Coffee to Fly

Vorbild Jungfernstieg: Wird die Holtkoppel bald autofrei?

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Das übliche Verkehrschaos vor dem Coffee to Fly.

Das übliche Verkehrschaos vor dem Coffee to Fly.

Foto: Roland Magunia / Hamburger Abendblatt

Verkehrschaos und genervte Anwohner: Eine Sperrung für den öffentlichen Verkehr an der Holtkoppel soll für Entspannung sorgen.

Hamburg.  Zugegeben: Die Holtkoppel in Langenhorn ist nicht der Jungfernstieg. Doch die Probleme sind ähnlich. Nur, dass in dem flughafennahen Wohngebiet neben Auto- und Motorradposern auch zugeparkte Gehwege und Wohnstraßen seit Jahren für Ärger sorgen. Verursacht wird dieser durch die Besucher des Coffee to Fly, einem beliebten Aussichtspunkt mit Blick auf startende und landende Flugzeuge.

Bislang haben weder Polizeikontrollen noch die Einführung von Tempo 30 etwas gebracht. Jetzt wollen die Grünen und die SPD aus Hamburg-Nord dauerhaft für Ruhe und Ordnung sorgen: Das letzte Teilstück der Holtkoppel soll für den Auto- und Motorradverkehr gesperrt werden. Wie der Jungfernstieg.

Wie auf dem Jungfernstieg: Bald vielleicht keine Autos vorm Coffee to Fly

„Wir fordern das Bezirksamt auf, diesen Bereich für den allgemeinen Fahrzeugverkehr zu entwidmen“, sagen die Abgeordneten Wolfgang Prott (Grüne) und Martina Schenkewitz (SPD), deren Antrag vor Kurzem im Regionalausschuss beschlossen wurde. Von der Sperrung würde das gesamte Wohngebiet profitieren, und die Besucher des Coffee to Fly hätten einen entspannteren Aufenthalt.

„Wir haben in den letzten Jahren schon vieles versucht, um die Aufenthaltsqualität an der Aussichtsplattform und die Verkehrsproblematik an den umliegenden Straßen zu verbessern – bisher leider ohne Erfolg“, so Prott. „Mit der Entwidmung des Bereichs am Coffee to Fly für den allgemeinen Fahrzeugverkehr starten wir einen neuen Versuch, die stark strapazierten Anwohner und Anwohnerinnen zu entlasten.“

Wird die Holtkoppel endlich entwidmet?

Das damals von Harald Rösler geführte Bezirksamt hatte dem Betreiber des Coffee to Fly über Jahre immer neue Ausbauten genehmigt. Um sich gegen die zunehmende Verkehrsbelastung zu wehren, gründeten Anwohner daraufhin die Initiative „Holtkoppel 100“. Bereits 2018 hatte die Bezirksversammlung gefordert, eine alternative Zufahrtsmöglichkeit und die Entwidmung des letzten Teilstücks der Holtkoppel zu prüfen. 2020 sollte die Zufahrt zur Aussichtsplattform über die Sommermonate probehalber gesperrt werden – was wegen rechtlicher Bedenken jedoch nicht umgesetzt wurde.

„Nachdem über viele Jahre alle Maßnahmen gescheitert sind, das Verkehrsverhalten rücksichtloser motorisierter Besucher in den Griff zu bekommen, ist dieser Antrag zwingend notwendig“, so Schenkewitz. Die Sicherheit der Menschen und der Schutz des Siedlungsgebietes müsse in der Abwägung vorrangig eingeordnet werden.

Nach dem Hamburgischen Wegegesetz könne die Wegeaufsichtsbehörde Wege, Straßen und Plätze für den öffentlichen Verkehr entwidmen – wie es kürzlich für den Jungfernstieg geschehen ist, der nur noch für den Fuß-, Rad-, Bus- und Taxiverkehr zugelassen ist. „Die Rechtslage ist in allen Bezirken gleich“, betont die Politikerin. „Die Holtkoppel ist zwar nicht der Jungfernstieg, liegt dafür aber in einem Landschaftsschutzgebiet und in einem Kleinsiedlungsgebiet.“

( fru )

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