Schule Hamburg

Inklusion: Initiative wirft Senat Schönfärberei vor

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Die Volksinitiative „Gute Inklusion“ wirft dem Hamburger Senat Schönfärberei beim Thema Inklusion an Schulen vor (Symbolbild).

Die Volksinitiative „Gute Inklusion“ wirft dem Hamburger Senat Schönfärberei beim Thema Inklusion an Schulen vor (Symbolbild).

Foto: IMAGO / Michael Schick

"Niedrigste Inklusionsquote seit 2012/13": Volksinitiative beobachtet alarmierenden Negativtrend, Senat zieht jedoch positives Fazit.

Hamburg. Die Volksinitiative „Gute Inklusion“ hat dem rot-grünen Senat vorgeworfen, die Entwicklung des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nicht behinderten Kindern zu beschönigen. In seinem dritten Fortschrittsbericht zur Inklusion zieht der Senat ein insgesamt positives Fazit und weist unter anderem auf den erhöhten Personaleinsatz hin. Tatsächlich, so die Volksinitiative, ergebe sich aus den Senatsantworten auf mehrere Kleine Anfragen jedoch, dass der Anteil der Jungen und Mädchen mit einer Behinderung in der Inklusion gesunken ist.

Im Schuljahr 2021/22 besuchten danach 1088 Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen der geistigen Entwicklung, der körperlichen motorischen Entwicklungen, des Sehens oder Hörens eine allgemeine Schule. Dagegen wurden 1516 Kinder mit den gleichen Behinderungen an speziellen Sonderschulen unterrichtet. Der Anteil der inklusiv beschulten Kinder liegt danach bei 41,8 Prozent, während er im Schuljahr 2016/17 noch bei 45,6 Prozent gelegen hatte.

Schule Hamburg: "Niedrigste Inklusionsquote seit 2012/13"

„41,8 Prozent – das ist die niedrigste Inklusionsquote seit dem Schuljahr 2012/13“, sagt Pit Katzer von der Volksinitiative „Gute Inklusion“, der dem Senat vorwirft, den deutlichen Rückgang der Inklusionsquote in seinem Fortschrittsbericht verschwiegen zu haben. Als Ursachen für die negative Tendenz sieht die Initiative unter anderem an, dass die Versorgung mit Therapie und Pflege in der Inklusion gravierend schlechter sei als in den Sonderschulen. Außerdem sei eine umfassende Barrierefreiheit in den meisten inklusiven Schulen nicht gewährleistet.

„Die Doppelbesetzung im Unterricht wird in den inklusiven Schulen häufig für Vertretungsunterricht zweckentfremdet eingesetzt“, sagt Katzer. Bei der Schulbegleitung für behinderte Schülerinnen und Schüler fehlten „Verlässlichkeit, Kontinuität und ausreichende Qualifikation“. Zudem komme die Inklusion nur am Rande der neuen Bildungsplanentwürfe vor. Der Schulausschuss der Bürgerschaft wollte den Fortschrittsbericht am gestrigen Freitagabend im Rahmen einer öffentlichen Anhörung thematisieren.

( pum )

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