Corona Hamburg

Zutritt nur für Geimpfte und Genesene: Aufregung um 2G-Pläne

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Restaurant, Kino, Theater nur für Geimpfte und Genesene

Restaurant, Kino, Theater nur für Geimpfte und Genesene

Der Hamburger Senat bereitet wegen der Corona-Lage das sogenannte 2G-Modell vor. Danach dürfen quasi nur noch Geimpfte und Corona-Genesene am öffentlichen Leben teilnehmen. Selbst ein PCR-Test soll dann nicht mehr ausreichen.

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AfD und FDP sehen „Impfpflicht durch die Hintertür“. Gastro-Branche hofft auf mehr Gäste. Lob und Kritik von der Kultur.

Hamburg.  Der Vorstoß des rot-grünen Senats, künftig Geimpften und Genesenen mehr Rechte einzuräumen als getesteten Menschen, hat in Hamburg zu großen Diskussionen geführt. In einer hitzigen Debatte in der Bürgerschaft sprachen AfD und FDP von einer „Impfpflicht durch die Hintertür“.

Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen oder können, würden wie „Aussätzige“ behandelt, sagte AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann. Auch die Linkspartei warnte vor einer „Zweiklassengesellschaft“. Grüne und CDU begrüßten es hingegen, dass der Senat Betreibern und Veranstaltern mit dem sogenannten 2G-Modell eine Perspektive aufzeige.

Corona in Hamburg: Getestete wären von Veranstaltungen ausgeschlossen

Nach diesem Vorschlag sollen Kinos, Konzerthallen und Theater sowie Restaurants und Event-Veranstalter künftig wählen können, ob sie mit Corona-Auflagen leben wollen oder nur Geimpften und Genesenen (2G) Zutritt gewähren – im Gegenzug dürfen sie mehr Gäste bzw. ein größeres Publikum zulassen. Getestete wären ausgeschlossen.

Zustimmung kam vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband: Wenn Gastronomen künftig die Wahl hätten, ob sie 2G anwenden oder mit Beschränkungen leben wollen, könne sich jeder „entsprechend der individuellen Situation entscheiden“, sagte die Hamburger Landesgeschäftsführerin Ulrike von Albedyll. Kultwirtin Rosi Sheridan McGinnity (Rosi’s Bar) sagte dagegen: „Damit schiebt der Senat den Mist doch nur uns Gastronomen vor die Tür.“

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Theaterleiter befürworten den Senatsvorstoß

Am St. Pauli Theater befürworten die Theaterleiter Ulrich Waller und Thomas Collien den Senatsvorstoß: „2G und die sich daraus ergebenden reduzierten Abstandsregeln sind aus unserer Sicht der einzige wirtschaftliche Weg mit Perspektive und eine richtige Maßnahme, einen weiteren drohenden Lockdown zu verhindern.“ Tom Till, Kaufmännischer Geschäftsführer am Thalia Theater, sagte dagegen: „Uns ist noch nicht ersichtlich, was hinter dem aktuellen Vorstoß steckt.“ Man sei ein Haus, das für alle zugänglich sein wolle.

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Auch im Hamburger Fußball könnte die 2G-Regelung eine größere Rolle spielen. St. Paulis Präsident Oke Göttlich hat in der „SZ“ bestätigt: „Wir müssen uns mit so einem Modell beschäftigen, weil wir glauben, dass das die Chance erhöht, die Stadien wieder vollzubekommen.“ Um eine Aufstockung auf 25.000 Zuschauer zu ermöglichen, ist man offenbar auch beim HSV grundsätzlich bereit, nur noch Geimpfte und Genesene ins Volksparkstadion zu lassen, Getestete nur noch in Ausnahmefällen.

( dey, ryb, lx, msch, jomi )

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