Künstliche Intelligenz

100.000 Euro Preisgeld für "bahnbrechende Forschung"

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Marc Hasse
Prof. Fabian Theis erhält den Hamburger Wissenschaftspreis 2021

Prof. Fabian Theis erhält den Hamburger Wissenschaftspreis 2021

Foto: Astrid Eckert / Akademie der Wissenschaften Hamburg

Der Hamburger Wissenschaftspreis 2021 geht an den Bio-Informatiker Fabian Theis – er "ebnet den Weg für die Medizin der Zukunft".

Hamburg. Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine wichtige Rolle etwa in der Sprach- und Bilderkennung und bei der Auswertung großer Datenmengen. Zunehmend werden „schlaue“ Algorithmen (Rechenanweisungen) aber auch in der Medizin erprobt.

Zu den Pionieren dieser Bio-Informatik zählt Fabian Theis, Direktor des Institute of Computational Biology in München. Die Arbeiten des Mathematikers seien „bahnbrechend“, erklärte die Akademie der Wissenschaften in Hamburg zur Begründung, warum sie Theis mit dem Hamburger Wissenschaftspreis 2021 auszeichnen wird.

Künstliche Intelligenz: Tschentscher würdigt Preisträger

Den mit 100.000 Euro dotierten Preis stiftet die Hamburgische Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve. Die Preisverleihung soll am 12. November im Hamburger Rathaus unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) stattfinden.

Tschentscher, der früher als Labormediziner arbeitete, würdigte den Preisträger als „außergewöhnlichen Wissenschaftler“. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen in der Medizin „biete die Chance, die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen zu verbessern“, sagte er.

Künstliche Intelligenz hilft bei Diagnose von Augenkrankheit

Nach Darstellung der Akademie der Wissenschaften gehört Fabian Theis zu den „wenigen Forschenden, deren Erkenntnisse direkt zur klinischen Anwendung führen“, beispielsweise in der Behandlung von Hautkrankheiten und von diabetischer Retinopathie.

Zur automatisierten Diagnose dieser Augenkrankheit habe die Forschungsgruppe um Theis einen Screening-Algorithmus entwickelt, der 75 Prozent weniger annotierte, also fachlich kommentierte Daten benötige und Diagnosen mit der gleichen Leistung durchführen könne wie Fachkräfte. „Die geringe Verfügbarkeit annotierter Daten ist eine große Herausforderung für die Medizin. Wir haben es deshalb zu unserem Ziel gemacht, Methoden zu entwickeln, die weniger Daten benötigen und sich dadurch für den klinischen Einsatz eignen“, sagte der Forscher.

Forscher "ebnet den Weg für die Medizin der Zukunft"

Fabian Theis setzte KI von der biomedizinischen Forschung über das Gesundheitswesen bis hin zur Präzisionsmedizin ein, sagte der Juryvorsitzende und Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, Prof. Edwin J. Kreuzer.

„Er hat den enormen Wert von KI-basierten Technologien in mehreren Anwendungen erfolgreich demonstriert.“ Damit ebne Theis den Weg für die Medizin der Zukunft.

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