Verkehr Hamburg

Weniger Unfälle, aber mehr schwer verletzte Radfahrer

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Kollision von Auto und E-Scooter an den Elbbrücken.

Kollision von Auto und E-Scooter an den Elbbrücken.

Foto: Michael Arning

Starker Anstieg der Unfälle mit den Rollern. Auch mehr verletzte Radfahrer. Insgesamt zeigt die Halbjahresbilanz aber einen Rückgang.

Hamburg. Die Unfallzahlen sind in Hamburg – auch wegen der Coronapandemie – im ersten Halbjahr 2021 weiter gesunken. Sie gingen um rund vier Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 auf jetzt 26.659 registrierte Unfälle zurück. Im Vergleich mit dem selben Zeitraum in 2019 sanken sie sogar um 20 Prozent. Das zeigt eine Statistik der Polizei, die dem Abendblatt vorliegen.

Ausnahmen von der erfreulichen Entwicklung zeigen sich bei Radfahrern und E-Scootern. Die Zahl der schwer verletzten Radfahrer ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um 8,3 Prozent gestiegen. 2019 wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres noch 96 Radfahrer schwer verletzt, 2020 waren es im selben Zeitraum bereits 105 und 2021 auch noch 104. Die Polizei führt dies auf eine verstärkte Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel und darauf zurück, dass Unfälle öfter angezeigt würden.

Anzahl der Unfälle in Hamburg mit „Elektrokleinstfahrzeugen“ stieg um 183 Prozent

Gleichwohl sank auch die registrierte Gesamtzahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern – von 1663 im ersten Halbjahr 2019 auf 1552 im vergangenen und 1506 in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Das entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent zwischen den Vergleichszeiträumen in 2019 und 2021. Im ersten Halbjahr 2021 kam ein Radfahrer im Hamburger Verkehr ums Leben, im selben Zeitraum 2019 und 2020 waren jeweils zwei Tote zu beklagen.

Die Anzahl der Unfälle mit „Elektrokleinstfahrzeugen“, also vor allem E-Scooter, stieg vom ersten Halbjahr 2020 zum ersten Halbjahr dieses Jahres um 183 Prozent. Wurden in den ersten Monaten des Jahres 2020 noch 52 Unfälle mit den elektrisch getriebenen Rollern registriert, so waren es im ersten Halbjahr 2021 bereits 147. Neun Fahrer wurden dabei schwer verletzt.

Roller werden oft als „Spaßmobil“ gebraucht

„Die Analyse der Unfälle deutet auf eine Nutzung der Fahrzeuge als Spaßmobil hin. In 16,4 Prozent der Fälle im Jahr 2021 waren die Nutzer alkoholisiert“, teilt die Polizei mit. „Eigenunfälle und Kollisionen mit Fußgängern, zum Teil mit Flucht, sind typische Erscheinungsformen. In über 70 Prozent der Fälle wurde 2021 der Verkehrsunfälle von den Nutzern verursacht.“ Die Polizei kon­trolliere E-Scooter daher gezielt und versuche auch über Social Media potenzielle Fahrer für eine verantwortungsvolle Nutzung zu sensibilisieren.

In anderen Bereichen der Statistik ist die Entwicklung fast durchweg positiv. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden ging gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 in 2021 um 5,9 Prozent auf 2754 Fälle zurück. Die Zahl der Schwerverletzten sank von 340 auf 328, die der Getöteten von acht auf sieben und die der Leichtverletzten von 3240 auf 2960. Es verunglückten auch weniger Kinder, Senioren und Fußgänger. Allein die Zahl der Unfälle von jungen Erwachsenen nahm um 1,9 Prozent ein wenig zu.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Seit Anfang Juni deute wieder „alles auf eine deutliche Zunahme des Straßenverkehrs hin“, sagte Polizeisprecherin Sandra Levgrün. Die Polizei beobachte auch „vermehrt Verkehrsunfälle mit aktiv am Straßenverkehr teilnehmenden Kindern“. Derzeit werde seit Schulbeginn „der jährliche Schwerpunkteinsatz Schulwegsicherung durchgeführt“, so Levgrün. „Darüber hinaus sollten alle Verkehrsteilnehmer insbesondere auf Kinder achten, die nicht ganz so geübt am Straßenverkehr teilnehmen.“

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