen eine Dependance seines Edelrestaurants, das für exzellentes Fleisch zu gehobenen Preisen bekannt ist, an der Binnenalster eröffnen. Noch ist die rund 1000 Quadratmeter große Fläche im Erdgeschoss allerdings eine Baustelle.

Restaurant Traube hat neue Betreiber

Unterdessen wurde eine Institution in Ottensen unter neuer Regie wiedereröffnet. Die Rede ist von der Traube an der Karl-Theodor-Straße 4. Die gilt als älteste Weinstube der Hansestadt, hier werden seit mehr als 100 Jahren Gäste bewirtet. Die vergangenen 17 Jahre führte Karin Wege das Lokal und hatte im Mai vergangenen Jahres aufgegeben. Die Gaststube mit dem edlen historischen Holzinterieur haben die neuen Betreiber Theres Neuhaus und Kristian Haas natürlich erhalten. Das Mobiliar wurde neu gepolstert.

Seit mehr als 20 Jahren sind die Köchin und der Restaurantfachmann in der Branche tätig, haben sich bei der Ausbildung im Luxushotel Schloss Reinhartshausen im Rheingau kennengelernt, und „seit einigen Jahren hatten wir den Wunsch, uns selbstständig zu machen. Die Traube passt zu unserem Konzept. Wir legen großen Wert auf einen persönlichen Service und eine Küche auf höchstem Niveau“, sagt Haas, der in seiner Laufbahn bereits in zehn Sternerestaurants arbeitete.

Und Theres Neuhaus, die in Hamburg schon in dem damals mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant im Louis C. Jacob und im einstigen Feinschmeckertempel Le Canard gekocht hat, ergänzt: „Die Zutaten bekommen wir von ausgewählten Lieferanten, darauf lege ich großen Wert.“ Die Karte ist klein, fein und abwechslungsreich und sei französisch angehaucht. So werden zum Beispiel Austern, Saiblingskaviar oder Terrine von der Entenleber & Foie Gras offeriert. Auch paniert gebratenes Herzbries vom französischen Kalb und Coq au Riesling sind auf der Karte zu finden.

Restaurant Hamburg: Besonderen Wein in der Traube

Für die Weine ist Sommelier Haas verantwortlich, der zuletzt das Bistro Carmagnole im Schanzenviertel leitete. „Ich bin in der Winzerszene bestens vernetzt, und deshalb komme ich auch an Raritäten. Wir haben Weine in jeder Preislage auf der Karte, da ist für jeden Geschmack etwas dabei.“

Im Erdgeschoss hat die Traube 22 Plätze, in der ersten Etage gibt es weitere Gasträume. Die haben einen frischen Farbanstrich erhalten, und ein Hingucker sind die schwarzen freischwebenden Thonet-Stühle, die ein interessanter Kontrast zum Dielenboden und den Holztischen sind.

Zurzeit wird der obere Bereich nur für geschlossene Gesellschaften genutzt. Die beiden freuen sich schon auf ihre erste Sommersaison, dann wird auch die Terrasse mit 20 Plätzen geöffnet. Die Weinstube zur Traube hat Donnerstag von 17 bis 22 Uhr, freitags und sonnabends von 17 bis 23 Uhr, sonntags von 12 bis 22 Uhr und montags von 17 bis 22 Uhr geöffnet.

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