Schule in Corona-Zeiten

So sind die Abiturklausuren in Hamburg ausgefallen

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Schule in Hamburg: Die schriftlichen Abiturprüfungen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sind besser ausgefallen als in den vergangenen Jahren.

Schule in Hamburg: Die schriftlichen Abiturprüfungen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sind besser ausgefallen als in den vergangenen Jahren.

Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael

Rund 9900 Hamburger Schüler unter erschwerten Bedingungen geprüft – erste Ergebnisse. So geht es nach den Sommerferien weiter.

Hamburg. Auch in diesem Jahr mussten die rund 9900 Hamburger Schülerinnen und Schüler ihre Abiturprüfungen unter erschwerten Corona-Bedingungen schreiben, doch das haben sie erneut gut gemeistert: So sind die schriftlichen Abiturprüfungen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch besser ausgefallen als in den vergangenen Jahren. Das hat eine Schnellauswertung der Schulbehörde auf Basis von rund 80 Prozent der Prüfungsergebnisse ergeben.

Besonders große Verbesserungen gibt es im Fach Mathematik, hier liegt die Durchschnittsnote auf Grundlage der vorliegenden Klausuren bei 2,74 (Abitur 2020: 3,25). Die Verbesserungen zeigen sich sowohl an den Gymnasien (Note: 2,52; Abitur 2020: Note 3,13) als auch an den Stadtteilschulen (Note 3,67; Abitur 2020: 4,17).

Hamburger Abiturienten gute Ergebnisse in Kernfächern

In den Fächern Deutsch und Englisch gibt ebenfalls einen positiven Trend, der jedoch weniger ausgeprägt ist. In Deutsch beträgt die Durchschnittsnote 2,69 (Vorjahr: 2,85), in Englisch 2,48 (Abitur 2020: 2,59). Dieser positive Trend sei an Gymnasien und Stadtteilschulen gleichermaßen festzustellen, so die Schulbehörde.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) ist sehr erfreut über die guten Ergebnisse in den Kernfächern. „Die Schülerinnen und Schüler und die Schulen hatten keine einfachen Rahmenbedingungen. Dennoch zeigen die vorläufigen Ergebnisse, dass es richtig war, die Abiturprüfungen durchzuführen und nicht abzusagen“, so Rabe. „Die Schülerinnen und Schüler konnten sich gemeinsam mit ihren Lehrkräften offenbar gut vorbereiten und auch die frühzeitig angepassten Prüfungsbedingungen waren angemessen.“

Hamburger Schüler für Abiturklausuren halbe Stunde mehr Zeit

Wegen der coronabedingten Umstellungen hatten viele der Jugendlichen ausgerechnet vor ihrem Abitur mehr als ein halbes Jahr lang kaum Präsenzunterricht. Gerade die Abschlussjahrgänge standen vor einer schwierigen Situation. Als Ausgleich erhielten die Schülerinnen und Schüler für die Abiturklausuren eine halbe Stunde mehr Zeit. Außerdem wurden die in den Aufgaben aufgegriffenen Themen den Abiturienten vorher etwas genauer als sonst üblich beschrieben, so dass sie sich gezielter vorbereiten konnten.

„Aufgrund dieser Anpassungen hatten die Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge faire Chancen auf einen guten Schulabschluss, wie die Jahrgänge zuvor“, ist Rabe überzeugt. Derzeit läuft noch das mündliche Abitur, bis zum 18. Juni sollen die Abiturienten ihre Zeugnisse im Rahmen kleiner Abschlussfeiern erhalten.

Chaos bei Bio-Abi – Schulsenator Rabe zog Konsequenzen

Eine größere Panne hatte es in diesem Jahr in Hamburg beim Biologie-Abitur gegeben. In drei Fällen mussten Fehler in den Aufgabenstellungen während der laufenden Prüfung korrigiert werden, was zu erheblichen Verzögerungen führte. Unter anderem passte in Teilen der Klausuren das Material, das in Form von Grafiken den Textaufgaben beigegeben war, nicht zur Aufgabenstellung.

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Der Fehler sei bei der Umwandlung der im Textverarbeitungsprogramm MS Word angelegten Originalaufgaben in das sogenannte pdf-Format entstanden, entschuldigte sich die Schulbehörde. Die Schülerinnen und Schüler erhielten eine halbe Stunde zusätzlich zur Bearbeitung. Rund sieben Prozent der Biologie-Abiturientinnen und –abiturienten nahmen darüber hinaus das Angebot an, die Klausur mit anderen Aufgabenstellungen noch einmal neu zu schreiben. Eine Auswertung der Abitur-Ergebnisse in Biologie liegt noch nicht vor.

Hamburger Schulen bleiben nach den Sommerferien offen

Im kommenden Schuljahr soll alles besser werden: Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat eingehend über die aktuelle Pandemie-Entwicklung beraten und empfiehlt für das kommende Schuljahr 2021/22 einen regulären Schulbetrieb mit Präsenzunterricht in allen Schulfächern – ohne Einschränkungen, aber unter Beachtung der je nach Infektionsgeschehen geltenden Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen.

Wer im kommenden Jahr vor einem Schulabschluss steht, kann dennoch erneut auf Erleichterungen hoffen. Denn auch diese Jahrgänge waren durch die Schulschließungen und Unterrichtseinschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie besonders betroffen, so die Kultusminister. Die Kultusministerkonferenz will „wie schon 2020 und 2021 für diese Schülerinnen und Schüler angemessene Regelungen finden, um ihnen beim Schulabschluss keine Nachteile entstehen zu lassen“, hieß es in einer am Freitag verbreiteten Erklärung.

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