Bundestagswahl 2021

Was Sie zur Wahl am Sonntag in Hamburg wissen müssen

| Lesedauer: 5 Minuten
Andreas Dey
Hamburgs Landeswahlleiter Oliver Rudolf zeigt einen Musterbrief. Seine Behörde hat rund 1,3 Millionen Wahlbenachrichtigungen verschickt.

Hamburgs Landeswahlleiter Oliver Rudolf zeigt einen Musterbrief. Seine Behörde hat rund 1,3 Millionen Wahlbenachrichtigungen verschickt.

Foto: Jonas Walzberg / picture alliance/dpa

Frauen sind in Hamburg in der Mehrheit und Kugelschreiber sind möglichst mitzubringen. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Hamburg.  Neun Tage lang liefen die Maschinen, um die Wahlbenachrichtigungen für 1,3 Millionen Hamburger auf 27 Tonnen Papier zu drucken – doch mit welchem Ergebnis kommen die Stimmzettel am Sonntag zurück? Bevor eine der spannendsten Bundestagswahlen aller Zeiten auf die Ziellinie einbiegt, beantwortet das Abendblatt die wichtigsten Fragen.


Wer ist wahlberechtigt?


Alle Deutschen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind. Das sind exakt 1.298.859 der 1,9 Millionen Hamburger. Ein Rekord ist das übrigens nicht: Denn obwohl die Stadt nie mehr Einwohner hatte als derzeit, gab es nach Angaben des Landeswahlamts zur Bundestagswahl 1965 sogar 1,39 Millionen Wahlberechtigte. Aktuell gilt: Gut 52 Prozent der Wahlberechtigten sind weiblich. 4.453 Menschen dürfen wählen, obwohl sie im Ausland leben, denn sie haben ihren Erstwohnsitz in Hamburg. 471 Wahlberechtigte sind 100 Jahre und älter (darunter nur 69 Männer), und 34 feiern am Sonntag 18. Geburtstag.


Wann öffnen die Wahllokale?


Die 1268 Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Sie befinden sich zum Teil an ungewöhnlichen Orten, etwa in der Windmühle Johanna in Wilhelmsburg und in zwei Waschsalons.


Was muss ich mitbringen?


Die amtliche Wahlbenachrichtigung und den Personalausweis.


Wie sind die Corona-Regelungen?


In den Wahllokalen und den Auszählzentren ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, und es ist eine medizinische Maske zu tragen. Wer davon befreit ist, muss ein Attest vorweisen können. Obwohl das Landeswahlamt 48.800 Kugelschreiber bestellt hat, sollten die Wähler möglichst einen eigenen Kugelschreiber mitbringen – zwecks Hygiene. Aus dem gleichen Grund stehen 2381 Liter Desinfektionsmittel bereit.


Wie hoch ist der Briefwähler-Anteil?


So hoch wie nie zuvor. Bis Donnerstagabend haben 544.787 oder 42,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler die Unterlagen angefordert. Zum Vergleich: 2017 waren es zum gleichen Zeitpunkt 29,9 Prozent. Rund 470.000 Stimmzettel wurden bereits wieder zurückgeschickt. Landeswahlleiter Oliver Rudolf rechnet daher mit einer sehr hohen Wahlbeteiligung von bis zu 80 Prozent. 2017 waren es 76 Prozent. Der bisherige Tiefstand lag 2013 bei 70,3 Prozent.

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Kann ich noch Briefwahl machen?


Nein, die Frist für die Beantragung ist am Freitag um 18 Uhr ausgelaufen. Ausnahmen gelten nur für Notfälle.


Krank oder in Quarantäne?


Bei plötzlicher Erkrankung oder für den Fall einer Quarantäne-Anordnung kann Briefwahl auch noch am Wahlsonntag bis 15 Uhr beantragt werden: Mit dem ausgefüllten Antrag aus der Wahlbenachrichtigung könne eine Person zur Abholung der Wahlunterlagen bevollmächtigt werden, so das Landeswahlamt. Es müsse aber ein ärztliches Attest beigefügt oder die plötzliche Erkrankung „auf andere Weise glaubhaft“ gemacht werden.

Die Abholung kann in der Wahldienststelle (wo das ist, steht im Briefkopf der Wahlbenachrichtigung) am Sonnabend von 8 bis 12 Uhr und am Wahlsonntag von 8 bis 15 Uhr erfolgen. Die bevollmächtigte Person kann den Wahlbrief anschließend bis Sonntag, 18 Uhr, zur Kreiswahlleitung bringen.


Wo kann ich barrierefrei wählen?


868 der 1268 Wahllokale sind barrierefrei. Gehört das eigene Wahllokal nicht dazu, kann in jedem Wahllokal des eigenen Wahlkreises gewählt werden. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e. V. stellt kostenlos Stimmzettelschablonen und Informationen zur Verfügung: Telefon 040 209 40 40 oder per E-Mail an info@bsvh.org.


Noch Fragen?


Bei Problemen oder Fragen zur Wahl (nicht zu den Ergebnissen!) steht der Telefonische HamburgService unter Telefon 115 auch am Wahlwochenende jeweils von 8 bis 18 Uhr zur Verfügung.


Wann und wo wird ausgezählt?


Am Sonntag von 18 Uhr an direkt in den Wahllokalen sowie in den Briefwahlzen­tren. Deren Standorte stehen im Internet unter: www.hamburg.de/wahlen. Die Auszählung ist öffentlich und kann von jeder interessierten Person verfolgt werden – Störungen sind dabei verboten.


Wann gibt es erste Ergebnisse?


Die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken werden fortlaufend im Internet unter www.bundestagswahl-hh.de präsentiert. Mit einer ersten Hochrechnung für Hamburg wird gegen 19.30 Uhr gerechnet, mit dem amtlichen Endergebnis am späten Abend. Welche Parteien wie viele Sitze erhalten und wie diese sich auf die Kandidatinnen und Kandidaten verteilen, wird voraussichtlich erst in der Nacht zu Montag feststehen.


Wie wurde 2017 gewählt?


Bei der letzten Bundestagswahl kam die CDU in Hamburg auf 27,2 Prozent der Zweitstimmen, die SPD auf 23,5, die Grünen auf 13,9, die Linke auf 12,2, die FDP auf 10,8 und die AfD auf 7,8 Prozent. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Radio Hamburg sieht dieses Mal die SPD mit 33 Prozent klar vor den Grünen (18) und der CDU (14).

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