Verkehr Hamburg

Überraschende Bilanz zum Pop-up-Radweg am Schlump

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Verkehr in Hamburg: Kirsten Pfaue, Koordinatorin für die Mobilitätswende, und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) auf der Pop-up-Bikelane am Schlump. Nun gibt es einen Evaluationsbericht (Archivbild).

Verkehr in Hamburg: Kirsten Pfaue, Koordinatorin für die Mobilitätswende, und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) auf der Pop-up-Bikelane am Schlump. Nun gibt es einen Evaluationsbericht (Archivbild).

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Ein Evaluationsbericht der Behörde gibt Aufschluss über Konflikte und Zahl der Unfälle auf dem temporären Fahrradweg. Die Ergebnisse.

Hamburg. Seit gut einem Jahr können Fahrradfahrer in Hamburg in der Straße Beim Schlump auf beiden Seiten eine sogenannte Pop-up-Bikelane nutzen – einen temporären, breiten Radweg, der für mehr Sicherheit und Komfort sorgen soll. Nun haben die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende und der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) in einem neuen Evaluationsbericht eine Bilanz gezogen. Das Ergebnis in Kurzfassung: Die Unfälle haben sich an dieser Stelle halbiert und es kommt zu weniger Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern.

"Radfahrende haben den temporären, breiten Radweg gut angenommen, die Konflikte und Unfälle mit Fußgängerinnen und Fußgängern sowie dem KFZ-Verkehr sind deutlich zurückgegangen", heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Verkehrsbehörde. Sicherheit und Komfort haben sich demnach für Radler und Fußgänger erhöht, zugleich habe die Straße dieselbe Kfz-Verkehrsmenge wie zuvor bewältigt.

Verkehr Hamburg: Radweg am Schlump soll erhalten bleiben

Wegen der positiven Bilanz wollen LSBG und Verkehrsbehörde den temporären Radweg nun erhalten. „Die Pop-Up-Bikelane am Schlump ist ein großer Erfolg", sagt Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). "Der Verkehrsversuch zeigt, dass wir mit dem kurzfristigen Bau guter Radwege nicht nur den Komfort für Radfahrende verbessern, sondern auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden erhöhen und Konflikte vermeiden."

Die Behörde vermutet, dass der Rückgang der Unfälle und die bessere Verträglichkeit von Fuß- und Radverkehr dazu beigetragen haben, dass die Rückmeldung aus der Bevölkerung sehr positiv ausgefallen sei und sich die Radler sicher auf dem temporären Radstreifen fühlen. Tjarks: "Unser nächster Schritt ist deshalb, wie empfohlen, die Verstetigung des Radweges anzugehen und diesen wo nötig auch zu verbessern.“

Radweg am Schlump: Weniger Radfahrer auf dem Gehweg

Geprüft und verkehrlich analysiert wurde der hochfrequentierte Abschnitt zwischen Gustav-Falke-Straße und Bogenstraße. Dafür wurden unter anderem Verkehrsdaten und Unfallzahlen vor und während des Verkehrsversuchs verglichen und eine Online-Befragung gestartet.

Dabei ist auch herausgekommen, dass vor allem die Fußgänger von dem neuen Radweg profitieren. Der Anteil der Radfahrer auf der Nebenfläche sei von 49 auf 12 Prozent zurückgegangen, heißt es vonseiten der Behörde. Die Folge: Weniger Konflikte auf dem Gehweg.

Hallerstraße und HafenCity: Temporäre Radwege werden evaluiert

Eine positive Bilanz gibt es auch beim Thema Unfälle: Im Untersuchungszeitraum 2020/21 wurden zehn Unfälle gezählt – im Vergleichszeitraum 2019/20 waren es mit 22 Unfällen mehr als doppelt so viele. Bei der Online-Befragung bewerteten 88 Prozent der Teilnehmer den Pop-Up-Radweg als gut oder sehr gut, 74 Prozent von ihnen fühlen sich darauf sicher oder sehr sicher.

Der LSBG bereitet derzeit den Erhalt des temporären Radweges für das Frühjahr 2022 vor. Bis dahin können die vorhandenen Radfahrstreifen weiterhin genutzt werden.

Die Verkehrsbehörde evaluiert derzeit auch die beiden temporären Radwege in der Hallerstraße und der HafenCity. So sollen Erkenntnisse für einen späteren Umbau der Straßen gewonnen werden. Bürgerinnen und Bürger können noch bis zum 27. Oktober online ihre Meinungen und Erfahrungen mitteilen.

( coe )

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