Hamburg. US-Wettermodell prognostizierte zwischenzeitlich eine außergewöhnliche Wetterlage. Bereits der Juni war zu warm und trocken.

Kein Regen und tagelang fast 40 Grad: Solch ein Wetter wird eher mit Südeuropa in Verbindung gebracht, aber nicht mit Norddeutschland. Doch laut der Prognosen des US-Wettermodells der NOAA könnte Hamburg und dem Norden ab Mitte Juli eine extreme Hitzewelle drohen. Doch wirklich voraussagen lässt sich das noch nicht.

„Irre Höchstwerte werden für die Tage nach Monatsmitte berechnet", sagt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. "Solche Wetterkarten habe ich für Deutschland so noch nie gesehen." In Hamburg könnte es demnach an mehreren Tagen in Folge 35 bis 38 Grad heiß werden.

Wetter Hamburg: Heiße Luft aus Afrika zieht Richtung Norden

Der Grund: Das US-Wettermodell sagt eine Hitzeblase voraus, die sich über Süd- und Mitteleuropa schiebt. "Es käme demnach zu einem direkten Hitzetransport aus Afrika, aus der Sahara, bis zu uns nach Europa", so der Wetterexperte. Fatal: Auch die große Trockenheit würde weiter anhalten. "Doch noch ist es nicht so weit, und wir müssen abwarten, ob dieser erste Trend tatsächlich eintreten wird", sagt Jung.

Wetterexperte Böttcher: Vorhersage zu treffen, wäre unseriös

Auch der Wetter- und Klimaexperte Frank Böttcher verweist darauf, dass es noch völlig offen ist, wie sich das Wetter Mitte Juli entwickeln wird. "Plausibel ist, dass es wegen der starken Erwärmung unseres Klimas im Sommer immer mal wieder auch in Hamburg Hitzewellen geben wird. Wir werden auch neue Rekordhitzewellen bekommen", sagt er.

Aber ob dem Norden aktuell eine solche bevorsteht, sei noch nicht vorhersagbar. "Andere Wettermodelle sagen für Mitte Juli 22 Grad und Regen vorher. Es gibt also keine Verlässlichkeit in den Daten." Zum jetzigen Zeitpunkt eine Vorhersage zu treffen, wäre somit unseriös.

Wetter Hamburg: Wohlfühlsommer zum Ferienstart

Zunächst geht erstmal der Wohlfühlsommer mit Sonnenschein, ein paar Wolken und angenehmen Temperaturen weiter. In Hamburg bewegen sich diese in den kommenden Tagen um die 20, 21 Grad. "Auch nachts bleibt es konstant bei 14 bis 15 Grad", so der Meteorologe. Am Donnerstag – dem ersten Tag der Sommerferien in Hamburg – wird es jedoch nass. Natur und Landwirtschaft können sich auf Regengüsse und Schauer freuen, Schüler müssen ihren Freibadbesuch wohl verschieben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Youtube, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Doch schon am Freitag geht es wieder trocken weiter. Jung: "Dann kommt ein neues Hoch – und das bringt uns ein sommerliches Wochenende." In Hamburg werden 13 bis 14 Sonnenstunden erwartet. Ab Mitte kommender Woche steigen die Temperaturen bereits allmählich an. "Dann könnte es mit 24 bis 25 Grad bereits wärmer werden."

Wetter Hamburg: Juni war zu warm und zu trocken

Bereits im Juni wurde Hamburg mit viel Sonne verwöhnt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden 280,7 Sonnenstunden verzeichnet. Damit liegt die Sonnenscheindauer fast 27 Prozent über dem Durchschnitt. Die Durchschnittstemperatur betrug 17,1 Grad – 1,6 Grad über dem Durchschnitt.

Zudem war der Juni mit einer Niederschlagsmenge von 48,5 Litern pro Quadratmeter viel zu trocken. Laut DWD lag die Regenmenge 34,8 Prozent unter dem Durchschnitt.