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Umbau der Esplanade: Das hat sich hier verändert

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Verkehrssenator Anjes Tjarks stellt umgebaute Esplanade vor

Verkehrssenator Anjes Tjarks stellt umgebaute Esplanade vor

Anjes Tjarks spricht über die Veränderungen an der Hamburger Kreuzung.

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Neue Asphaltdecke, breitere Fußwege und geschützte Radstreifen – Verkehrssenator erklärt im Video, was sich auch für Autofahrer ändert.

Hamburg. Nein, das ist keine rote Farbe, die Bauleiter Jürgen Tautenhahn und seine acht Mitarbeiter auf die Fahrbahn im Bereich Esplanade und Stephansplatz auftragen, auch wenn es danach aussieht. Tatsächlich ist es Reibeplastik, der am Sonntag auf die Kreuzung aufgebracht wurde. Auf diesen roten Radfahrstreifen soll das Fahren für Hamburgs Radler sicherer werden. Doch die Verbesserungen für Fußgänger, Rad- und Autofahrer in dem Bereich gehen viel weiter.

Noch riecht es nach Kunststoff. „Die Masse ist lösungsmittelbasiert, das muss noch ausdünsten“, sagt der Bauleiter. Drei Millimeter dick ist der Reibeplastik, pro Quadratmeter haben Tautenhahn und seine Leute vom frühen Sonntagmorgen bis zum Nachmittag bis zu sechs Kilogramm dieser roten Masse aufgetragen. Wenn es nicht zu sehr regnet, ist die Masse schnell getrocknet. Der Bauzaun an der Esplanade soll am Montagmorgen, wenn der Berufsverkehr mit mehr als 38.000 Fahrzeugen am Tag über die Esplanade rollt, abgebaut sein.

Verkehr in Hamburg: Umbau hat 4,5 Millionen Euro gekostet

Nach mehr als acht Monaten ist die stark befahrene Kreuzung nun wieder frei, und zwar mit vielen Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer, verspricht Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). „Wir wollen, dass sich Fußgänger, Rad- und Autofahrer wohler und sicherer fühlen“, sagt er am Sonntag vor Ort. „Der Umbau der Esplanade zeigt den Weg, den wir für eine erfolgreiche Mobilitätswende beschritten haben: Für Fußgänger haben wir in diesem hochfrequentierten Bereich eine Neuerung mit der neuen Verbindung zwischen Dammtor und Stephansplatz geschaffen.“

Im Rahmen dieser Arbeiten wurden auch der angrenzende Dammtordamm und Teile des Stephansplatzes durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) umgebaut. Kosten der Maßnahmen: rund 4,5 Millionen Euro.

Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer

Vor allem Radfahrer sollen von den Neuerungen profitieren. Denn auf der westlichen Seite am Dammtordamm und in beiden Richtungen der Esplanade wurden sogenannte Protected Bike Lanes eingerichtet. Vorreiter sind die geschützten Radfahrstreifen an der Hannoverschen Straße in Harburg und am Dammtordamm. Die Radfahrstreifen sollen besonders sicher sein, weil sie durch Bordsteine von der Fahrbahn und vom Gehweg abgetrennt sind. „Wir wollen stärker in die Richtung gehen, zum Beispiel in anderer Form an der Max-Brauer-Allee, an der Königstraße oder an der Louise-Schroeder-Straße“, so Tjarks.

Bislang gab es an der Esplanade gar keinen Radweg. Auf beiden Seiten der Fahrbahn gibt es nun einen jeweils 2,50 Meter breiten Radfahrstreifen. Die Protektoren­ schützen alle Verkehrsteilnehmer. Tjarks: „So haben wir den Autoverkehr vom Rad- und Fußgängerverkehr getrennt, sodass sich weder Fußgänger durch Fahrradfahrer bedroht fühlen noch die Fahrradfahrer durch die Autofahrer.“

Eine von sieben Fahrspuren fällt weg

Eine gesonderte Lade- und Lieferzone für den Lieferverkehr wurde ebenfalls eingerichtet. Nachteil für die Autofahrer: Durch den Radweg fällt auf der Südseite der Esplanade zugunsten des Fahrradstreifens eine der sieben Fahrspuren weg.

Verbesserungen gibt es auch für Fußgänger: 3,50 Meter breite Gehwege, mehr Platz vor den Aufzügen zu den U-Bahn-Stationen sowie eine klare Verkehrsführung sorgen zwischen Planten un Blomen, Colonnaden, Alster und Gänsemarkt für mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität für Fußgänger.

Lindenallee mit 50 Bäumen konnte gerettet werden

„Wir sind mit viel Liebe zum Detail vorgegangen“, sagt Tjarks. Dazu gehört ein neues Parkplatzkonzept, um die dortigen Linden zu schützen. 50 Linden, im Alter von 100 bist 150 Jahren, sind durch die geparkten Autos in der Allee zwischen den beiden Fahrbahnen stark beschädigt. „Wir haben Luft in den Boden geblasen, außerdem Aktivkohle und Nährstoffe, wir haben die Oberfläche der Parkplätze wasserdurchlässig gemacht, ein Gitter verteilt die Last der Autos besser“, so Tjarks. Den Wurzeln der zwischen den Parkplätzen stehenden Linden bleibt mehr Platz, um in den Boden zu wachsen. Ein ähnliches Prinzip gibt es am Borgweg in Winterhude.

„Die Bäume an der Esplanade werden nun wieder wachsen. Das hat in den letzten zehn Jahren nicht mehr stattgefunden“, erklärt Anjes Tjarks. Der historische Allee-Charakter der Esplanade mit seinen Mittelinseln, den Baumreihen und den Parkmöglichkeiten blieb erhalten.Ausgangspunkt für sämtliche Maßnahmen war die kaputte Straßendecke. Die Fahrbahnen bekamen eine neue Asphaltdecke. „Wir haben also auch etwas für die Autofahrer und Autofahrerinnen gemacht“, so Tjarks.

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