ADAC-Studie

HVV: So teuer sind Fahrkarten im bundesweiten Vergleich

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Monatstickets des HVV sind bundesweit am teuersten. Das geht aus einem Preisvergleich des ADAC hervor.

Monatstickets des HVV sind bundesweit am teuersten. Das geht aus einem Preisvergleich des ADAC hervor.

Foto: Imago

Ein besonders beliebtes Ticket kostet laut ADAC fast doppelt so viel wie in München. HVV hält den Preisvergleich für unseriös.

Hamburg. Gefühlt ist es für viele Hamburger schon lange so, nun haben sie es auch Schwarz auf Weiß: Im bundesweiten Vergleich sind die Tickets des HVV besonders teuer. Insbesondere der Preis für eine Monatskarte für den Großbereich ist so hoch wie nirgendwo sonst in der Republik. Dies geht aus einem aktuellen Preisvergleich zwischen 21 deutschen Großstädten mit mehr als 300.000 Einwohnern hervor, den der ADAC am Donnerstag veröffentlichte.

Danach liegt der Preis für ein Monatsticket in Hamburg bei 112,80 Euro und damit 28 Prozent über dem Durchschnitt der untersuchten Städte. In München ist ein vergleichbares Ticket laut ADAC schon für 57 Euro zu haben, das ist fast die Hälfte.

HVV-Monatstickets bundesweit am teuersten

Überdurchschnittlich teuer ist auch die Wochenkarte im HVV mit 29,60 Euro. Während der Durchschnittspreis bei 27,15 Euro liegt, wird das Ticket in München schon für für 17,80 Euro angeboten. Auch in der Kategorie Tageskarte liegt Hamburg mit 8,10 Euro deutlich über dem Schnitt von 7,30 Euro.

Allerdings gibt es auch Tickets, die in der Hansestadt günstiger sind als in anderen Städten. So bietet der HVV laut ADAC mit 2,40 Euro besonders günstige Einzeltickets an. München ist hier um einen Euro teurer und liegt auf dem letzten Platz. Für den Vergleich wurden in diesem Fall allerdings die Preise für den Nahbereich zugrunde gelegt und nicht die für den Großbereich. Hier kostet ein Ticket in Hamburg 3,40 Euro.

Auch positiv: In Hamburg ist die Fahrradmitnahme kostenfrei, keine Selbstverständlichkeit, wie der Vergleich zeigt. So werden in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen hierfür 3,60 Euro berechnet.

HVV hält den Preisvergleich für unseriös

Der HVV kritisierte den Preisvergleich grundsätzlich als unseriös. "Die Aussage, dass der HVV die teuersten Monatskarten hat, ist genauso falsch wie die Feststellung, dass die Einzelkarten hier am günstigsten sind", sagte HVV-Sprecher Rainer Vohl dem Abendblatt.

So habe der ADAC beim Vergleich der Monatstickets im HVV die Vollzeit-Monatskarte Hamburg AB ausgewählt. "Diese berechtigt zu Fahrten, die teils weit über das Hamburger Stadtgebiet hinausreichen, beispielsweise von Pinneberg bis Reinbek oder von Ahrensburg bis Neu Wulmstorf." Für den Münchner Verkehrsverbund sei hingegen das günstigste Angebot in der Isar-Metropole gewählt worden, die IsarCard Zone M mit einem deutlich kleineren Geltungsbereich.

Generell gebe es im HVV auch nicht nur ein Monatsticket, sondern viele verschiedene Produkte. "Die Preise beginnen bei 45,20 Euro für die Teilzeit-Monatskarte 3 Zonen, mit Sozialrabatt reduziert sich der Preis sogar auf 22,60 Euro", so Vohl. "Ein seriöser ÖPNV-Preisvergleich ist nicht möglich, jeder Verkehrsverbund hat seine eigene Tarifstruktur. Zeitliche und räumliche Geltung, Mitnahmeregelungen und andere Angebotsmerkmale unterscheiden sich deutlich."

HVV: Preiserhöhung zum 1. Januar

Sicher ist auf jeden Fall, dass sich die HVV-Kunden zum Jahreswechsel auf eine weitere Erhöhung der Fahrpreise einstellen müssen. Zum 1. Januar sollen die Tickets im Schnitt um 1,3 Prozent teurer werden – nur zwölf Monate nach der letzten Preisanhebung, die bei 1,4 Prozent lag.

Kritik von Sozialverbänden und Politikern

Das besonders beliebte Ticket für den Großbereich Hamburg (AB) soll regulär um zehn Cent teurer werden, der Preis erhöht sich von 3,40 auf 3,50 Euro. Das 9-Uhr-Tagesticket soll sich um 20 Cent von 6,70 auf 6,90 Euro verteuern.

Sozialverbände und Politiker der Linken hatten die jüngst geplante Preiserhöhung heftig kritisiert. Der HVV selbst stufte die Anhebung hingegen als moderat ein angesichts einer allgemeinen Inflation von rund vier Prozent im laufenden Jahr und vor allem stark gestiegener Energie- und Kraftstoffpreise.

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