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Bald wieder Busse auf der Mönckebergstraße – das ändert sich

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HVV-Busse auf der Mönckebergstraße: Anfang des Jahres stellten Verkehrssenator Anjes Tjarks, Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeld, Brigitte Engler, Geschäftsführerin City Management Hamburg und Dietmar Hamm, GF Kontorhausverwaltung Bach, die Verlagerung der Busverkehre vor. Nun kommt es zu einer weiteren Änderung (Archivbild).

HVV-Busse auf der Mönckebergstraße: Anfang des Jahres stellten Verkehrssenator Anjes Tjarks, Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeld, Brigitte Engler, Geschäftsführerin City Management Hamburg und Dietmar Hamm, GF Kontorhausverwaltung Bach, die Verlagerung der Busverkehre vor. Nun kommt es zu einer weiteren Änderung (Archivbild).

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Service

Bestimmte Linien werden demnächst wieder über die Einkaufsstraße rollen. Stadt setzt weitere Pläne um. Los geht es im September.

Hamburg. Sechs Monate lang war es ruhig in Hamburgs beliebter Einkaufsstraße: Die Mönckebergstraße wurde am 1. März für den Busverkehr gesperrt – nicht nur wegen der höheren Aufenthaltsqualität, sondern auch, damit die Baumaßnahmen an der U3 zügig vorankommen. Die Busse werden seitdem über die Steinstraße geführt. Doch nach der sechsmonatigen Erprobung einer busfreien Mönckebergstraße kommt es nun ab September zu Änderungen, wie die Verkehrsbehörde am Freitag mittteilte.

Ab dem 1. September fahren die Buslinien 16 und 17 Richtung Willy-Brandt-Straße über die Domstraße. Dadurch werde der Speersort deutlich entlastet, heißt es in der aktuellen Mitteilung. Zudem sollen dadurch "neue Bereiche für den öffentlichen Personen-Nahverkehr der inneren Stadt" erschlossen werden.

HVV: Busse fahren wieder durch Mönckebergstraße

"In einer weiteren Stufe werden die Buslinien 3, 5, 19 und alle Nachtbus-Linien (600er) ab 24. November wieder in die Mönckebergstraße zurückverlegt", so die Verkehrsbehörde. Hintergrund der Maßnahme sind die momentan im Bau befindlichen Fußgängeraufgänge von den Bahnsteigen des Hamburger Hauptbahnhofs auf die Steintorbrücke. Dadurch erwartet die Behörde Fußgängerströme von der Steintorbrücke in die Mönckebergstraße.

Für diesen Schritt seien "eine Knotenanpassung und eine damit verbundene Neufassung der Busführung" notwendig. Bis dahin soll das Projekt "Busfreie Mönckebergstraße" evaluiert werden. Das Ergebnis wird voraussichtlich im Sommer 2022 vorliegen.

Entscheid über dauerhafte Route der HVV-Busse Ende 2022

In der Zwischenzeit wollen die Stadtentwicklungs- und die Verkehrsbehörde in Rücksprache mit den Akteuren in der Innenstadt sogenannte "stadt- und freiräumliche Szenarien" für die Mönckebergstraße erarbeiten. Die Evaluation und die Handlungsvorschläge sollen die Grundlage dafür bilden, Ende 2022 über eine dauerhafte Führung der Buslinien und die Entwicklung des Stadtraums Mönckebergstraße/Steinstraße zu entscheiden.

"So werden wir die Grundlagen dafür schaffen, eine langfristige Perspektive für die Mönckebergstraße und die Busnetzkonzeption Ende 2022 zu treffen", sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Freitag. "Diese soll die Lebendigkeit der Innenstadt durch mehr Aufenthaltsqualität erhöhen.“

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Aus busbetrieblicher Perspektive könne man laut Tjarks festhalten, dass auch die Verlegung aller Busverkehre in die Steinstraße bisher gut funktioniert habe. "Durch den Neubau der Fußgängeraufgänge an der Steintorbrücke wird aufgrund der damit zu erwarteten Fußgängerströme von der Steintorbrücke zur Mönckebergstraße eine Veränderung des Knotens und damit verbundenen Buslinienführung nötig." Deswegen fahren ab Ende November wieder drei Linien sowie die Nachtbusse durch die Mönckebergstraße.

Mönckebergstraße weiter von HVV-Bussen befreien?

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD), betonte, dass in diesem zentralen öffentlichen Raum "ein klares Mehr an Aufenthaltsqualität" gesichert sei, da die Mönckebergstraße weiterhin von Teilen des früheren Busverkehrs befreit bleibe. "Ganz im Sinne unseres Handlungskonzepts Innenstadt stärken wir damit unsere Innenstadt als attraktiven, lebendigen Ort", so Stapelfeldt. Die Erfahrungen mit der busfreien und der busarmen Mönckebergstraße in den vergangenen und kommenden Monaten würden auch in die weiteren Planungen einfließen.

Behörden sehen folgende Vorteile in der Aufsplittung der Busverkehre am Knoten Mönckebergstraße/Steintorwall:

  • Es werden neue Bereiche (rund um die Domstraße) verkehrlich neu erschlossen
  • Der Speersort (Bereich St. Petri) wird deutlich entlastet
  • Das Kontorhausviertel bleibt weiterhin gut erreichbar
  • Der Busverkehr in der Steinstraße (insbesondere nachts) geht durch die Halbierung der Busse deutlich zurück
  • Der Busverkehr in der Mönckebergstraße wird im Sinne der Aufenthaltsqualität reduziert – bei gleichzeitiger guter Erreichbarkeit des Einzelhandels

Neue HVV-Bushaltestelle in Hamburger City geplant

Durch die Umlegung der Linien 16 und 17 in die Domstraße wird eine Bushaltestelle in südlicher Fahrtrichtung gegenüber der bestehenden Haltestelle Speersort (Mönckebergstraße) am Fahrbahnrand eingerichtet, wie die Behörde ebenfalls mitteilte. "Eine weitere Haltestelle wird in südlicher Fahrtrichtung zwischen Große Reichenstraße und Willy-Brandt-Straße als sogenannte „Kaphaltestelle“ hergestellt." Das bedeutet, dass der Gehweg dafür ein Stück weit in Richtung der Straße verbreitert wird.

In nördlicher Fahrtrichtung wird es eine Bushaltestelle zwischen Willy-Brandt-Straße und Große Reichenstraße geben. Alle Bushaltestellen werden 42 Meter lang und mit taktilen Leitmarkierungen versehen.

Ab kommender Woche starten die Hamburger Hochbahn und die beteiligten Behörden eine Befragung der Nutzerinnen und Nutzer zu den Busführungen im Bereich der Mönckebergstraße, der Steinstraße sowie des Kontorhausviertels.

( coe )

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