Ärzte

Hamburger Praxen schließen aus Protest gegen Karl Lauterbach

Protest gegen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: Dr. Dirk Heinrich, HNO-Arzt aus Horn, will mit den meisten KV-Ärzten für einen halben Tag seine Praxis schließen – offiziell für eine Fortbildung.

Protest gegen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: Dr. Dirk Heinrich, HNO-Arzt aus Horn, will mit den meisten KV-Ärzten für einen halben Tag seine Praxis schließen – offiziell für eine Fortbildung.

Foto: Andreas Laible

Die Ärzte nennen es "Fortbildung": Den Protest gegen eine Honorarkürzung bekommen auch die Patienten zu spüren.

Hamburg. Der Protest der niedergelassenen Ärzte wird zur Folge haben, dass an mindestens einem halben Tag die meisten Hamburger Praxen geschlossen bleiben werden. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) dem Abendblatt bestätigte, werde es am 5. Oktober zu einem Protesttag gegen die Politik von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kommen. Details dazu wolle man im Laufe dieser Woche verkünden.

Die Ärzte verlangen unter anderem, dass die sogenannte Neupatientenregel bleibt, die ihnen das volle Honorar für diese Fälle zusichert. Minister Lauterbach plant aus Spargründen, diese Regel wieder zu streichen. Die KV hatte erklärt, wenn die Regel gestrichen werde, würden den Ärzten Gelder entzogen, was sich auf die Patientenversorgung auswirke. Der Bundesrat hatte sich bereits gegen Lauterbachs Pläne ausgesprochen, was von Ärzteverbänden begrüßt wurde.

Hamburger Ärzteprotest als "Fortbildung"

„Dort, wo man näher an den Menschen ist, wird erkannt, welche dramatischen Folgen für die Versorgung ein solcher Schritt hätte“, sagte der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt. Er sei zuversichtlich, dass auch die Abgeordneten des Bundestages bei ihrer Entscheidung über die Neupatientenregel Ende Oktober „dieses klare Signal aus ihren Heimatländern nicht ignorieren werden“. Ähnlich äußerte sich Ärztevertreter Dr. Dirk Heinrich.

Ein richtiger „Streik“ wird die Aktion der Hamburger Praxisärzte am 5. Oktober nicht sein, denn das ist ihnen verboten. Sie werden wie schon im Jahr 2013 eine „Fortbildung“ organisieren, um auf ihre „Notfall-Situation“ aufmerksam zu machen.

( ryb )

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