Hamburg

„Schule ohne Rassismus“: So beweist man Courage

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Neue Landeskoordinatoren: Johanna Jöhnck und Christoph Berens.

Neue Landeskoordinatoren: Johanna Jöhnck und Christoph Berens.

Foto: Landesinstitut

In Hamburg bewerben sich fünf Schulen neu um den Titel. Zwei Landeskoordinatoren sollen Teilnehmer vernetzen und Patinnen vermitteln.

Hamburg. An 51 Hamburger Schulen hängen sie bereits: die schwarz-silbernen Schilder mit dem bundesweiten Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Bedeutet: Mindestens 70 Prozent aller Personen, die dort lernen und lehren, wollen sich gegen Diskriminierung einsetzen und jährlich mit mindestens einem Projekt dazu aktiv werden.

In Zukunft sollen sie dabei von den zwei neuen Landeskoordinatoren Christoph Berens und Johanna Jöhnck vom Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) unterstützt werden. Berens ist im LI zuständig für die Bereiche Demokratiepädagogik und Projektdidaktik, Jöhncks Schwerpunkt ist die Prävention von Antisemitismus und Rechtsextremismus.

„Wir möchten vernetzten. Dass die Schulen voneinander lernen können, ist bisher zu kurz gekommen“, sagte Berens am Donnerstag dem Abendblatt. „Und wir möchten sehen, dass die Schulen die Aufgaben machen und leben. Wir wollen, dass es mehr als nur ein Schild an der Tür ist.“

„Schule ohne Rassismus“: Fünf neue Bewerber in Hamburg

Dafür bietet die Landeskoordination Netzwerktreffen, Workshops für Schülerinnen und Schüler und Fortbildungen für Lehrkräfte an. Angeregt durch „Schule ohne Rassismus“ beleuchten Teilnehmer beispielsweise, welche Stereotype noch in Unterrichtsmaterialien stecken. Workshops sollen Rassismuserfahrungen thematisieren oder aufzeigen, wie Schülerinnen und Schüler sich gegen Diskriminierung engagieren können.

Außerdem hilft die Landeskoordination dabei, Paten zu vermitteln, die die Projekte von außen unterstützen. „Die Paten müssen zu der jeweiligen Schule passen“, sagt Berens. Namhafte Hamburger Paten seien die kürzlich verstorbene Holocaust-Zeitzeugin Esther Bejarano oder der Komödiant Buddy Ogün. Aber auch Ehemalige könnten aktiv werden.

Bundesweit sind aktuell rund 3600 Schulen mit mehr als einer Million Schülerinnen und Schüler an der Aktion „Schule ohne Rassismus“ beteiligt. Seit 2006 gibt es teilnehmende Schulen in Hamburg, bisher haben diese ihre Projekte hauptsächlich in Eigeninitiative umgesetzt. Momentan bewerben sich in der Hansestadt fünf neue Schulen um den Titel „Schule ohne Rassismus“. Zuletzt wurde dieser im August 2021 der Stadtteilschule Flottbek verliehen.

Mehr Informationen unter courageschulen.hamburg.de.

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