Königstraße

Hamburger Verkehrsader wird nun „Straße der Zukunft“

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Andreas Dey
Die Königstraße in Hamburg soll besonders breite Radwege bekommen.

Die Königstraße in Hamburg soll besonders breite Radwege bekommen.

Foto: Behörde für Verkehr und Mobilitätswende

Die Vorbereitung für die Umgestaltung der Straße in Altona beginnt schon kommende Woche. Das sind die konkreten Pläne.

Hamburg. Sie ist eine wichtige Verkehrsader in Altona und wird nun ein neues Gesicht erhalten: Die Königstraße soll Hamburgs erste „Straße der Zukunft“ werden. Ein hochtrabender Titel, hinter dem sich allerdings auch ambitionierte und in Teilen ungewöhnliche Pläne verbergen, die Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Mittwoch vorgestellt hat. Es geht dabei um nicht weniger als die Themen Mobilitätswende, Bekämpfung des Klimawandels und Schutz vor Starkregen – und das alles ein einer Maßnahme.

Doch der Reihe nach: Bereits von Montag an werden als Vorabmaßnahme entlang der Königstraße breite Radfahrstreifen eingerichtet und so ein Teilstück der Veloroute 12 vom Hamburger Westen in die Innenstadt aufgewertet.

Königstraße in Hamburg: Fahrstreifen werden gesperrt

Dafür wird in beide Fahrtrichtungen jeweils der rechte Fahrstreifen für Autos, Lkw und Motorräder gesperrt. Eine Ausnahme bildet dabei nur der Knotenbereich Königstraße/ Mörkenstraße/ Kirchenstraße, wo zumindest in Fahrtrichtung Osten zwei Fahrstreifen bleiben. Diese Arbeiten sollen bis zum 9. Oktober abgeschlossen sein.

Die eigentliche Umgestaltung der Königstraße zwischen Max-Brauer-Allee und Reeperbahn, die auch die Grundinstandsetzung der Fahrbahn sowie die Sanierung von Straßenabläufen und Anschlussleitungen umfasst, beginne dann voraussichtlich Ende 2022, so Tjarks. Dabei gehe man nach den Kriterien der „blau-grünen Infrastruktur“ vor.

Geschütze Radwege sollen zum Fahrradfahren animieren

Konkret heißt das: Neben den Fahrbahnen entstehen in jeder Richtung 2,50 Meter breite Radwege, die baulich durch einen Bordstein abgetrennt sind – sogenannte „Protected Bike Lanes“, also geschützte Radwege. Sie ersetzen die bislang nur rudimentär vorhandenen Anlagen und sollen die Mobilitätswende vorantreiben.

„Wenn wir möchten, dass die Menschen Rad fahren, müssen wir Radwege bauen, auf denen sie sich sicher und wohl fühlen“, sagte Tjarks und bekräftigte das Ziel, den Anteil des „Umweltverbunds“ (Fußgänger, Radler und ÖPNV-Nutzer) von derzeit rund 65 bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern.

Königstraße in Hamburg soll mehr Bäume erhalten

Daneben soll auf beiden Seiten jeweils eine Reihe von Bäumen für einen gewissen Allee-Charakter sorgen. Unterm Strich sollen zusätzlich zu den 114 vorhandenen Gehölzen weitere 47 gepflanzt werden, sodass zusammen mit weiteren flachen Gewächsen ein Grünstreifen entsteht, der die Grünanlagen am Platz der Republik, im Schleepark und östlich des jüdischen Friedhofs miteinander verbindet.

Diese „grünen“ Maßnahmen sollen mit „blauen“ kombiniert werden: So soll Regenwasser von Dächern statt ins Siel direkt in Baumrigolen eingeleitet werden – das versorge einerseits die Straßenbäume mit Wasser, erhöhe die Verdunstungsrate und schütze so vor Starkregenereignissen.

Tjarks: "Mobilitätswende und Klimaschutz wachsen zusammen"

Nicht zuletzt werden auch die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut und die Gehwege erneuert und auf mindestens 2,65 Meter verbreitert. Bis 2024 sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein. Über Kosten und eventuelle Bundeszuschüsse gebe es noch keine endgültige Klarheit, aber man rechne mit einem einstelligen Millionenbetrag, hieß es. Von der Maßnahme würden perspektivisch auch die mehr als 2000 Schülerinnen und Schüler des Struensee-Campus an der Königstraße profitieren, so Tjarks.

„Die Königstraße ist die Straße der Zukunft, denn hier wachsen Mobilitätswende, Klimaschutz und Umgang mit Wasser zusammen“, sagte er. „Wir schaffen eine sichere Infrastruktur, auf der alle Verkehrsteilnehmenden sicherer vorankommen, aber gleichzeitig auch einen Grünzug mit 50 neuen Bäumen, der sich positiv aufs Stadtklima auswirkt und zugleich die Menschen und Pflanzen besser vor Klimaereignissen wie Hitzewellen und Starkregen schützt.“

Anhand der Königstraße werde auch deutlich, wie die Stadt der Zukunft aussehen könne, so der Senator. „Denn anstatt einer grauen Betonwüste bauen wir Grünflächen, die für ein gutes Mikroklima sorgen und die Aufenthaltsqualität enorm steigern.“

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