Corona Hamburg

Welche Familien besonders gut durch die Pandemie kamen

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Einige Familien kamen besser als andere durch die Pandemie (Symbolbild).

Einige Familien kamen besser als andere durch die Pandemie (Symbolbild).

Foto: IMAGO / MASKOT

Eine Studie offenbart, dass Eltern mit gewissen Eigenschaften die Krise verhältnismäßig gut meisterten. Welche gemeint sind.

Hamburg. Eher genügsame Mütter und Väter, die diszipliniert sind, methodisch planen und Pflichterfüllung für sehr wichtig halten, haben die Corona-Krise bisher vergleichsweise gut gemeistert – darauf deutet eine neue Studie hin, die Forschende der Universität Hamburg um die Soziologieprofessorin Katharina Manderscheid durchgeführt haben.

„Eltern mit einem solchen Habitus waren beispielsweise bereit und in der Lage, ihre Freizeit zu opfern und die Erwerbsarbeit in die Abendstunden zu verlegen, um tagsüber das Homeschooling ihrer Kinder zu betreuen. Sie kamen insgesamt besser durch die Pandemie“, sagt Manderscheid.

Corona Hamburg: Spaßorientierte Eltern hatten es schwer

Eltern mit einem eher hedonistischen, also erlebnis- und spaßorientierten Habitus, hätten sich dagegen schwergetan, eine Tagesstruktur aufrechtzuerhalten oder ihre Kinder beim Lernen zu Hause zu unterstützen. Dies habe sich negativ auf die schulischen Leistungen der Kinder ausgewirkt, aber mitunter auch auf die Entwicklung der Eltern: Sie hätten etwa Weiterbildungen abgebrochen, weil diese während der Lockdowns auf Online-Angebote umgestellt worden waren.

Entscheidend sei jedoch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren gewesen. „Die Bereitschaft der Eltern, die eigene Freizeit zugunsten der Kinderbetreuung zu opfern, garantierte allein ebenso wenig eine erfolgreiche Bewältigung der Krise wie eine große Wohnung oder ein hohes Einkommen“, sagt Manderscheid. „Sobald Familien auf mehr als einem Feld Probleme bekamen, litt ihre Fähigkeit zur Krisenbewältigung enorm.“

Corona Hamburg: Familien im Norden berichteten

Ein Team um Manderscheid hatte im Sommer und Herbst 2021 mittels einer Online-Umfrage und vor Ort in Bremerhaven und in Schwerin Familien mit unterschiedlichem Einkommen interviewt. Die Forschenden wollen ihre Ergebnisse im Herbst veröffentlichen und damit dazu beitragen, dass Familien künftig besser unterstützt werden können.

( mha )

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