Mobilität

Hamburg fährt gern Fahrrad – will aber keine neuen Radwege

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Fahrrad? Ja gerne! Fahrradweg? Och, muss nicht. Die Hamburger scheinen etwas unentschlossen (Symbolbild).

Fahrrad? Ja gerne! Fahrradweg? Och, muss nicht. Die Hamburger scheinen etwas unentschlossen (Symbolbild).

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Das Fahrrad ist im ganzen Norden überdurchschnittlich beliebt, doch speziell die Hamburger geben sich etwas schizophren.

Hamburg/Coburg. Vielleicht hat das Ergebnis auch mit der Landschaft zu tun: Fahrräder sind einer aktuellen Umfrage zufolge im flachen Norden Deutschlands offensichtlich ein beliebteres Verkehrsmittel als im hügeligen Süden. In einer am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Yougov-Umfrage unter 4029 Erwachsenen sagten bundesweit 29 Prozent, dass für sie das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel sei.

Den größten Anteil von Fahrradliebhabern hat das Land Bremen. Mit 45 Prozent hält fast jeder zweite Bremer das Fahrrad für das ideale Fortbewegungsmittel, wie die am Dienstag veröffentlichte Erhebung für die Versicherung HUK-Coburg ergab. Es folgten die anderen nördlichen Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg auf den Rängen zwei bis sechs.

Beliebtes Verkehrsmittel Fahrrad: Für den Norden auch ein Zukunftsmodell

Berlin erreichte mit 29 Prozent einen Wert genau im Bundesschnitt und landete auf Platz zehn des Rankings. Das Schlusslicht bildete das Saarland, wo mit 19 Prozent jeder Fünfte das Fahrrad bevorzugt.

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Gefragt wurde zudem, mit welchem Fortbewegungsmittel die Deutschen in Zukunft rechnen. Beim Fahrrad kam auch hier Bremen an die Spitze, gefolgt von Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Hessen und Saarländer sind mit je 17 Prozent am wenigsten vom Fahrrad als Zukunftsmodell überzeugt.

Hamburger haben nur wenig Interesse an neuen Radwegen

Eine weitere Frage galt dem Interesse an neuen Radwegen. Gefragt nach den wichtigsten Themen für die Mobilität der Zukunft, nannte mit 23 Prozent knapp jeder Vierte Hamburger und Berliner den Ausbau von Radwegen. Die beiden Stadtstaaten lagen damit auf den letzten Plätzen – die Hamburger antworten damit etwas schizophren, präferieren das Fahrrad zwar überdurchschnittlich häufig, haben jedoch nur selten Interesse am Ausbau der dazugehörigen Infrastruktur.

Auf der Wunschliste weiter oben stand das Radnetz mit 38 Prozent bei den Einwohnern Mecklenburg-Vorpommerns. Die Daten wurden anlässlich des Weltfahrradtags erhoben, der am Donnerstag begangen wird. Nach den Gründen für die regional unterschiedlichen Präferenzen fragten die Demoskopen nicht. So bleibt unklar, welche Rolle flaches oder hügeliges Gelände spielt.

( afp/dpa/josi )

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