Silvester Hamburg

Moin! Hamburgs Neujahrsbaby heißt Editha

| Lesedauer: 27 Minuten
Das Hamburger Neujahrsbaby ist 2022 um 0.03 Uhr zur Welt gekommen (Symbolbild).

Das Hamburger Neujahrsbaby ist 2022 um 0.03 Uhr zur Welt gekommen (Symbolbild).

Foto: Imago / imagebroker

Silvester-Blog: Böller-Opfer verliert Finger. Tausende feiern an Hotspots in Hamburg. 13-Jähriger schießt aus Fenster in der Schanze.

Hamburg. Ein paar Raketen und Böller sind es doch gewesen: Hamburg hat den Jahreswechsel mit verhaltenem Feuerwerk und dem Klang von Schiffshörnern gefeiert. Dennoch hatten sich viele Menschen Silvester 2021 anders vorgestellt: Böllern war verboten, Partys durfte es nicht geben und private Treffen waren nur begrenzt erlaubt. Ein Neujahrsbaby gab es natürlich trotzdem.

Es wurde weitestgehend der von Politik, Polizei und Feuerwehr erhoffte ruhige Jahreswechsel. Zwei Menschen seien aber durch Feuerwerkskörper schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Neujahrsmorgen. Einem der Männer musste demnach ein Teil der rechten Hand amputiert werden.

Im Verhältnis zum Anlass sei die Situation in der Stadt aber sehr entspannt gewesen. Auch die Feuerwehr hatte einem Sprecher zufolge keine größeren Einsätze. Einzig am Jungfernstieg versammelten sich mehrere Tausend, an denen die coronabedingten Regeln vorbeigegangen waren. Auch an den Landungsbrücken tummelten sich rund 1500 Menschen.

Inwiefern die vierte Corona-Welle nun weiter ansteigen oder möglicherweise gar gedämpft wird, lässt sich erst in den kommenden zwei Wochen bilanzieren. Angesichts mehrerer Omikron-Ausbrüche auf Feiern zwischen den Jahren steigt die Sorge in den Behörden. Verfolgen Sie die Entwicklungen rund um den Jahreswechsel in Hamburg und Norddeutschland in unserem Newsblog.

Silvester 2021 in Hamburg – die News zum Jahreswechsel

Hamburgs Neujahrsbaby heißt Editha

Da hat es aber jemand ganz genau genommen – und den Jahreswechsel nur um wenige Sekunden verpasst. Um 0.03 Uhr erblickte Editha gesund und munter in der Asklepios Klinik in Barmbek das Licht der Welt. Sie ist damit Hamburgs Neujahrsbaby im Jahr 2022. Wie das Abendblatt auf Anfrage erfuhr, ist das Baby 3210 Gramm schwer und 50 Zentimeter groß, hat also ganz normale Werte. Editha hat bereits zwei ältere Geschwister, weshalb die ambulante Geburt nach Angaben eines Asklepios-Sprechers recht schnell und ohne Komplikationen durchgeführt wurde.

Fußgänger stirbt nach Unfall mit Notarztwagen

Schreckliches Silvesterunglück im Norden: Ein Mann ist von einem Notarztwagen in Meppen im Landkreis Emsland überfahren worden und gestorben. Der 36 Jahre alte Fahrer war nach Polizeiangaben zu Silvester um 23.30 Uhr auf einer Einsatzfahrt mit Blaulicht in Richtung Versen unterwegs. Erstmeldungen, wonach der Fahrer auch mit eingeschaltetem Martinshorn gefahren sein soll, bestätigten sich nicht. Der Fußgänger habe plötzlich auf der Straße gestanden. Der Fahrer des Wagens konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und erfasste den Mann. Er starb noch an der Unfallstelle. Die Identität des Mannes konnte bislang nicht geklärt werden.

Zwei von drei Hamburgern blicken optimistisch ins neue Jahr

Zwei von drei Hamburgern gehen einer Umfrage zufolge optimistisch ins neue Jahr. Dies ist das Ergebnis des Haspa-Trendbarometers zu den Erwartungen der Hamburgerinnen und Hamburger mit Blick auf 2022, wie die Hamburger Sparkasse (Haspa) am Neujahrstag mitteilte. Die Umfrage unter mehr als 500 Menschen in der Metropolregion sei repräsentativ.

Ein Drittel der Befragten geht demnach trotz der Corona-Unsicherheiten und anziehender Inflation davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation 2022 verbessern werde. Nur 14 Prozent befürchteten eine Verschlechterung, 56 Prozent sähen keine größeren Veränderungen.

Die größten Sorgen der Menschen seien Corona, Inflation und Naturkatastrophen. Zwei Drittel der Befragten mache die anhaltende Corona-Krise die größte Angst. Steigende Energie- und Lebenshaltungskosten bereiteten 53 Prozent der Menschen Kopfzerbrechen – noch vor dem Klimawandel und der Gefahr von Naturkatastrophen (40 Prozent).

Drei Viertel der Hamburger haben dem Trendbarometer zufolge gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst. 39 Prozent wollen demnach mehr für ihre Gesundheit tun. So wollen 33 Prozent mehr Sport treiben. Viele wollten auch mehr verreisen (27 Prozent), öfters ausgehen (23 Prozent) und mehr Zeit mit dem Partner oder der Partnerin verbringen (18 Prozent).

Polizei erteilt Platzverweise gegen Querdenker

Auch in der Silvesternacht waren in Hamburg mehrere Querdenker in Kleingruppen unterwegs. Beim Eintreffen der Polizei entfernten sich die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils in unterschiedliche Richtungen.


Dennoch konnten die Beamten noch einige Corona-Leugner angetroffen werden. „Ihnen wurde die Rechtslage erläutert und es wurden Platzverweise gegen die Personen ausgesprochen“, sagte Polizeisprecherin Sandra Levgrün. Ansonsten wurden in Hamburg vor dem Hintergrund der Corona-Regeln keine größeren privaten Silvesterpartys festgestellt. Dennoch überprüfte die Polizei nach Beschwerden über Ruhestörungen mehrere Wohnungen. Vereinzelt wurden nicht corona-konforme Zusammenkünfte aufgelöst.

Stadtreinigung kann früh Feierabend machen

Die Einsatzkräfte der Stadtreinigung Hamburg konnten am Neujahrsmorgen vergleichsweise früh in den Feierabend gehen. Seit 5 Uhr sorgten sie in der Silvesternacht für saubere Straßen und Plätze, durch das Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern sowie die Kontaktbeschränkungen waren allerdings nur kleinere Überreste der Silvesterfeierlichkeiten zu beseitigen.

Auch an den üblichen Hotspots Jungfernstieg, Rathausmarkt oder Landungsbrücken fiel diesmal nur wenig Müll an. Und so konnte die Stadtreinigung schon im Laufe des Vormittags die großen Touren beenden und sich um vereinzelte Verschmutzungen rund um die Glas- und Papiercontainer kümmern. Wichtig: Gehwege werden nur dort von der Stadtreinigung gesäubert, wo Anlieger Gehwegreinigungsgebühren bezahlen. Überall sonst müssen Anwohner Silvestermüll selbst entfernen – auch dann, wenn sie nicht die Verursacher der Verschmutzung sind.

Schüsse aus Schreckschusspistolen in mehreren Stadtteilen

In mehreren Stadtteilen musste die Polizei anrücken, weil Personen mit Schreckschusswaffen hantierten. So wurde in der Schanze eine Person gemeldet, die am Schulterblatt aus dem Fenster schoss. Als die Polizei dort eintraf, wurde ihr die Tür von einem 13-Jährigen geöffnet, der eine Schreckschusswaffe in der Hand hatte. In der Wohnung, in der eine Familienfeier stattfand, entdeckte die Polizei insgesamt vier Schreckschusswaffen mit Munition und stellte sie sicher.

Aus Osdorf meldete ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, dass sich etwa 50 Personen mit Schreckschusswaffen beschießen und Feuerwerkskörpern bewerfen würden. Beim Eintreffen der Polizei flüchteten die Personen. Um eine weitere Zusammenkunft zu verhindern, erhöhte die Polizei die Präsenz.

Im Stadtteil Rotherbaum schoss ein Jugendlicher mit einer Schreckschusswaffe vom Balkon. Bei der Überprüfung der Wohnung traf die Polizei auf 16 Jugendliche. Sie stellte zwei Schreckschusswaffen, 318 Platzpatronen, diverse Vogelschreckmunition, Feuerwerkskörper, 17 Beutel Marihuana sowie zwei Taschenmesser sicher.

Im Bereich Landungsbrücken nahm die Polizei einen 17-Jährigen in Gewahrsam, der als Beifahrer aus einem Auto geschossen hatte. Bei ihm fand man zudem einen gefälschten Impfausweis.

Polenböller und Corona-Verstöße: Bilanz der Bundespolizei in Bremen

Am Bremer Hauptbahnhof hatte die Bundespolizei es überwiegend mit Corona-Verstößen zu tun, berichtet aber dennoch von einer eher ruhigen Lage. Danach gab es 31 Ansprachen wegen Regelverstößen und acht Platzverweise. Zwei Männer wurden festgenommen. Gegen einen von ihnen lag ein Haftbefehl wegen Einbruchs vor. Der andere hatte vor dem Hauptbahnhof einen sogenannten Polenböller gezündet. Er wollte sich nicht ausweisen und leistete Widerstand gegen eine Durchsuchung. Bei dem 47-Jährigen wurde ein weiterer dieser lebensgefährlichen Böller sichergestellt. Ein Atemalkoholtest ergab eine Wert von 1,93 Promille. Mit Strafanzeigen wurde der Bremer von der Wache entlassen.

VW Golf kracht in Bergedorf in eine Leitplanke

Am frühen Neujahrsmorgen gegen 2 Uhr gab es auf der B5 in Bergedorf einen Unfall. Nach Informationen des Abendblatts krachte ein VW Golf mit der Front und der rechten Seite gegen eine Leitplanke unter einer S-Bahnbrücke.

Die Leitplanke wurde dabei stark beschädigt. Das Auto hatte zwei platte Reifen und war nicht mehr fahrtüchtig.

Brennendes Altpapier sorgt für viel Rauch in Mümmelmannsberg

In Glinde und in Mümmelmannsberg musste die Feuerwehr anrücken, um Brände an Containern zu löschen. Nach Informationen des Abendblatts brannte in Mümmelmannsberg Altpapier neben einem Sammelcontainer auf einem Parkstreifen. Dabei kam es zu einer starken Rauchentwicklung Die Feuerwehr verhinderte das Übergreifen der Flammen auf einen direkt daneben geparkten Kleinlaster

In Glinde musste die Feuerwehr am Oher Weg brennende Altkleider und einen Sammelcontainer löschen.

Mann stirbt bei Feuer auf kleiner Motoryacht

Bei einem Feuer auf einer Motoryacht im Billhafen ist in der Silvesternacht ein Mann ums Leben gekommen. Eine weitere Person wurde verletzt. Mehr zu dem Unglück in Hamburg lesen Sie hier.

Stromausfall: Sorge um Hamburger Pflegezentrum

In Borgfelde begann das neue Jahr mit einem großflächigen Stromausfall. Die Feuerwehr bereitete sich deshalb um kurz nach 5 Uhr sogar auf einen "Massenanfall von Verletzten" vor.

Grund war die Sorge um die infrastrukturelle Unterversorgung eines Pflegezentrums für langzeitbeatmete Menschen an der Jungestraße. Die Befürchtung: Durch den Stromausfall könnten die Akkukapazitäten der Beatmungseinheinheiten in einem Zeitraum innerhalb von zwei bis acht Stunden erschöpft sein.

In der Spitze beteiligten sich 150 Kräfte von Feuerwehr, THW und weiteren Rettungsdiensten an dem Einsatz. Nach zwei Stunden dann aufatmen – die Stormversorgung wurde wiederhergestellt, die Evakuierung des Pflegezentrums konnte vermieden werden.

Hamburg: Mehr als 600 Einsätze der Feuerwehr

Die Feuerwehr Hamburg hat die Zahl ihrer Einsätze in der Silvesternacht (siehe auch diesen Eintrag) am Neujahrsmorgen noch einmal nach oben korrigiert. Insgesamt seien demnach zwischen 18 und 6 Uhr mehr als 600 Fahrten registriert worden (Stand: 8.30 Uhr).

Darunter seien 120 Feuermeldungen gewesen, 19 Technische Hilfeleistungen sowie 441 Rettungsdiensteinsätze. Nach Angaben von Sprecher Jan Ole Unger Im Durchschnitt bearbeitete die Feuerwehr somit im Schnitt etwa 48 Einsätze in der Stunde.

Im Einsatz waren knapp 500 Beamte und Beschäftigte, die von ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden der 86 Hamburger Freiwilligen Feuerwehren sowie Helferinnen und Helfern der Partner im Rettungsdienst unterstützt wurden.

Böller-Unfälle: Lebensgefährliche Gesichtsverletzung

In Hamburg wurden mindestens zwei Menschen beim Abbrennen von Feuerwerk schwer verletzt. Am Werfelring in Brahmfeld explodierte nach Angaben von Polizei und Feuerwehr gegen 0:10 Uhr ein Böller in einer selbstgebastelten Abschussvorrichtung und verletzte einen 50-jährigen Mann schwer im Gesicht. Er wurde nach einer notärztlichen Versorgung intubiert und beatmet in ein Krankenhaus gebracht und schwebe in Lebensgefahr.

40-Jähriger verliert in Bahrenfeld Teile der Hand

In Bahrenfeld wurden einem Mann bei einer missglückten Böller-Explosion alle fünf Finger der rechten Hand abgerissen. Der 40-Jährige wurde um 0:54 Uhr an der Boschstraße Opfer eines sogenannten Polen-Böllers. Nach notärztlicher Versorgung wurde der Mann mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus befördert. Ärger hatten die Rettungskräfte mit dem angetrunkenen 37-jährigen Begleiter des Verletzten. Er war offensichtlich mit den Maßnahmen unzufrieden und versetzte einem Rettungssanitäter eine leichte Kopfnuss. Daraufhin wurde er von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Hamburg startet ruhig ins neue Jahr 2022

Hamburg hat sich mit verhaltenem Feuerwerk vom Pandemiejahr 2021 verabschiedet. Nach Einschätzung der Polizei blieb die Lage zunächst ruhig. „Hier und da gab es ein paar Böller, hier und da eine kleine Schlägerei. Im Verhältnis zum Anlass war das aber minimal“, sagte ein Polizeisprecher am frühen Neujahrsmorgen. An den Landungsbrücken versammelten sich demnach bis zu 1500 Menschen, in der Innenstadt bis zu 2500. Ein Feuerwehrsprecher konnte zunächst ebenfalls von keinen größeren Einsätzen berichten.

Neben dem Verkauf war auch das Zünden von Böllern und Raketen in der Öffentlichkeit verboten. Neben den geltenden Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene, der Sperrstunde für die Gastronomie und dem Tanzverbot in Clubs und Diskotheken galt in der Silvesternacht auch ein Ansammlungsverbot. Das heißt, dass sich nicht mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum treffen oder zusammenstehen durften.

Die Polizei hatte im Vorfeld angekündigt, die Corona-Regeln mit einem Großaufgebot kontrollieren zu wollen. Man werde in der Silvesternacht sehr präsent sein, hatte ein Sprecher gesagt. Neben allen verfügbaren Streifenwagen waren demnach auch mehrere Hundertschaften im Einsatz. Die Schwerpunkte der Kontrollen sollten Hotspots wie die Alster, die Landungsbrücken und das Vergnügungsviertel um die Reeperbahn sein.

Schleswig-Holstein: Keine größeren Vorkommnisse

Auch in Hamburgs Nachbarland Schleswig-Holstein ist das neue Jahr ruhiger als in der Vergangenheit begrüßt worden. Die Lage war nach Einschätzung des Innenministeriums in der Nacht entspannt. Es habe zunächst keine größeren Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher des Lagezentrums am frühen Neujahrsmorgen. Für die Kieler Feuerwehr blieb der Jahreswechsel zunächst ebenfalls ruhig. „Abgesehen von einer brennenden Feuerwerksbatterie auf einer Kreuzung hatten wir gar nichts“, sagte ein Sprecher.

Wie bereits im vergangenen Jahr war im Land der Verkauf von Böllern und Feuerwerk verboten. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern war zwar erlaubt – Städte und Gemeinde konnten es aber in bestimmen Bereichen untersagen. Die Kommunen hatten zudem die Möglichkeit, Ansammlungen zu verhindern. Dazu konnten sie für öffentliche Straßen und Plätze bestimmte maximale Gruppengrößen festlegen.

Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen und der Ausbreitung der Omikron-Variante in Schleswig-Holstein hatte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dazu aufgerufen, Silvester nur zurückhaltend zu feiern. Die Landesregierung hatte die Corona-Regeln erst wenige Tage vor dem Jahreswechsel noch einmal verschärft. Seitdem dürfen sich privat nur noch höchstens zehn Menschen treffen. Ausnahmen gibt es etwa, falls alle Personen einem Haushalt angehören.

Einige Tausend zu Silvester am Jungfernstieg

Das eine oder andere private Feuerwerk gab es dann doch um 0 Uhr trotz des geltenden Verbots. Insgesamt hat Hamburg aber weitestgehend ruhig ins neue Jahr gefeiert. An den Landungsbrücken tummelten sich nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen. Am Jungfernstieg versammelten sich gar mehrere Tausend in Erwartung eines größeren Feuerwerks. Die Schaulustigen hatten größtenteils weder etwas von einem Böller- noch von einem Alkoholverbot mitbekommen – und wurden bitter enttäuscht.

Die Polizei machte immer wieder Durchsagen, dass sie einschreiten werde, sobald sich Gruppen von mehr als zehn Personen zusammenfänden, und informierte die Anwesenden zudem, dass es kein öffentliches Feuerwerk gäbe. Daraufhin machte sich Ernüchterung breit. Die Leute wurden gebeten, den Jungfernstieg wieder zu verlassen. Doch so richtig glauben, was hier vor sich ging beziehungsweise vor allem nicht vor sich ging, konnte das kaum einer der Betroffenen.

Kurz nach 0 Uhr kam es zu einem kleineren Zusammenstoß zwischen der Polizei und einer größeren Gruppe von Jugendlichen, die teilweise mit Gewalt drohten. Daraufhin rüsteten sich die Polizisten mit Schutzkleidung, wählten aber insgesamt eine deeskalierende Strategie und gingen nicht energisch dazwischen.

Anschließend kam es zu einer starken Abwanderung der Menschenmasse, die sich um zwei Drittel reduzierte. Um 0.30 Uhr schätzte die Polizei die Anzahl auf rund 1300 Menschen, von denen allerdings keine Gefahr ausging. Die Lage sei ruhig, sagte der polizeiliche Lagedienst auf Anfrage.

Feuerwehr zieht erste positive Silvester-Bilanz

Auch die Feuerwehr sprach von einer verhältnismäßig ruhigen Lage. Kurz vor 1 Uhr meldete Pressesprecher Jan Ole Unger 273 Einsätze in knapp sechs Stunden. Bis zum Ende der privaten Feierlichkeiten rechnet die Feuerwehr mit etwas mehr als 400 Einsätzen. Zum Vergleich: Im Vorjahr vermeldeten die Beamten 440 Einsätze zu Silvester, vor der Corona-Pandemie waren es stets um die 1200. Für eine Person endete der Silvesterabend dennoch folgenschwer: Die Rettungskräfte rückten wegen eines abgesprengten Fingers aus.

Silvester in Hamburg: So ist die Lage

Erlebt Hamburg gerade das ruhigste Silvester der Geschichte? Stand 22 Uhr ist es komplett ruhig im gesamten Stadtgebiet – sogar noch ruhiger als im ebenfalls von Corona geprägten Vorjahr. Feuerwehr und Polizei sind zwar gerüstet, mussten aber bislang kaum ausrücken. Die Hamburger halten sich an alle coronabedingte Silvester-Regeln. Auch das Böllerverbot wird weitestgehend eingehalten.

Wie die Feuerwehr mitteilte, sind zwischen 18 Uhr und 22 Uhr insgesamt 173 Einsätze gemeldet worden. Davon waren 104 Einsätze für den Rettungsdienst. Eine Bilanz, mit der die Feuerwehr zufrieden ist. „Lasst uns weiter so ruhig machen ...“, twitterte die Pressestelle – und versah den Beitrag mit einem nach oben zeigenden Daumen.

Dubai feiert Silvester mit Feuerwerk

Hamburg ist gefühlt eingeschlafen, aber in Dubai wird gefeiert. Um 22 Uhr MESZ hieß es in der arabischen Wüstenstadt „Happy New Year!“ Am Wolkenkratzer Burj Khalifa, dem höchsten Bauwerk der Welt, versammelten sich einige Schaulustige, um das städtische Feuerwerk zu beobachten.

Van der Vaart grüßt mit Familienfoto zu Silvester

Zu Hause ist es doch immer noch am schönsten, muss sich Rafael van der Vaart (38) dieses Silvester gedacht haben. Der frühere HSV-Kapitän wünschte seinen Twitter-Followern mit einem Familienfoto einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auf dem Bild wirkte van der Vaart sichtbar glücklich mit seiner Freundin, der niederländischen Handballspielerin Estavana Polman (29), Sohn Damian und der gemeinsamen Tochter Jesslynn. Na dann: Prost!

Lauterbach zeigt zu Silvester Selbstironie

Der in der Corona-Pandemie als Mahner und Warner bekannte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat am Silvesterabend Ironie gezeigt. Mit einem Foto auf Twitter nahm der SPD-Politiker Stellung zum Feiern des Jahreswechsels. „Übertreibt es nicht. Ich sehe euch. Grüße, euer Karl“, steht auf einem Meme, das er verlinkte, auf dem er von draußen heimlich durch ein Fenster blickt. Die Fotomontage kursierte bereits den ganzen Tag über im Netz, wo auch Lauterbach darauf aufmerksam wurde.

Ganz falsch sei das bearbeitete Foto nicht, schrieb der Minister und wünschte einen „schönen letzten Abend in 2021“. Er „appelliere an alle, ein letztes Mal, vorsichtig zu sein“, schrieb er. „Testen, sehr kleine Gruppen, Mundschutz wo nötig und alleine Fernsehen bei Symptomen.“

Hier wird schon Silvester gefeiert

Punkt 14 Uhr MESZ war es soweit: Das Opera House und die Harbour Bridge in Sydney dienten als Magnet für die berühmte Feuerwerksshow. Die australische Metropole, die sich selbst als „Silvesterhauptstadt der Welt“ bezeichnet, feierte als einer der ersten Orte ins neue Jahr 2022. Wegen des geltenden Einreiseverbots für Touristen und aus Angst vor der hochansteckenden Omikron-Variante kamen jedoch auffallend wenige Schaulustige zum Hafen. Geschätzt versammelten sich nur einige Zehntausend statt der üblichen rund eine Million Menschen für das Spektakel.

Den Jahreswechsel noch weniger als Sydney erwarten konnte nur der kleine Pazifikstaat Kiribati, dessen Bewohner als Erste ins neue Jahr gestartet sind. Viele Städte – von Seoul bis San Francisco – hatten die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel im Vorfeld wegen der Corona-Pandemie abgesagt oder eingeschränkt. Im brasilianischen Rio de Janeiro beispielsweise ist die Silvesterfeier am berühmten Copacabana-Strand in kleinerem Rahmen als üblich geplant.

Niederlande: Zwölfjähriger stirbt durch Böller

Bei einer Silvesterknallerei ist in den Niederlanden ein zwölfjähriger Junge ums Leben gekommen. Ein weiterer Junge erlitt am Freitag in der Gemeinde Haaksbergen unweit von Enschede (rund 30 Kilometer von der Grenze zu Niedersachsen) schwere Verletzungen, wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete. Die Kinder hatten den Angaben zufolge nicht selbst mit Feuerwerkskörpern hantiert, sondern nur zugeschaut, wie ein Mann mit einem als „Klaphamer“ (etwa: Knallhammer) bezeichneten Gerät Magnesiumpulver zur Explosion brachte. Der Mann wurde festgenommen. Wie sich das Unglück genau abspielte, blieb laut Polizei zunächst unklar.

Silvester in Hamburg: Wo die Polizei unterwegs ist

Fast jeder Polizist in Hamburg werde in der Silvesternacht arbeiten, kündigte Polizeisprecher Holger Vehren vor dem Jahreswechsel an. Die Beamten sollen die Einhaltung der Vorgaben für Versammlungen im öffentlichen Raum im Blick haben, die Sperrfrist für die Gastronomie um 1 Uhr kontrollieren und bei konkreten Hinweisen auch private Treffen überprüfen. Alle zur Verfügung stehenden Funkstreifenwagen würden besetzt.

„Wir werden überwiegend den öffentlichen Raum im Auge behalten, insbesondere beliebte Hotspots wie die Alster, die Landungsbrücken und das Vergnügungsviertel rund um die Reeperbahn“, teilte die Polizei weiter mit

Die Beamten wollten „weiterhin mit dem Augenmaß kontrollieren, das die Hamburgerinnen und Hamburger von uns gewohnt sind“. Man rechne mit mehr Menschen auf den Straßen als zu Silvester 2020, aber nicht mit einem Niveau wie zu Silvester vor Corona.

Silvester-Feuerwerk und Böller in Hamburg verboten – oder?

Ein krachender Start ins neue Jahr bleibt in Hamburg aus. Von 15 Uhr am 31. Dezember bis um 9 Uhr am 1. Januar 2022 ist es verboten, Feuerwerk und Böller auf öffentlichem Grund zu zünden oder bei sich zu haben, auch der Verkauf von Feuerwerk ist untersagt. So sollen auch größere Menschenansammlungen verhindert werden. Das Böllerverbot gilt aber nicht auf dem eigenen Grundstück – sofern man noch Altbestände hat. Wie genau diese Ausnahme beim Feuerwerk definiert ist, können Sie hier nachlesen.

Durch das Verkaufsverbot von Feuerwerk werden nach Angaben der kommunalen Entsorger am Silvestertag tonnenweise Müll eingespart. Vor der Corona-Pandemie entfernten sie am Neujahrstag allein in den fünf Großstädten Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Frankfurt am Main alljährlich zwischen 134 und 183 Tonnen Silvesterabfall, wie der

Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mitteilte. Zum Jahreswechsel 2020/21 seien es bereits bedeutend weniger gewesen. Trotz der Einschränkungen seien vor einem Jahr in den Städten zwischen 51,5 und 53 Tonnen Silvestermüll angefallen. Das sei in etwa ein Drittel der sonst anfallenden Menge gewesen.Bei den Mengenangaben handele es sich dabei nur um einen Teil des in den Städten angefallenen Silvestermülls. Der Großteil werde im Laufe der darauffolgenden Tage im Zuge der regulären Straßenreinigung entfernt und werde nicht mit eingerechnet.

Private Treffen: Diese Regeln gelten Silvester in Hamburg

Zum Heiligabend hatte der Hamburger Senat die Corona-Regeln noch einmal verschärft, neue Einschränkungen für Ungeimpfte verkündet und eine Sperrstunde für die Gastronomie ab 23 Uhr eingerichtet. In der Silvesternacht gilt bei Letzterer zwar eine Ausnahme – erst um 1 Uhr müssen Restaurants, Lokale und Bars schließen – doch private Treffen bleiben auch zum Jahreswechsel eingeschränkt.

Geimpfte und Genesene dürfen sich privat mit bis zu zehn Personen treffen. Sobald eine ungeimpfte Person dabei ist, darf sich ein Haushalt mit maximal zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen. Kinder unter 14 werden in beiden Fällen nicht mitgerechnet. Vom 31. Dezember, 15 Uhr, bis um 9 Uhr am Neujahrstag gilt zudem ein Ansammlungsverbot: Maximal zehn Personen dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen oder zusammenstehen.

Die Polizei plant, mit großem Aufgebot in Hamburg unterwegs zu sein, appelliert aber an die Eigenverantwortung der Menschen. „Wir gehen nicht ohne Verdacht von Haus zu Haus, gucken durch die Fenster und zählen Menschen“, sagte der Polizeisprecher. Wenn jedoch besorgte Nachbarn anrufen, weil möglicherweise gegen Corona-Regeln verstoßen wire, "fahren wir da auch hin und schreiten bei erkannten Verstößen konsequent ein", teilte die Polizei mit.

Silvester: HVV richtet Sonderfahrplan ein

Im HVV gilt zu Silvester von 16 Uhr an ein Sonderfahrplan: Es wird auf einen durchgehenden Nachtbetrieb umgestellt. U- und S-Bahnen werden dann mindestens im 20-Minuten-Takt fahren, ergänzende Buslinien für weitere Anschlüsse und Verbindungen sorgen. Während die Busse gegen Mitternacht etwa eine Stunde lang pausieren, fahren die Linie U 1 (zwischen Ohlsdorf und Farmsen) und die Linie U 3 im Zehn-Minuten-Betrieb, die U 4 zwischen Elbbrücken und Billstedt im 20-Minuten-Takt.

Auf den Linien A 1 und A 2 verkehren die Züge im regulären Nachtbetrieb stündlich zwischen Kaltenkirchen und Eidelstedt beziehungsweise zwischen Ulzburg Süd und Norderstedt Mitte. Am Neujahrstag gilt der Fahrplan für Sonn- und Feiertage. Detaillierte Auskünfte sollen online auf hvv.de und über die HVV-App nachzulesen oder zu erfragen sein unter Telefon 040/ 1 94 49.

Silvester bleibt das Wetter in Hamburg trüb

Das Wetter am Jahresende stimmt nun auch nicht unbedingt optimistisch, aber für einen Neujahrsspaziergang dürfte es genügen. Am 31. Dezember bleibt es in Hamburg und Norddeutschland trüb und regnerisch, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Zudem wird es überraschend mild: In Hamburg klettert das Thermometer Silvester auf 14 Grad, in Flensburg auf 10 Grad.

An der Nordsee sei mit stürmischen Böen von rund 70 Kilometern pro Stunde zu rechnen, teilte der DWD mit. An der Ostsee sowie im Binnenland werden Windgeschwindigkeiten von etwa 55 Kilometern pro Stunde erreicht. Die Nacht zu Neujahr wird weiterhin wolkenreich und regnerisch. Die Temperaturen sinken auf sieben bis zehn Grad. Auch am Neujahrstag bleibt es an vielen Orten neblig-trüb, mit örtlichem Sprühregen. Die Temperaturen beiben mit 7-10 Grad mild. Beim Spaziergang am 1. Januar besteht die Chance, trocken zu bleiben.

( ras/wal/arg/dpa )

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