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Warnstreik an Schulen in Hamburg – "wenig Normalbetrieb"

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Beschäftigte an Schulen in Hamburg werden streiken. Verbeamtete Lehrer dürfen allerdings nicht.

Beschäftigte an Schulen in Hamburg werden streiken. Verbeamtete Lehrer dürfen allerdings nicht.

Foto: Roland Magunia / FUNKE Foto Services

Im Tarifstreit ruft die GEW heute zum Streik auf. Die Demonstration in der Innenstadt sorgt für Verkehrsbehinderungen.

Hamburg. In einem ganztägigen Ausstand werden die Hamburger Schulen heute bestreikt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat alle Tarifbeschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. „Wir rechnen mit vielen Hunderten Streikenden“, sagt der Hamburger GEW-Vorsitzende Sven Quiring. „Einige Schulen werden kaum, viele nur sehr eingeschränkt Normalbetrieb haben.“ Die Verantwortung dafür sieht er bei den Arbeitgebern, den Bundesländern, die in den aktuellen Tarifverhandlungen nicht einmal ein Angebot vorgelegt hätten.

Warnstreik an Hamburger Schulen: Verkehrsbehinderungen am Morgen

Neben dem Warnstreik sorgte eine Demonstration in der Innenstadt für Verkehrsbehinderungen. Um 9 Uhr starteten die Streiter für fünf Prozent mehr Gehalt ihren Aufzug in der Missundestraße (Altona-Nord) und wollen über die Stresemannstraße in Richtung Max-Brauer-Allee und Schanzenviertel laufen. Es werden etwa 500 Demo-Teilnehmer erwartet, die später via Johannes-Brahms-Platz und Valentinskamp zum Gänsemarkt laufen. Gegen 11 Uhr ist dort die Abschlusskundgebung geplant.

Verbeamtete Lehrer dürfen nicht streiken. Am Ausstand teilnehmen dürften deshalb die wenigen Lehrer im Angestelltenverhältnis sowie vor allem die Mitarbeiter der Schulsekretariate, Hausmeister und Erzieher.

Schulen in Hamburg: Corona-Krise enorme Belastung

Die Beschäftigten an Schulen hätten während der Corona-Pandemie vor ganz besonderen Herausforderungen gestanden, so die GEW. Diese fordert auch deshalb nicht nur warme Worte der Anerkennung, sondern auch fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro zusätzlich.

„Jeden Tag haben wir nicht nur den Kontakt zu den Kindern zu Hause aufrechterhalten, sondern auch Arbeitsmaterialien erstellt und Online-Unterricht veranstaltet, Padlets gestaltet und Materialpäckchen an die Haustüren der Kinder gebracht“, sagt Kerstin Mögle, Vorschul-Lehrkraft an einer Hamburger Schule. Außerdem hätten sie in der Schule die Kinder unterrichtet, die nicht zu Hause bleiben konnten. „Dabei sind wir bis an unsere Kraftgrenzen gegangen – und darüber hinaus!“

Auch seien die vergangenen Jahre geprägt gewesen von vielen zusätzlichen Arbeitsaufgaben. Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, um die Inklusion voranzutreiben, sei nur eine von vielen Herausforderungen gewesen.

( inga/axö )

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