Ausflüge Hamburg

Tipps fürs Wochenende: Auf zu Dünen und Heide

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Schäfer Uwe Storm führt seine Schnucken- und Ziegenherde durch die Heide. Hier gibt es jetzt auch kürzere Rundwanderwege.

Schäfer Uwe Storm führt seine Schnucken- und Ziegenherde durch die Heide. Hier gibt es jetzt auch kürzere Rundwanderwege.

Foto: Philipp Schulze / dpa

Sie haben noch keine Pläne fürs Wochenende oder die Tage darauf? Dann hätten wir hier ein paar mögliche Vorschläge für schöne Trips.

Hamburg. Corona hat Hamburg weiter im Griff. Nicht alle Veranstaltungen können wie ursprünglich geplant stattfinden. Vor die Tür zu gehen lohnt sich dennoch. Es muss auch nicht beim Sonntagsspaziergang bleiben.

Ausflüge in Hamburg: Hier geht's um die Wurst

Wie wurde früher Wurst gemacht – was hat sich bis heute verändert? Das Schlachten von Schweinen gehörte einst im Winter zum Landleben dazu. Beim Aktionstag „Vom Schwein zur Wurst – damals und heute“ am Sonntag, 30. Januar, sehen Besucher im Freilichtmuseum Kiekeberg, wie der Fleischergeselle Till Harms ein Schwein zerlegt. Von 10 bis 18 Uhr führen die „Gelebte Geschichte“-Darsteller den Besuchern das einstige Bauernleben in der Winterzeit vor. Die Schweine im Freilichtmuseum leben artgerecht, wie es um 1900 auf dem Land üblich war: Sie wählen selbst, ob sie im Stall bleiben oder ins Freie gehen, wo sie ausreichend Platz zum Suhlen haben.

Anders als in der Massentierhaltung werden sie am Kiekeberg über ein Jahr alt. Zum Aktionstag erhalten Besucher im Museumsladen Mettwurst sowie Leberwurst, Rotwurst und Bauernfrühstück hausgemacht im Glas vom Bunten Bentheimer Schwein. Herzhafte norddeutsche Wintergerichte wie Grützwurst bietet der Museumsgasthof Stoof Mudders Kroog. Das Rösterei-Café Koffietied serviert selbst geröstete Kaffeespezialitäten. Auf dem Museumsgelände genießen die Besucher außerdem heißen Apfelsaft und Kuchen auf die Hand.

www.kiekeberg-museum.de, Erwachsene zahlen 9 Euro, Besucher unter 18 Jahren nichts.

Auf zu den Binnendünen Holmer Sandberge

Dünen sind am Meer nichts besonderes – wohl aber im Binnenland. Die Holmer Sandberge im Regionalpark Wedeler Au erstrecken sich auf 130 Hektar und sind die größten Binnendünen Schleswig-Holsteins. Das Naherholungsgebiet zwischen Appen, Holm und Wedel ist geprägt von lichten Wäldchen, bizarr geformten Kiefern, Heide und Sandflächen. Durch die einzigartige Landschaft führt ein Netz an Wegen, auf denen man das ganze Jahr über ausgedehnte Spaziergänge unternehmen kann. Es gibt drei neu ausgeschilderte Rundwanderwege und im südöstlichen Teil lehrreiche Wildpfade.

An den Rändern des Gebiets liegen einzelne Ackerflächen, in der Mitte ein Teich, an dessen Ufer ein Rastplatz mit schöner Aussicht zum Picknick einlädt. Die Holmer Sandberge sind – ebenso wie die Boberger Dünen im Osten Hamburgs und die Besenhorster Sandberge bei Geesthacht – ehemalige Dünen am Rande des Urstromlands der Elbe und damit die letzten erdgeschichtlichen Zeugen der Sandverblasungen nach der jüngsten Eiszeit. Noch vor 100 Jahren war das Gebiet von offenen Sandflächen und Heiden geprägt.

Doch die Kiefern, die man nach dem Ersten Weltkrieg als Schutzmaßnahme gegen die Versandung der Felder pflanzte, übernahmen nach und nach die Vorherrschaft. Damit das Areal seinen Charakter nicht verliert, legte die Gemeinde Holm hier seit 2005 mehr als 15 Hektar Dünenfläche wieder frei.

Den Parkplatz Homer Sandberge erreicht man aus Hamburg kommend über die Wedeler Chaussee/ Pinneberger Straße.

Ausstellung „Außergewöhnliche Frauen“ im Schloss Ahrensburg

Meist geht es bei historischen Darstellungen um die Schlossherren, ihre Entscheidungen, ihr Handeln, ihr Geschick im Großen und Kleinen. Die dazugehörigen Ehefrauen und weiblichen Verwandten werden nur beiläufig erwähnt. Dabei warten besonders die Ahrensburger Schlossdamen mit höchst kuriosen, dramatischen und mutigen Charakteren auf. Das Schloss Ahrensburg widmet ihnen deshalb die Sonderausstellung „Außergewöhnliche Frauen“.

Erzählt werde die Geschichten von zehn Frauen, die zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert mit dem Schloss verbunden waren. Bis auf zwei Dienstmädchen waren sie alle doppelt privilegiert: Sie entstammten einer reichen Familie und waren adlig. Dies eröffnete ihnen andere Möglichkeiten als bürgerlichen Frauen, doch auch sie blieben durch gesellschaftliche Konventionen massiv eingeschränkt. Dennoch entfalteten sich in dem gesetzten Rahmen ganz unterschiedliche Lebenswege, die nicht selten durch den bewussten Bruch mit Konventionen und dem Verzicht auf Heirat überraschende Wendungen nahmen. Es geht um Scheitern und Selbstbestimmung, Sendungsbewusstsein oder Entsagung. Die Ausstellung wurde bis zum 3. April verlängert, es gilt die 2G-Regel.

Das Schloss ist bis Ende Februar mittwochs und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt: 8 Euro für Erwachsene, 5 Euro ermäßigt, Kinder bis 14 Jahren zahlen 3,50 Euro.

Für ausgedehnte Spaziergänge: Neue Touren durch die Heide

Zum zehnten Jubiläum des Heidschnuckenwegs werden zwölf neue Rundwanderwege eingeweiht. Die ausgeschilderten Rundtouren mit einer Länge zwischen 1,4 und 20,9 Kilometern verteilen sich auf die Heide und führen durch ganz unterschiedliche Landschaften, heißt es bei der Lüneburger Heide GmbH. Der Deutsche Wanderverband zeichnete sie als kurze Qualitätswege mit dem Prädikat „Wanderbares Deutschland“ aus. „Viele Gäste wollen den berühmten Heidschnuckenweg erleben, aber während des Kurzurlaubs nicht gleich ganze Etappen wandern“, sagt Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH.

Auf den kürzeren Heideschleifen kann man die Heide-Landschaft erleben und in Gasthäusern am Wegesrand regionale Spezialitäten probieren. Ein Vorteil für Kurzurlauber ist, dass man mit dem eigenen Pkw an- und auch wieder abreisen kann, da alle Heideschleifen als Rundtouren angelegt sind und wieder am Ausgangsort enden. Gut gebucht ist die Heide auch schon für 2022. „Der April/Mai wird schon viel nachgefragt, der Sommer sowieso“, bestätigte von dem Bruch.

Alle Infos unter lueneburger-heide.de

Ausflug in Hamburg zum Mountainbike-Parcour im Volkspark

Nichts wie raus an die frische Luft: Der neue Mountainbike-Parcours im Volkspark will erkundet werden. Die Anlage nahe der Nansenstraße bietet Routen für Anfänger und Fortgeschrittene. Eine Off-Road-Piste bietet steile Rampen und scharfe Kurven im kesselartigen Gebiet im Bereich einer alten Kiesgrube. Der Mountainbike-Parcours in der 7000 Quadratmeter großen Anlage wurde im Herbst eröffnet. Die Strecke darf von Kindern ab acht Jahren befahren werden. Straßenräder, Motorräder und Stunt-Räder dürfen nicht auf das Gelände.

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