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A23-Sanierung gestartet: Umleitungen, Ablaufplan, Kosten

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Die A23 soll ab Juli  vom Dreieck Nordwest in Richtung Pinneberg saniert werden.

Die A23 soll ab Juli vom Dreieck Nordwest in Richtung Pinneberg saniert werden.

Foto: picture alliance/dpa

Die umfangreichen Bauarbeiten an der Autobahn 23 in Hamburg starten am heutigen Montag. Was Autofahrer wissen müssen.

  • Am heutigen Montag startet die Grundsanierung der A23, die bis Weihnachten andauern wird
  • Die Arbeiten werden in mehrere Bau- und Verkehrsphasen unterteilt und im Schicht­betrieb umgesetzt
  • Diese Umleitungen sollten Autofahrer jetzt nutzen

Autofahrer, die die Autobahn 23 benutzen, müssen in diesem Sommer viel Geduld mitbringen, denn am heutigen Montag beginnt die umfangreiche Sanierung der Autobahn, die aus dem Hamburger Stadtgebiet ins westliche Schleswig-Holstein führt. Doch an den geplanten Arbeiten führt laut Christian Merl, Sprecher der Autobahn GmbH des Bunds, Niederlassung Nord, kein Weg vorbei – die letzte Sanierung erfolgte 2009. Für 5000 Anwohner wird es durch den neuen Fahrbahn­belag, der aufgebracht wird, ein offenporiger Asphalt (OPA), deutlich leiser.

Die A23 wurde 1968 als Bundesstraße gebaut und zur Autobahn aufgestuft. „Die Sanierungsmaßnahmen bringen für die Autofahrer mehr als einen runderneuerten Straßenbelag. Nach Abschluss der Arbeiten sorgen moderne Schutzeinrichtungen sowie besser sichtbare Fahrbahnmarkierungen für mehr Sicherheit. Die neue Fahrbahndecke senkt den Energieverbrauch der Kraftfahrzeuge und verbessert den Fahrkomfort“, so Merl.

A23-Sanierung: Das ist der Ablaufplan für die Umbauarbeiten

Um den Verkehrsfluss während der Arbeiten aufrechterhalten zu können und die Einschränkungen des Verkehrs zu minimieren, werden die Arbeiten seinen Angaben zufolge in mehrere Bau- und Verkehrsphasen unterteilt und im Schicht­betrieb umgesetzt.

Um Staus auf der A7 und im Stadtgebiet Hamburgs möglichst zu verhindern, werden während der Hauptbauphase in Fahrtrichtung Norden zwei, in Fahrtrichtung Süden ein Fahrstreifen auf die Richtungsfahrbahn Hamburg gelegt.

Um ein Höchstmaß an Verkehrsfluss zu erreichen, werde der Verkehr von der A7 zur A23 einstreifig Richtung Norden ins Autobahndreieck HH-Nordwest geführt, so Merl. Dort werde die Verbindungsrampe von der A 7 (Fahrtrichtung Hamburg) zur A23 (Fahrtrichtung Heide) mit dem Fahrstreifen von der A 7 Richtung Norden kommend zu einer Zweistreifigkeit Richtung Heide zusammengeführt.

A23-Sanierung: In welchem Zeitraum wird gebaut?

Die Arbeiten beginnen am 11. Juli 2022. Die Einrichtung der baustellenbedingten Verkehrsführung, inklusive des Baus aller notwendigen Mittelstreifenüberfahrten, wird vor Ende der Sommerferien abgeschlossen. Die Arbeiten an der Richtungsfahrbahn Nord werden bis Weihnachten 2022 dauern.

A23-Sanierung: Was genau ist geplant?

Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) plant im Auftrag der Autobahn GmbH den Ausbau der A 23 von vier auf sechs Fahrstreifen nach der Fertigstellung des Tunnels Altona im Jahre 2028/29 zu beginnen. Da der offenporige Asphalt im Schnitt sieben Jahre hält, sei dessen Einbau 2022 und 2023 wirtschaftlich vertretbar, so Merl. In den kommenden Jahren wird die A 23 in weiteren Abschnitten zwischen Elmshorn und Halstenbek-Krupunder saniert, da der Instandsetzungsrückstand abgebaut werden muss. „Offenporiger Asphalt muss auf voller Breite über alle Fahrstreifen eingebaut werden, um die Entwässerung sicherzustellen. Das bedeutet, dass er nur unter Sperrung einer Fahrtrichtung eingebaut werden kann“, so Merl.

OPA diene dem Lärmschutz der Anwohner und Anwohnerinnen und sei auf der A23 im Hamburger Stadtgebiet seit 2017 planfestgestellt und somit gesetzlich zum Schutz vorgeschrieben. „Da die unteren Tragschichten gemäß Gutachten erneuert werden müssen, wird die grundhafte Sanierung und der notwendige Umbau der Entwässerung für den Einbau des OPA zusammengelegt“, so Merl. Um die Baumaßnahme auf ein Minimum zu verkürzen, werde auf ein abschnittsweises Bauen verzichtet und die notwendige Sanierung des in Schleswig-Holstein eingebauten OPA mit der Maßnahme auf Hamburger Gebiet zusammengelegt.

A23: Welche Umleitungen wird es geben?

Für die einzelnen Bauphasen sind folgende verkehrlichen Einschränkungen notwendig:

  • Die Auffahrt an der Anschlussstelle (AS) HH-Eidelstedt (21) Richtungsfahrbahn Heide wird in den Nächten 12./13. Juli und 13./14. Juli für Markierungsarbeiten gesperrt. Verkehrsteilnehmer folgen der U37 und U40 über die Holsteiner Chaussee, Oldesloer Straße, Schleswiger Damm über die AS HH-Schnelsen (24) in Richtung Hannover und fahren über die Verbindungsrampe von der A7 zur A23 Richtung Heide.
  • Die Ausfahrt an der AS HH-Eidelstedt (21) Fahrtrichtung Hamburg wird vom 19. Juli (20 Uhr) bis zum 21. Juli (5 Uhr) sowie kurzzeitig vor Weihnachten für die Einrichtung und den Rückbau der bauzeitlichen Verkehrsführung gesperrt. Verkehrsteilnehmer mit Ziel Hamburg-Eidelstedt folgen der U1 ab der AS Pinneberg-Süd (18) über die Hamburger und Pinneberger Straße zur Holstenstraße. Jene mit Ziel A 7 Richtung Flensburg folgen der U1 und fahren über die Oldesloer Straße und den Schleswiger Damm an der AS HH-Schnelsen (24) in Richtung Flensburg auf.
  • Die Auffahrt von der B 4, Holsteiner Chaussee, an der AS HH-Eidelstedt (21) auf die A 23 in Richtung Hamburg wird vom 11. Juli bis zum 23. Dezember 2022 geschlossen. Verkehrsteilnehmer folgen der U44 und weichen über die B4 auf die AS HH-Stellingen (26) an der A7 aus.
  • Vom 4. bis 18. August wird die Verbindungsrampe im Autobahndreieck HH-Nordwest von der A7 Richtungsfahrbahn Hannover zur A23 Richtungsfahrbahn Heide saniert. Dafür wird diese gesperrt. Verkehrsteilnehmer fahren an der A7 bereits an der AS HH-Schnelsen Nord (23) frühzeitig ab und folgen der U40 über die Oldesloer Straße und der U42 folgend über die Holsteiner Chaussee zur Anschlussstelle HH-Eidelstedt (21) und fahren dort in Fahrtrichtung Heide auf.
  • Vom 2. August bis 12. Dezember 2022 wird die Ausfahrt an der AS HH-Eidelstedt (21) Richtungsfahrbahn Heide gesperrt. Verkehrsteilnehmer fahren frühzeitig in HH-Stellingen (26) ab und folgen der U35 über die Kieler Straße und Holsteiner Chaussee bis zur AS HH-Eidelstedt (21). Jene aus Flensburg kommend, fahren auf der A 7 bereits in HH-Schnelsen Nord (23) ab und folgen der U40 über die Oldesloer Straße und der U42 folgend über die Holsteiner Chaussee nach HH-Eidelstedt.
  • Die Auffahrt an der AS HH-Eidelstedt (21) in Fahrtrichtung Heide wird von Mitte August bis zum 1. Dezember 2022 gesperrt. Verkehrsteilnehmer folgen der U37 und U40 über die Holsteiner Chaussee, Oldesloer Straße, Schleswiger Damm über die AS HH-Schnelsen (24) in Richtung Hannover und fahren über die Verbindungsrampe von der A7 zur A23 Richtung Heide.

So schätzt die Autobahn GmbH die Auswirkungen auf den Verkehr ein

Die Maßnahme wurde laut Merl intensiv mit der Stadt Hamburg, dem Bezirk Eimsbüttel in Bezug auf die umliegenden Maßnahmen abgestimmt und koordiniert. Aufgrund der bestehenden täglichen Verkehrsüberlastung der A23 ist seinen Angaben zufolge während der Bauzeit, insbesondere in der Rushhour am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr Fahrtrichtung Hamburg und von 14 bis 19 Uhr in Fahrtrichtung Heide mit hoher Staugefahr zu rechnen. Im Zuge des Bettenwechsels der Urlauber an der Nordseeküste sei an den Wochenenden in der Ferienzeit mit dichtem Verkehr zu rechnen.

A23-Sanierung: Pendler sollten im Homeoffice arbeiten

Pendlern wird laut Merl während der Bauzeit grundsätzlich empfohlen, nach Möglichkeit das Arbeiten im Homeoffice in Betracht zu ziehen. Wer kann, sollte den Bereich des Autobahndreiecks HH-Nordwest weiträumig umfahren. So wird Pendlerinnen und Pendlern aus dem westlichen Schleswig-Holstein mit Ziel HH-Zentrum geraten, bei Staulagen während der Bauzeit auf die L 103 auszuweichen und diese gegebenenfalls auch für die Heimreise zu nutzen.

Pendlern aus dem nordwestlichen Schleswig-Holstein mit Fahrtzielen im Norden und Nordosten Hamburgs wird empfohlen, entsprechend die A 7 über die AS Quickborn (21) oder AS Henstedt-Ulzburg (19) zu nutzen, um über die B 432, B 433 in die nördlichen Bezirke Hamburgs zu gelangen.

Verkehrsteilnehmern aus dem Zentrum Hamburgs kommend mit Fahrtziel A 7 Richtung Flensburg wird geraten, die AS HH-Stellingen (26) zu meiden und je nach Möglichkeit bereits früher auf die A 7 aufzufahren, wie etwa an der AS HH-Volkspark (27). Ebenso können die Anschlussstellen weiter nördlich wie die AS HH-Schnelsen (24) und HH-Schnelsen-Nord (23) genutzt werden.

Bei massiven Staulagen im Autobahndreieck HH-Nordwest während der Hauptbauphase im August bis Dezember wird Pendlern am Nachmittag mit Fahrtziel A 23 geraten, am Stau vorbei die A 7 bis zur AS HH-Schnelsen (24) zu nutzen, dort abzufahren und Richtung Hannover wieder aufzufahren und die Verbindungsrampe von der A 7 zur A 23 Richtung Heide zu nutzen.

Urlaubsreisenden sollten an den Wochenenden des Bettenwechsels möglichst frühzeitig oder spät an- oder abreisen, um die Verkehrsmengen am Tag zu entzerren, rät Merl: „Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer/-innen, die Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich der Baustelle zum Schutz der Arbeiter und Arbeiterinnen einzuhalten.“

A23-Sanierung: Einige Bauphasen können sich verschieben

Die Arbeiten sind stark witterungsabhängig. Daher können sich einzelne Arbeiten, Bauphasen und hier angegebene Sperrzeiten einzelner Fahrbeziehungen kurzfristig verschieben.

Sanierung der A23: Wie viel kosten die Baumaßnahmen

„Im Jahr 2022 rechnen wir insgesamt Straßenbau, Schutzsysteme, Verkehrssicherung etc. mit rund acht Millionen Euro, für 2023 und für 2026 sind wir noch in der Evaluierung“, so Merl.

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