Hamburg persönlich

Warum sich Regisseur Fatih Akin über Hexen freut

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Fatih Akin bei der Musical-Premiere von Wicked auf dem grünen Teppich.

Fatih Akin bei der Musical-Premiere von Wicked auf dem grünen Teppich.

Foto: Morris Mac Matzen / Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

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Hamburg. Kunst und Oldtimer, geht das? Ja, das geht. Das hat zumindest Nisvican „Nissi“ Roloff-Ok wieder einmal mit ihrer Veranstaltung „Nissis Kunst auf Rädern“ bewiesen. „Die Verbindung eines Oldtimer Treffens mit einer Kunstausstellung ist naheliegend, denn diese Autos sind fahrende Skulpturen und Design auf höchstem Niveau“, sagt die Galeristin Nisvican Roloff-Ok. Etwa 40 seltene historische Fahrzeuge konnten bei der Veranstaltung in der HafenCity bestaunt werden, darunter ein Ford Speeds­ter von 1915.

Aber auch moderne Modelle wie der neueste Lamborghini und das innovative Prototyp-Auto Sportsfish wurden bei der Veranstaltung gezeigt. Am Nachmittag starteten einige der Fahrzeuge sogar zu einer Ausfahrt durch Hamburg, entlang der HafenCity und der Reeperbahn bis nach Oevelgönne. Und die Kunst? Die gab es in Nissis Kunstkantine zu sehen, bei einer Vernissage mir der Malerin Ingrid Wieser und dem Holzbildhauer Daniel Bucur. „Es war ein sonniger Tag mit Kunst, Design, Musik und vielen glücklichen Gästen“, so Nisvican Roloff-Ok. „Ich freue mich schon auf das nächste ,Nissis Kunst auf Rädern‘- Event im kommenden Jahr“.

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Der ehemalige Digital-Chef von Gruner + Jahr soll dem Hamburger Unternehmen Statista dabei helfen, den Umsatz bis zum Jahr 2025 auf rund 250 Millionen Euro zu verdoppeln. Arne Wolter, der mehr als 20 Jahre für Gruner und die Konzernmutter Bertelsmann tätig war, ist neuer Chief Sales und Marketing Officer bei Statista. In dieser Funktion leitet er das weltweite Account-Geschäft. „Wir freuen uns, mit Arne einen so brillanten und international erfahrenen Kollegen an Bord begrüßen zu dürfen. Wir haben mit Statista in den nächsten Jahren einiges vor, und Arne bringt genau die richtige Kombination aus Expertise und Leidenschaft mit, um unsere ambitionierten Wachstumsziele aktiv mitzugestalten“, sagt Friedrich Schwandt, Gründer und Geschäftsführer von Statista. Wolter selbst sagt über seinen Wechsel: „Ich bin zutiefst beeindruckt, was mein neues Team geleistet hat und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit. Ich werde, sobald es wieder möglich ist, bei allen Büros weltweit vorbeischauen, um meine neuen Kolleginnen und Kollegen persönlich kennenlernen zu können.“

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Großen Beifall hat die Sopranistin Esther Bomhard bekommen. Und das an einem eher ungewöhnlichen Ort. Die Künstlerin war zu Gast an Katharina-von-Siena-Schule in Langenhorn und hat vor Viertklässlern ein kleines Konzert gegeben. Anlass war der Start der neuen KulturZeit, einer Aktion an den katholischen Schulen der Stadt. Für die werden zukünftig sogenannte Kultur-Kioske eröffnen, an denen kostenlose Theaterkarten angeboten, neue Kinderbücher vorgestellt, Kurzlesungen gehalten oder – wie jetzt in Langenhorn – Künstler persönlich Einblick in verschiedene Kulturbereiche geben. Sopranistin Esther Bomhard beispielsweise führte in eine Arie der „Zauberflöte“ ein. „Wir lernen als Sängerinnen, dass wir mit unserer Stimme große Säle füllen – ganz ohne Mikro. Aber das braucht ganz viel Übung“ so Esther Bomhard. „Wir nutzen einfach unseren Körper, atmen supertief ein. Ich fühle mich dann immer wie ein dicker Ballon.“ Mit Unterstützung des Kulturforum21 der katholischen Schulen sollen mit dem Programm kulturelle Impulse gesetzt werden. Ziel ist es, dass die Schüler auch selbst kleine Programme gestalten.

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Als Mikro Wolf Wiegert 2003 zusammen mit einem Freund aus Pfadfindertagen 7000 Euro zusammenkratzte, um eine neue Cola-Marke zu gründen, hat er wohl kaum an den Erfolg geglaubt. Den größten Limonadenhersteller der Welt aus einer Studentenbude in Hamburg herausfordern? Das klingt nach jugendlicher Selbstüberschätzung! 18 Jahre später ist Fritz-Kola volljährig – und eine europaweit bekannte Marke. Gründer und Geschäftsführer Mirko Wolf Wiegert hat die Firmengeschichte „mit viel, viel Koffein“ jetzt aufgeschrieben. „fritz gegen goliath“ (304 Seiten, 20 Euro) heißt das Buch, in dem es nicht nur um die Erfolge geht, sondern auch um Hürden und Fehler. Und natürlich viele Anekdoten rund um das sozial und politisch engagierte Hamburger Unternehmen.

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18 Monate lang hatten die Musicaltheater von Stage Entertainment wegen Corona Zwangspause. Dementsprechend freuten sich die rund 900 Gäste der Wicked-Premiere in der Neuen Flora umso mehr über den Neustart. In dem Stück geht es um die Freundschaft zweier ungleicher Hexen. Eine davon ist Elphaba, die ein grünes Gesicht hat, und deshalb gab es auch keinen roten, sondern einen grünen Teppich für die Prominenz, die sich endlich mal wieder im Blitzlichtgewitter sonnen durfte. „Der Mensch braucht Kultur, Kunst und Unterhaltung. Das ist Essen für die Seele, und ich bin froh, dass es wieder was zu essen gibt“, sagte Filmregisseur Fatih Akin. Schauspielerin Jenny Elvers, die von ihrem Sohn Paul begleitet wurde, lobte: „Das Bühnenbild ist bezaubernd. Und die beiden Hauptdarstellerinnen sind klasse.“ Und Ex-Handballer Pascal Hens war auch begeistert. „Super Gesang, super Geschichte.“ Auch Hamburg-Tourismus-Chef Michael Otremba, Handelskammer-Präses Norbert Aust und Unternehmer Frank Otto, der in Begleitung von Schauspielerin Sandra Quadflieg war, kamen zur Premiere.

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Eine großzügige Spende hat die Arche Hamburg erhalten. Zum zweiten Mal hat die Einrichtung 165.000 britische Pfund (umgerechnet etwa 190.000 Euro) von der Direktbank Barclaycard bekommen. Die Mittel stammen aus dem 100 Millionen britische Pfund umfassenden „COVID-19 Community Aid Package“ der im Vereinigten Königreich ansässigen Konzernmutter Barclays. Überreicht wurde die Spende von Umut Savac, CSR Manager von Barclaycard, an den Arche-Regionalleiter Tobias Lucht. Die Hamburger Standorte der Arche betreuen aktuell mehr als 500 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen im Alter von vier bis 19 Jahren. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht dem Hilfswerk für Kinder und Jugendliche eine Weiterführung des besonders schwierigen Tagesgeschäfts während der Pandemie.

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Vor einem Jahr hat sich Michael Fritz aus Hamburg verabschiedet, um sich im Wien einem neuen Hotelprojekt zu widmen. Und vor Kurzem hat der 42-Jährige das Jaz in the City – eine Marke der Deutschen Hospitality, zu der auch Steigenberger gehört – eröffnet. Ein ehemaliges Bürogebäude wurde unweit von der Einkaufsmeile Mariahilfer Straße und dem berühmten Naschmarkt zu einem hippen Hotel mit 163 Zimmern umgebaut. An seiner ehemaligen Wirkungsstätte als Direktor vom Steigenberger Hotel Treudelberg in Lemsahl-Melling­stedt hatte Fritz einen Golfplatz vor der Tür, jetzt liegt ihm von der Rooftop-Bar in der siebten Etage die österreichische Hauptstadt zu Füßen. Musik ist der Schwerpunkt im Jaz in the City, deshalb hat auch jedes Zimmer einen eigenen Plattenspieler, und das Hotel wird zur Bühne. So erwartet die Gäste Livemusik und DJ’s legen auf. Die ersten Hamburger haben schon in dem Hotel übernachtet, „natürlich freue ich mich besonders auf Gäste aus der Hansestadt, ich hatte dort eine tolle Zeit“. In Wien hat der Hotelfachmann bereits in der Vergangenheit mehrere Jahre gearbeitet und ist bestens vernetzt. Ein eigenes Domizil hat der gebürtige Karlsruher auch schon gefunden, er wohnt gegenüber vom Schloss Schönbrunn. Gerne hätte der Jaz-Direktor zur Eröffnung eine große Party gegeben und dazu auch seine zahlreichen Hamburger Weggefährten eingeladen. Doch wegen Corona gab es nur eine kleine Zeremonie, zu der der Deutsche Hospitality-Chef Marcus Bernhardt und der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner kamen. Und noch eine ehemalige Wahlhamburgerin mischt jetzt in der Wiener Hotellerie kräftig mit. Die Rede ist von Dagmar Zechmann, die bis Anfang 2018 das The Westin in der Elbphilharmonie führte. Seit Kurzem ist Zechmann die Direktorin vom Meliá Wien. Und das Fünf-Sterne-Haus befindet sich in dem höchsten Wolkenkratzer des Landes inklusive Restaurant in 220 Meter Höhe.

( sla )

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